Anubias
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Definition und Überblick
Anubias ist eine Gattung tropischer Sumpfpflanzen aus der Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Die Gattung umfasst je nach taxonomischer Auffassung etwa acht bis fünfzehn Arten, die allesamt in West- und Zentralafrika beheimatet sind. Dort wachsen sie an schattigen Fluss- und Bachufern, auf Felsen und Totholz – häufig halb untergetaucht oder zeitweise überflutet. In der Aquaristik gehören Anubias-Arten seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Wasserpflanzen überhaupt, da sie ausgesprochen robust, pflegeleicht und anpassungsfähig sind. Auch in der Paludarium- und Terraristikkultur finden sie Verwendung.
Systematik und Artenvielfalt
Die Gattung Anubias wurde 1857 von Heinrich Wilhelm Schott beschrieben. Der Name leitet sich vom ägyptischen Gott Anubis ab, da die Pflanzen bevorzugt an dunklen, schattigen Standorten gedeihen. Innerhalb der Araceae stehen sie in der Unterfamilie Aroideae und sind mit Gattungen wie Cryptocoryne und Bucephalandra verwandt, die ebenfalls in der Aquaristik eine wichtige Rolle spielen.
Zu den bekanntesten und am häufigsten gepflegten Arten und Varianten zählen:
- Anubias barteri – die variabelste Art mit mehreren Unterarten und Zuchtformen, darunter die weit verbreitete Anubias barteri var. nana (Zwergspeerblatt)
- Anubias barteri var. barteri – mittelgroße Pflanze mit kräftigen, dunkelgrünen Blättern
- Anubias barteri var. coffeifolia – auffällig durch gewellte Blätter und rötlichen Neuaustrieb
- Anubias gigantea – die größte Vertreterin der Gattung mit Blattlängen von über 30 Zentimetern
- Anubias gracilis – mit dreieckigen, schlanken Blättern
- Anubias hastifolia – pfeilförmige Blätter, seltener im Handel
Durch gezielte Selektion und Kreuzung sind zahlreiche Handelsformen entstanden, etwa Anubias 'Petite', eine besonders kompakte Miniaturform, oder Anubias 'Pangolino', die zu den kleinsten verfügbaren Varianten gehört.
Morphologie und Wuchsform
Anubias-Arten sind ausdauernde, krautige Pflanzen mit einem kräftigen Rhizom, aus dem wechselständig gestielte Laubblätter entspringen. Die Blattspreiten sind je nach Art lanzettlich, eiförmig, herzförmig oder pfeilförmig und von ledrig-fester Textur. Die Blattfarbe reicht von hellem bis tiefem Dunkelgrün. Die Blattoberfläche ist glatt und leicht glänzend, was den Pflanzen ein markantes Erscheinungsbild verleiht.
Das Rhizom wächst kriechend und bildet an der Unterseite kräftige Haftwurzeln aus, mit denen sich die Pflanze an Substraten wie Steinen, Wurzelholz oder Lavastein verankert. Dieses Wachstumsmuster ist ein wesentliches Merkmal: Anubias sind keine typischen Bodenpflanzen, sondern Aufsitzerpflanzen (Epiphyten). Das Rhizom darf beim Einsetzen im Aquarium nicht im Bodengrund vergraben werden, da es sonst zu Fäulnis neigt.
Unter geeigneten Bedingungen bilden Anubias-Arten einen kolbenförmigen Blütenstand (Spadix) mit einem weißlichen bis cremefarbenen Hüllblatt (Spatha), der typisch für Aronstabgewächse ist. Die Blüte erscheint auch unter Wasser, eine Samenbildung findet submers allerdings in der Regel nicht statt.
Haltung im Aquarium
Der Hauptgrund für die enorme Beliebtheit von Anubias in der Aquaristik liegt in ihrer Genügsamkeit. Die Pflanzen stellen vergleichsweise geringe Ansprüche an Licht, Nährstoffversorgung und Wasserchemie. Sie eignen sich deshalb hervorragend für Einsteiger und für Becken ohne CO₂-Düngung.
Die wichtigsten Haltungsparameter im Überblick:
- Temperatur: 22–28 °C, kurzfristig auch darunter oder darüber tolerabel
- pH-Wert: 5,5–8,0
- Gesamthärte: 2–20 °dGH
- Beleuchtung: schwach bis mittel; starkes Licht fördert Algenwuchs auf den Blättern
- CO₂-Zufuhr: nicht zwingend erforderlich, beschleunigt aber das Wachstum geringfügig
Anubias wachsen generell langsam. Der wöchentliche Blattzuwachs beträgt bei den meisten Arten nur ein bis zwei neue Blätter pro Monat. Diese Langsamkeit hat einen Nachteil: Die Blattoberflächen bieten Aufwuchsalgen – insbesondere Pinselalgen und Punktalgen – eine ideale Siedlungsfläche. Gegensteuern lässt sich durch moderate Beleuchtung, regelmäßige Wasserwechsel, eine ausgewogene Düngung und den Einsatz algenfressender Tiere wie Amano-Garnelen, Rennschnecken oder Otocinclus-Welse.
Befestigung und Gestaltung
In der Aquariengestaltung (Aquascaping) werden Anubias üblicherweise auf Wurzelholz, Steinen oder anderen Hardscape-Elementen befestigt. Dazu lässt sich das Rhizom mit dünnem Baumwollfaden, Angelschnur oder speziellem Pflanzenkleber (Cyanacrylatkleber, aquariumtauglich) fixieren. Nach einigen Wochen haben die Haftwurzeln das Substrat umschlossen und die Pflanze sitzt von selbst fest.
Durch ihre kompakte Wuchsform eignet sich besonders Anubias barteri var. nana für den Vorder- und Mittelgrund. Größere Arten wie Anubias barteri var. barteri oder Anubias hastifolia kommen im Hintergrund oder als Solitärpflanzen zur Geltung. In Nano-