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Aquariensand

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Definition und Überblick

Aquariensand bezeichnet einen feinkörnigen Bodengrund, der in Süßwasser- und Meerwasseraquarien eingesetzt wird. Die Korngröße liegt typischerweise zwischen 0,1 und 2 Millimetern, wobei die genaue Abstufung je nach Hersteller und Verwendungszweck variiert. Im Gegensatz zu gröberem Aquarienkies bietet Sand eine dichtere, kompaktere Substratschicht, die bestimmte biologische und ästhetische Funktionen im Aquarium erfüllt. Als Bodengrund bildet Aquariensand die Grundlage für das gesamte Ökosystem im Becken – er dient Pflanzen als Wurzelsubstrat, bodenbewohnenden Fischen als Lebensraum und Mikroorganismen als Siedlungsfläche für die biologische Filterung.

Arten und Materialien

Aquariensand wird aus unterschiedlichen Materialien hergestellt oder gewonnen. Die gängigsten Varianten sind:

  • Quarzsand: Die am weitesten verbreitete Variante. Quarzsand ist chemisch inert, beeinflusst also weder den pH-Wert noch die Wasserhärte. Er eignet sich für die meisten Süßwasseraquarien und ist in verschiedenen Farbtönen von Weiß über Beige bis Schwarz erhältlich.
  • Korallensand: Besteht aus zermahlenen Korallenskeletten und Muschelschalen. Korallensand gibt Kalk an das Wasser ab und erhöht dadurch die Karbonathärte sowie den pH-Wert. Er wird vorrangig in Meerwasseraquarien und Cichliden-Becken für ostafrikanische Buntbarsche verwendet.
  • Basaltsand: Ein dunkler, vulkanischer Sand mit hoher Dichte. Basaltsand eignet sich gut für naturnahe Aquascapes und bringt die Farben vieler Fischarten durch den Kontrast besonders zur Geltung.
  • Soil (Aktiver Bodengrund): Streng genommen kein klassischer Sand, sondern gebrannte Tonkügelchen, die Nährstoffe enthalten und den pH-Wert senken. Soil wird häufig in bepflanzten Aquarien und Garnelenbecken eingesetzt.
  • Spielsand und Bausand: Einige Aquarianer greifen auf günstigeren Spielsand aus dem Baumarkt zurück. Dieser muss vor dem Einsatz gründlich gewaschen werden, da er häufig Lehm, Staub und andere Verunreinigungen enthält.

Korngröße und ihre Bedeutung

Die Wahl der richtigen Körnung hängt vom geplanten Besatz und der Bepflanzung ab. Sehr feiner Sand mit einer Korngröße unter 0,5 Millimetern neigt dazu, sich stark zu verdichten. In solchen kompakten Schichten können anaerobe Zonen entstehen, in denen sich Schwefelwasserstoff bildet – ein für Aquarienbewohner giftiges Gas. Sand mit einer Körnung zwischen 0,5 und 1,5 Millimetern stellt für die meisten Becken einen guten Kompromiss dar: Er ist fein genug für grabende Fischarten, lässt aber noch ausreichend Wasserzirkulation im Substrat zu.

Für Aquarien mit starker Bepflanzung kann es sinnvoll sein, unter dem Sand eine Schicht Nährboden oder Langzeitdünger einzubringen. Reiner Sand enthält in der Regel keine Pflanzennährstoffe, sodass Wasserpflanzen ohne zusätzliche Düngung über den Bodengrund nur eingeschränkt versorgt werden.

Geeignete Aquarienbewohner

Zahlreiche Fischarten und Wirbellose bevorzugen Sand als Bodengrund oder sind sogar darauf angewiesen. Panzerwelse der Gattung Corydoras durchsieben Sand mit ihren empfindlichen Barteln auf der Suche nach Nahrung – auf scharfkantigem Kies können diese Barteln verletzt werden. Auch Schmerlen, Flussrochen und verschiedene Buntbarscharten, die Laichgruben in den Boden graben, profitieren von feinem Substrat.

Garnelen und Schnecken kommen sowohl mit Sand als auch mit Kies zurecht, wobei auf sandigem Untergrund die Futtersuche etwas anders verläuft als auf grobem Substrat. In Meerwasseraquarien leben zahlreiche Organismen im Sandbett, darunter Borstenwürmer, Schlangensterne und grabende Grundeln, die den Sand kontinuierlich umwälzen und so zur biologischen Stabilität beitragen.

Vorbereitung und Einbringen

Vor dem Einsetzen in das Aquarium muss Aquariensand gründlich gewaschen werden. Auch als „vorgewaschen" deklarierte Produkte enthalten häufig noch Feinstaub, der das Wasser über Tage hinweg trüben kann. Die Reinigung erfolgt am besten in einem Eimer: Den Sand portionsweise einfüllen, mit Wasser aufgießen und kräftig umrühren. Das trübe Wasser abgießen und den Vorgang wiederholen, bis das Wasser weitgehend klar bleibt.

Die empfohlene Schichthöhe liegt bei etwa drei bis fünf Zentimetern. In bepflanzten Aquarien darf die Schicht im hinteren Bereich etwas höher ausfallen, um eine optische Tiefenwirkung zu erzielen. Pro Liter Aquarienvolumen werden als Richtwert circa 1 bis 1,5 Kilogramm Sand benötigt – ein 100-Liter-Becken erfordert also etwa 10 bis 15 Kilogramm Substrat.

Pflege und Reinigung

Die Pflege von Aquariensand unterscheidet sich von der Kiesbodenpflege. Da Sand eine dichte Oberfläche bildet, liegen Mulm und Futterreste überwiegend auf dem Substrat statt in die Zwischenräume einzusinken. Das erleichtert die Reinigung mit einem Mulmsauger, erfordert jedoch eine vorsichtige Handhabung: Wird der Sauger zu nah an die Oberfläche gehalten, wird Sand mit aufgesaugt.

Spezielle Mulmglocken mit regulierbarem Durchfluss eignen sich gut für Sandbecken. Beim Absaugen wird der Sand kurz aufgewirbelt, die leichteren Schmutzpartikel werden erfasst, während der schwerere Sand zurück auf den Boden sinkt. Grabende Schnecken wie die Turmdeckelschnecke (Melanoides tuberculata) leisten zusätzlich wertvolle Arbeit, indem sie den Sand lockern und so der Bildung anaerober Zonen entgegenwirken.

Einfluss auf die Wasserchemie

Ob und wie stark Aqu