Aquariendeko
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Definition und Überblick
Unter dem Begriff Aquariendeko werden sämtliche dekorativen Elemente zusammengefasst, die in einem Aquarium platziert werden, um das Becken optisch aufzuwerten und den Bewohnern eine naturnahe Umgebung zu bieten. Dazu zählen unter anderem Steine, Wurzeln, Höhlen, künstliche Pflanzen, Rückwände, Figuren und diverse Gestaltungselemente aus Keramik, Kunstharz oder Naturmaterialien. Aquariendekoration erfüllt dabei weit mehr als einen rein ästhetischen Zweck: Sie dient Fischen, Garnelen, Krebsen und anderen Aquarienbewohnern als Versteckmöglichkeit, Reviermarkierung, Laichsubstrat und Rückzugsort. Die richtige Auswahl und Anordnung der Dekorationsgegenstände beeinflusst das Wohlbefinden der Tiere, die Wasserchemie und die biologische Stabilität des gesamten Aquariums.
Naturmaterialien als Dekoration
Zu den beliebtesten natürlichen Dekorationselementen gehören Wurzeln und Steine. Moorkienholz, Mangroven- und Mopaniwurzeln werden häufig im Süßwasseraquarium eingesetzt. Sie geben Huminstoffe und Gerbsäuren an das Wasser ab, was den pH-Wert leicht senkt und bei vielen tropischen Fischarten aus Schwarzwasserbiotopen erwünscht ist. Vor dem Einsetzen sollten Wurzeln gründlich gewässert werden, um überschüssige Farbstoffe auszuschwemmen und sicherzustellen, dass sie nicht mehr auftreiben.
Bei der Steinauswahl ist darauf zu achten, dass die gewählten Gesteinsarten die Wasserhärte nicht ungewollt verändern. Kalkhaltige Steine wie Lochgestein oder Korallensand erhöhen die Karbonathärte und den pH-Wert, was für Malawisee- oder Tanganjikasee-Cichliden durchaus gewünscht sein kann. Für Weichwasserbecken eignen sich dagegen kalkfreie Sorten wie Basalt, Schiefer, Lava- oder Drachenstein. Ein einfacher Test mit Essig oder Salzsäure zeigt, ob ein Stein Kalk enthält: Bildet sich beim Auftropfen ein leichtes Schäumen, ist Kalkgehalt vorhanden.
Neben Holz und Stein kommen getrocknete Blätter – etwa Seemandelbaumblätter, Eichenlaub oder Buchenblätter – als natürliche Dekoration zum Einsatz. Sie fördern das Wachstum nützlicher Mikroorganismen, dienen Garnelen und Welsen als Nahrungsquelle und simulieren den natürlichen Gewässergrund tropischer Habitate.
Künstliche Dekorationselemente
Wer auf natürliche Materialien verzichten möchte oder das Aquarium mit speziellen Formen gestalten will, greift zu künstlicher Dekoration. Hierzu zählen:
- Kunstpflanzen aus Kunststoff oder Seide, die kein Licht und keine Düngung benötigen und in beliebiger Form erhältlich sind
- Keramik- und Tonhöhlen, die als Brut- und Versteckplätze für Welse, Buntbarsche und Garnelen dienen
- Kunstharzfiguren wie Schiffswracks, Burgen, Tempelruinen oder Schädel, die rein dekorativen Charakter haben
- 3D-Rückwände aus Styropor, Kunstharz oder PU-Schaum, die eine naturgetreue Felslandschaft an der Rückseite des Beckens simulieren
- Luftsprudler mit Dekofunktion, die Sauerstoffzufuhr mit optischen Effekten verbinden
Bei der Wahl künstlicher Dekoartikel ist auf aquarientaugliche Materialien zu achten. Produkte sollten ausdrücklich für den Unterwassereinsatz deklariert sein, da ungeeignete Farben, Lacke oder Kunststoffe Schadstoffe an das Wasser abgeben können. Scharfe Kanten oder spitze Oberflächen bergen Verletzungsgefahr, insbesondere für Fische mit empfindlichen Flossen wie Kampffische, Skalare oder Schleierschwänze.
Aquascaping – Dekoration als Gestaltungskunst
Eine besondere Form der Aquariendekoration stellt das Aquascaping dar. Bei dieser Gestaltungsrichtung werden Steine, Wurzeln und lebende Pflanzen nach ästhetischen Prinzipien zu Unterwasserlandschaften arrangiert. Bekannte Layoutstile sind das Iwagumi (steinbetonte Gestaltung nach japanischem Vorbild), das Nature Aquarium im Stil von Takashi Amano sowie das Diorama, bei dem realistische Landschaften nachgebildet werden. Die Hardscape-Elemente – also Steine und Hölzer – bilden das Grundgerüst des Layouts. Der Bodengrund wird häufig in unterschiedlichen Höhen modelliert, um Tiefenwirkung zu erzeugen. Aquascaping erfordert neben gestalterischem Geschick auch fundiertes Wissen über Pflanzenpflege, CO₂-Düngung und Beleuchtungstechnik.
Einfluss auf Wasserqualität und Biologie
Jedes Dekorationselement, das in ein Aquarium eingebracht wird, beeinflusst das biologische Gleichgewicht. Wurzeln und poröse Steine bieten Siedlungsfläche für Filterbakterien, die am Stickstoffkreislauf beteiligt sind und den Abbau von Ammoniak und Nitrit unterstützen. Gleichzeitig können organische Materialien bei unzureichender Pflege zur Ansammlung von Mulm und Faulgasen führen. Dekorationsgegenstände sollten daher bei regelmäßigen Wasserwechseln kontrolliert und bei Bedarf abgesaugt oder gereinigt werden.
Im Meerwasseraquarium gelten besondere Anforderungen. Hier kommen bevorzugt Lebendgestein, Totgestein (sogenanntes Riffgestein) und Korallenableger als Dekoration zum Einsatz. Metallhaltige oder unbehandelte Naturmaterialien sind im Salzwasserbecken grundsätzlich ungeeignet, da sie korrodieren und toxische Ionen freisetzen.
Tipps zur Platzierung und Gestaltung
Bei der Einrichtung eines Aquariums empfiehlt sich ein durchdachtes Vorgehen:
- Schwere Steine direkt auf die Bodenplatte oder eine Schutzunterlage setzen, nicht auf den Bodengrund, um ein