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Calcium

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Futter & Ernährung > Ernährung & Nährstoffe

Definition & Überblick

Calcium (chemisches Symbol: Ca) ist ein essenzieller Mineralstoff, der im Körper von Säugetieren, Vögeln, Reptilien und Fischen in größerer Menge vorkommt als jedes andere Mineral. Rund 99 Prozent des gesamten Calciums sind in Knochen und Zähnen eingelagert, wo es für Stabilität und Festigkeit sorgt. Das verbleibende Prozent zirkuliert im Blut und in den Weichgeweben und steuert dort lebenswichtige Prozesse: Muskelkontraktion, Nervenreizleitung, Blutgerinnung, Enzymaktivierung und Hormonausschüttung. In der Tierernährung zählt Calcium zu den Mengenelementen (Makromineralstoffe) und wird gemeinsam mit Phosphor, Magnesium, Natrium und Kalium zu den wichtigsten Mineralstoffen in jeder Futterration gerechnet.

Ein Mangel führt bei wachsenden Tieren zu Rachitis und Knochenverformungen, bei adulten Tieren zu Osteomalazie oder Osteoporose. Ebenso problematisch ist eine chronische Überversorgung, die Skelettentwicklungsstörungen, Harnsteine oder eine gestörte Aufnahme anderer Mineralstoffe auslösen kann. Die korrekte Dosierung und das ausgewogene Verhältnis zu Phosphor – das sogenannte Calcium-Phosphor-Verhältnis – sind daher zentral für eine bedarfsgerechte Ernährung.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Calcium wird in Futtermitteln nicht isoliert betrachtet, sondern stets im Zusammenspiel mit weiteren Nährstoffen beurteilt. Entscheidend sind:

  • Phosphor (P): Das Calcium-Phosphor-Verhältnis sollte bei Hunden und Katzen im Bereich von 1,2:1 bis 1,5:1 liegen, bei Pferden etwa bei 2:1, bei Legehennen bei rund 6:1 bis 8:1.
  • Vitamin D₃: Ohne ausreichend Vitamin D₃ kann Calcium im Darm nicht effektiv resorbiert werden. Vitamin D₃ reguliert die aktive Calcium-Aufnahme und die Einlagerung in den Knochen.
  • Magnesium: Steht mit Calcium in Wechselwirkung – ein starkes Ungleichgewicht kann bei Wiederkäuern Weidetetanie begünstigen.
  • Oxalsäure und Phytinsäure: Diese Antinutritiva, die in bestimmten Pflanzen vorkommen, binden Calcium und verringern dessen Bioverfügbarkeit.

Typische Calciumquellen im Tierfutter sind Knochenmehl, Calciumcarbonat (Futterkalk), Eierschalenmehl, Algenkalk, Calciumcitrat und Dicalciumphosphat. In kommerziellen Alleinfuttermitteln ist der Calciumgehalt auf den analysierten Rohaschegehalt anrechenbar und wird in der Deklaration unter „Mineralstoffe" oder „Rohasche" zusammengefasst. Die genauen Werte finden sich in der analytischen Zusammensetzung.

Für welche Tiere geeignet?

Grundsätzlich benötigt jedes Wirbeltier Calcium. Die Bedarfswerte unterscheiden sich jedoch erheblich:

  • Hunde: Adulte Hunde benötigen etwa 50–80 mg Calcium pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Welpen großer Rassen haben einen erhöhten Bedarf, reagieren aber gleichzeitig besonders empfindlich auf Überversorgung – ein häufiger Fehler bei selbst zusammengestellten Rationen (BARF).
  • Katzen: Der Bedarf liegt bei adulten Katzen bei rund 50 mg/kg Körpergewicht/Tag. Reine Fleischfütterung ohne Calciumergänzung führt zwangsläufig zu einem massiven Defizit, da Muskelfleisch nahezu kein Calcium enthält.
  • Pferde: Ein 500-kg-Pferd im Erhaltungsstoffwechsel braucht ca. 20–25 g Calcium täglich. Laktierende Stuten und wachsende Fohlen haben einen deutlich höheren Bedarf.
  • Geflügel: Legehennen benötigen enorme Mengen Calcium (ca. 4–4,5 g/Tag) zur Bildung der Eierschale. Grit und Futterkalk sind hier unverzichtbare Ergänzungsfuttermittel.
  • Reptilien: Insbesondere Bartagamen, Chamäleons und Landschildkröten benötigen regelmäßig Calciumpulver, das über das Futter bestäubt wird, um metabolische Knochenerkrankungen (MBD) zu verhindern.

Fütterungsempfehlung

Bei Verwendung eines hochwertigen Alleinfuttermittels ist der Calciumbedarf in der Regel gedeckt, da die Hersteller die Rezepturen nach wissenschaftlichen Bedarfswerten kalkulieren. Eine zusätzliche Supplementierung ist dann nicht nur unnötig, sondern potenziell schädlich.

Anders verhält es sich bei selbst zusammengestellten Rationen: Bei BARF-Fütterung von Hunden und Katzen muss Calcium gezielt über rohe fleischige Knochen (RFK), Knochenmehl oder Calciumcitrat zugeführt werden. Die Futtermenge an Knochen sollte etwa 15–20 Prozent der Gesamtration betragen, alternativ circa 1 g Calciumcitrat pro 100 g reines Muskelfleisch. Das Fütterungsintervall für Knochen sollte auf mehrere Mahlzeiten pro Woche verteilt werden, um Verstopfungen (sogenannten Knochenkot) zu vermeiden.

Bei Pferden deckt eine gute Heu- und Weidegrasversorgung den Grundbedarf. Getreidelastige Futterrationen verschieben das Calcium-Phosphor-Verhältnis zuungunsten von Calcium, weshalb hier Futterkalk als Ergänzungsfuttermittel sinnvoll sein kann.

Vorteile & Nachteile

  • Vorteile einer bedarfsgerechten Calciumversorgung: Stabile Knochenentwicklung bei Jungtieren, Vorbeugung von Skeletterkrankungen, Unterstützung der Zahngesundheit, reibungslose Muskel- und Nervenfunktion, Aufrechterhaltung einer normalen Blutgerinnung, bei Legehennen stabile Eierschalenqualität.