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Entengrütze

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Aquarien- & Teichpflanzen > Aquarien- & Teichpflanzen

Definition und Überblick

Entengrütze ist die volkstümliche Bezeichnung für verschiedene kleine Schwimmpflanzen aus der Familie der Aronstabgewächse (Araceae), Unterfamilie Wasserlinsengewächse (Lemnoideae). Die winzigen Pflanzen bilden dichte, grüne Teppiche auf der Wasseroberfläche stehender oder langsam fließender Gewässer. In der Aquaristik und Teichgestaltung wird Entengrütze sowohl gezielt eingesetzt als auch mitunter als lästig empfunden, da sie sich unter günstigen Bedingungen explosionsartig vermehrt. Weitere gebräuchliche Namen sind Wasserlinse, Entenflott oder schlicht Entengrün.

Botanische Einordnung und Arten

Die Wasserlinsengewächse umfassen weltweit rund 37 Arten in fünf Gattungen. Die für Aquarien und Gartenteiche relevantesten Vertreter sind:

  • Kleine Wasserlinse (Lemna minor) – Die häufigste heimische Art. Jedes Pflänzchen besteht aus einem einzelnen, rundlich-ovalen Blättchen (Spross oder Phyllokládium) von etwa 2–5 mm Durchmesser mit einer feinen Wurzel an der Unterseite.
  • Vielwurzelige Teichlinse (Spirodela polyrhiza) – Etwas größer als Lemna minor, mit einem Bündel aus mehreren Wurzeln pro Spross. Die Unterseite ist häufig rötlich gefärbt.
  • Bucklige Wasserlinse (Lemna gibba) – Erkennbar an der gewölbten, luftgefüllten Unterseite, die für besonderen Auftrieb sorgt.
  • Wurzellose Zwergwasserlinse (Wolffia arrhiza) – Mit nur 0,5–1,5 mm Durchmesser die kleinste Blütenpflanze der Welt. Sie besitzt keine Wurzeln und ist mit bloßem Auge kaum als Pflanze zu erkennen.

Trotz ihrer unscheinbaren Gestalt handelt es sich bei Wasserlinsen tatsächlich um Blütenpflanzen. Die Blüten erscheinen allerdings nur selten und sind mit unter einem Millimeter Größe kaum sichtbar. Die Vermehrung erfolgt fast ausschließlich vegetativ durch Sprossung: Aus dem Rand eines Mutterpflänzchens wächst ein Tochterspross hervor, der sich nach kurzer Zeit ablöst.

Lebensraum und Verbreitung

Entengrütze kommt auf allen Kontinenten vor, mit Ausnahme der Antarktis. Lemna minor ist in ganz Mitteleuropa heimisch und besiedelt nährstoffreiche, stehende Gewässer wie Teiche, Tümpel, Gräben, Altarme und ruhige Buchten. Die Pflanzen bevorzugen nährstoffreiches Wasser mit hohem Stickstoff- und Phosphatgehalt. In eutrophen Gewässern können sie innerhalb weniger Wochen die gesamte Wasseroberfläche bedecken. Die Verbreitung erfolgt über Wasservögel – vor allem Enten, woher der Name stammt –, die einzelne Pflänzchen im Gefieder oder an den Füßen von Gewässer zu Gewässer transportieren.

Einsatz im Gartenteich

Im Gartenteich übernimmt Entengrütze mehrere nützliche Funktionen. Die dichte Schwimmdecke beschattet das Wasser und reduziert dadurch das Wachstum von Fadenalgen und Schwebealgen, die auf Licht angewiesen sind. Gleichzeitig entzieht die Wasserlinse dem Teichwasser überschüssige Nährstoffe wie Nitrat und Phosphat, was einer Eutrophierung entgegenwirkt. Fische und Amphibienlarven finden unter dem grünen Teppich Schutz vor Fressfeinden und starker Sonneneinstrahlung.

Allerdings kann eine vollständige Bedeckung der Wasseroberfläche problematisch werden: Der Gasaustausch zwischen Wasser und Atmosphäre wird eingeschränkt, und Unterwasserpflanzen erhalten zu wenig Licht für die Photosynthese. Teichbesitzer sollten daher regelmäßig überschüssige Wasserlinsen mit einem Kescher oder Sieb abschöpfen. Das abgefischte Pflanzenmaterial eignet sich hervorragend als Kompostzugabe oder als proteinreiches Futter für Geflügel.

Entengrütze im Aquarium

In der Aquaristik wird Entengrütze gezielt als Schwimmpflanze eingesetzt. Sie dämpft die Beleuchtung für lichtempfindliche Fischarten, bietet Labyrinthfischen wie Kampffischen und Fadenfischen Material für den Schaumnestbau und dient als Deckung für Jungfische. Viele Aquarienbewohner fressen Wasserlinsen direkt: Goldfische, Skalare, Mollys und diverse Buntbarsche nehmen die proteinreiche Pflanze gern als Ergänzungsfutter an. Auch Garnelen und Schnecken weiden den Biofilm ab, der sich auf den Wurzeln bildet.

Die Haltung im Aquarium stellt keine besonderen Ansprüche. Wasserlinsen gedeihen bei Temperaturen zwischen 5 und 30 °C, einem pH-Wert von 5,0 bis 8,0 und tolerieren sowohl weiches als auch hartes Wasser. Ausreichende Beleuchtung und ein Mindestmaß an gelösten Nährstoffen genügen für kräftiges Wachstum. In gut beleuchteten, gedüngten Becken kann sich die Biomasse unter optimalen Bedingungen alle zwei bis drei Tage verdoppeln. Wer die Ausbreitung begrenzen möchte, kann einen schwimmenden Ring aus Luftschlauch auf die Wasseroberfläche legen, der die Wasserlinsen in einem definierten Bereich hält.

Ein häufiges Problem: Entengrütze gelangt oft unbeabsichtigt ins Aquarium – als blinder Passagier an neu gekauften Pflanzen. Wer sie nicht im Becken haben möchte, sollte neue Pflanzen gründlich abspülen und einzelne Wasserlinsen sofort entfernen, bevor sie sich etablieren.

Nährstoffgehalt und Verwendung als Futterpflanze

Wasserlinsen haben einen beachtlichen Proteingehalt von bis zu 40 Prozent der Trockenmasse, dazu kommen Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe. Diese Zusammensetzung macht sie zu einem wertvollen Lebend- und Grünfutter für pflanzenfress