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Aquariumabdeckung

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Definition und Überblick

Eine Aquariumabdeckung ist ein Zubehörteil, das als oberer Abschluss eines Aquariums dient. Sie bedeckt die offene Wasserfläche ganz oder teilweise und erfüllt dabei mehrere praktische Funktionen gleichzeitig: Sie reduziert die Verdunstung, schützt den Fischbestand vor dem Herausspringen, dient als Träger für die Aquarienbeleuchtung und verhindert das Eindringen von Fremdkörpern, Staub oder neugierigen Haustieren. In der Aquaristik gehört die Abdeckung zur Grundausstattung eines Beckens und wird sowohl für Süßwasser- als auch für Meerwasseraquarien angeboten. Je nach Bauart spricht man auch von Abdeckscheibe, Aquarienhaube oder Lichthaube.

Funktionen der Aquariumabdeckung

Die Abdeckung eines Aquariums erfüllt weit mehr als nur einen dekorativen Zweck. Ihre wesentlichen Funktionen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Verdunstungsschutz: Ohne Abdeckung verdunstet erheblich mehr Wasser aus dem Becken. Das führt zu einem sinkenden Wasserspiegel, einer erhöhten Mineralienkonzentration und damit zu schwankenden Wasserwerten. Eine geschlossene Abdeckung verlangsamt diesen Prozess deutlich und stabilisiert so das Milieu im Aquarium.
  • Schutz der Bewohner: Viele Fischarten – darunter Fadenfische, Beilbauchsalmler oder Grundeln – neigen dazu, aus dem Wasser zu springen. Eine Abdeckung verhindert, dass Tiere auf dem Fußboden landen und verenden. Auch Garnelen und Schnecken werden am Entkommen gehindert.
  • Beleuchtungsträger: Die meisten Abdeckungen sind so konstruiert, dass Leuchtmittel wie T5- oder T8-Leuchtstoffröhren, LED-Leisten oder LED-Balken direkt integriert oder montiert werden können. Die Abdeckung dient somit als Lichthaube, die eine gleichmäßige Ausleuchtung des Beckens ermöglicht.
  • Wärmedämmung: Gerade in kühleren Räumen hilft eine Abdeckung, die Wärme des beheizten Aquarienwassers zu halten. Der Energieverbrauch des Heizstabs sinkt, weil weniger Wärme über die Wasseroberfläche verloren geht.
  • Schutz vor Verunreinigung: Staub, Tierhaare, Insekten oder herabfallende Gegenstände gelangen nicht ins Wasser. In Haushalten mit Katzen oder kleinen Kindern bietet die Abdeckung eine zusätzliche Sicherheitsbarriere.

Materialien und Bauformen

Aquariumabdeckungen werden aus verschiedenen Materialien gefertigt, die jeweils spezifische Vor- und Nachteile mitbringen.

Kunststoff (ABS, PS, PVC): Die am weitesten verbreitete Variante. Kunststoffabdeckungen sind leicht, preisgünstig und in zahlreichen Standardgrößen erhältlich. Sie verfügen meist über vorgefertigte Aussparungen für Kabel, Schläuche und Futterlöcher. Nachteilig ist, dass Kunststoff sich bei starker Hitzeentwicklung durch die Beleuchtung verziehen kann und mit der Zeit spröde wird.

Glas: Abdeckscheiben aus Floatglas oder gehärtetem Glas sind langlebig, kratzfest und lassen sich einfach reinigen. Sie kommen häufig bei offenen Aquarienkonzepten zum Einsatz, bei denen die Beleuchtung als Aufsetzleuchte oder Hängelampe über dem Becken angebracht wird. Glasabdeckungen bieten eine hohe Lichtdurchlässigkeit, sind aber schwerer und können bei unsachgemäßer Handhabung brechen.

Aluminium und Edelstahl: Bei hochwertigen Aquariensystemen, vor allem in der Meerwasseraquaristik, finden sich Abdeckungen mit Metallrahmen. Diese sind besonders stabil, korrosionsbeständig und optisch ansprechend. Der höhere Preis macht sie vorwiegend im gehobenen Segment üblich.

Acrylglas (Plexiglas): Leichter als Glas und bruchsicherer, dafür empfindlicher gegenüber Kratzern. Acrylglas vergilbt bei intensiver UV-Strahlung mit der Zeit, eignet sich aber gut als Sonderanfertigung für Becken mit Nicht-Standard-Maßen.

Aquariumabdeckung mit integrierter Beleuchtung

Viele Hersteller bieten komplette Lichthauben an, bei denen Leuchtmittel bereits fest verbaut sind. Diese Komplettsysteme haben den Vorteil, dass Beleuchtung und Abdeckung aufeinander abgestimmt sind. Moderne LED-Abdeckungen zeichnen sich durch geringen Stromverbrauch, lange Lebensdauer und geringe Wärmeentwicklung aus. Bei älteren Modellen mit Leuchtstoffröhren ist auf ausreichende Belüftungsschlitze zu achten, damit sich keine Staunässe zwischen Wasseroberfläche und Abdeckung bildet. Kondenswasser an der Unterseite der Abdeckung tritt bei nahezu jeder geschlossenen Variante auf und sollte regelmäßig abgewischt werden, um Kalkablagerungen und eine Verringerung der Lichtdurchlässigkeit zu vermeiden.

Passform und Größen

Standardabdeckungen werden für gängige Beckenmaße wie 60 cm, 80 cm, 100 cm, 120 cm oder 150 cm Kantenlänge produziert. Die Abdeckung muss bündig auf dem Beckenrand aufliegen, damit keine Spalten entstehen, durch die Tiere entwischen oder Wärme entweichen kann. Bei Sondermaßen oder Aquarien mit gebogener Frontscheibe (Panorama-Aquarien) sind oft Maßanfertigungen nötig. Einige Aquarianer fertigen ihre Abdeckung selbst aus zugeschnittenem Glas oder Kunststoffplatten – sogenannte DIY-Lösungen. Dabei ist darauf zu achten, dass die verwendeten Materialien aquarientauglich und frei von Schadstoffen sind.

Offene Aquarien und Alternativen

Nicht jedes Aquarium benötigt zwingend eine Abdeckung. In der modernen Aquascaping-Szene sind offene Becken (Open-Top-Aquarien) verbreitet, bei denen bewusst auf eine Abdeckung verzichtet wird. Der ästhetische Reiz liegt in der freien Sicht auf die Wasseroberfläche und in der Möglichkeit, emerse Pflanzen über den Wasserrand hinauswachsen