Asturcon
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Steckbrief
- Herkunft: Asturien, Nordspanien
- Rassestandard: Anerkannt durch das spanische Zuchtbuch (Libro Genealógico del Asturcón), betreut durch die ACPRA (Asociación de Criadores del Poni Asturcón)
- Typ: Pony / Kleinpferd
- Stockmaß: 115–135 cm
- Gewicht: 250–350 kg
- Lebenserwartung: 25–30 Jahre
- Fell/Farben: Überwiegend Rappen und Dunkelbraune; vereinzelt Braune und Falben. Das Fell ist dicht, das Langhaar üppig entwickelt.
Herkunft & Geschichte
Der Asturcón zählt zu den ältesten Pferderassen der Iberischen Halbinsel. Seine Abstammung lässt sich bis in die vorgeschichtliche Zeit zurückverfolgen. Bereits Plinius der Ältere erwähnte im ersten Jahrhundert nach Christus kleine, trittsichere Pferde im Kantabrischen Gebirge, die mit hoher Wahrscheinlichkeit direkte Vorfahren des heutigen Asturcón waren. Auch keltische Stämme, die das Gebiet des heutigen Asturiens besiedelten, nutzten diese robusten Ponys als Reit- und Lasttiere.
Über Jahrhunderte lebten die Asturcones halbwild in den zerklüfteten Bergregionen Nordspaniens. Die raue Umgebung mit steilen Hängen, feuchtem Atlantikklima und karger Vegetation formte eine extrem widerstandsfähige Rasse. Im Mittelalter waren Asturcones als bequeme Reittiere geschätzt, da sie über einen natürlichen Tölt verfügen – eine Gangveranlagung, die als „ambladura" bezeichnet wird.
Mit der zunehmenden Mechanisierung der Landwirtschaft im 20. Jahrhundert sank der Bedarf an Arbeitspferden drastisch. Die Population des Asturcón schrumpfte bis in die 1970er-Jahre auf wenige Dutzend Tiere. Engagierte Züchter und der 1981 gegründete Zuchtverband ACPRA retteten die Rasse vor dem Aussterben. Heute gilt der Asturcón in Spanien als schützenswertes Kulturgut, und die Bestände haben sich stabilisiert, auch wenn die Rasse nach wie vor als gefährdet eingestuft wird.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Asturcón ist ein kompaktes, harmonisch gebautes Pony mit deutlich erkennbarem iberischen Typ. Der Kopf ist mittelgroß, leicht konkav bis gerade profiliert, mit großen, ausdrucksvollen Augen und kleinen, beweglichen Ohren. Der Hals ist muskulös und gut aufgesetzt, der Widerrist mäßig ausgeprägt.
Der Rumpf zeigt sich tief und breit, mit gut gewölbten Rippen und einer kräftigen, leicht abfallenden Kruppe. Die Beine sind kurz, trocken und ausgesprochen stabil mit harten, widerstandsfähigen Hufen, die selten einen Beschlag benötigen. Die Hufe sind klein und rundlich – ein Ergebnis der Anpassung an felsiges Gebirgsgelände.
Das Fell ist dicht und schützend, im Winter entwickelt sich ein ausgeprägtes Winterfell. Mähne und Schweif sind lang und voll. Die vorherrschende Farbe ist Schwarz (Rappe), gefolgt von Dunkelbraun. Abzeichen am Kopf oder an den Beinen kommen selten vor und sind laut Rassestandard nur in geringem Maß erwünscht.
Besonders bemerkenswert ist die natürliche Veranlagung zum Tölt. Diese Viergangveranlagung unterscheidet den Asturcón von den meisten anderen europäischen Ponyrassen und deutet auf eine sehr alte, eigenständige genetische Linie hin.
Charakter & Wesen
Der Asturcón ist ein ausgeglichenes, intelligentes und ausgesprochen genügsames Pony. Sein Wesen ist geprägt von der jahrhundertelangen halbwilden Haltung in den Bergen: Er ist wachsam, selbstständig denkend und dabei erstaunlich menschenbezogen, sobald eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut wurde.
Im Umgang zeigt er sich treu, kooperativ und nervenstark. Hektik und Panik sind ihm weitgehend fremd. Gleichzeitig besitzt er einen lebhaften Geist und eine natürliche Neugier, die ihn zu einem angenehmen Partner in der Ausbildung macht. Sturheit, wie sie manchen Ponyrassen nachgesagt wird, tritt beim Asturcón selten auf – vorausgesetzt, er wird fair und konsequent behandelt.
Gegenüber Kindern verhält er sich in der Regel geduldig und sanftmütig, was ihn zu einem hervorragenden Kinderpony macht. Seine Trittsicherheit und Gelassenheit sind im Gelände besonders geschätzt.
Haltung & Pflege
Als robustes Gebirgspony ist der Asturcón für die ganzjährige Offenstallhaltung oder Weidehaltung mit Unterstand bestens geeignet. Er braucht ausreichend Auslauf und Bewegung, idealerweise in einer Gruppe, da er ein stark ausgeprägtes Sozialverhalten zeigt. Einzelhaltung ist für diese Rasse ungeeignet.
Die Fellpflege ist unkompliziert. Regelmäßiges Bürsten, insbesondere während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst, genügt. Das üppige Langhaar sollte regelmäßig auf Verfilzungen kontrolliert werden. Die harten Hufe benötigen zwar selten einen Beschlag, müssen aber dennoch alle sechs bis acht Wochen vom Hufschmied kontrolliert und bearbeitet werden.
Für die Beschäftigung eignen sich Geländeritte, leichtes Fahren, Bodenarbeit und therapeutisches Reiten. Der Asturcón ist kein Pony, das stundenlang in der Box stehen sollte – Bewegung und geistige Auslastung sind wesentliche Grundlagen seines Wohlbefindens.
Ernährung
Der Asturcón ist ein ausgesprochen leichtfuttriger Typ. Seine Vorfahren überlebten auf kargem Berggras, und diese Genügsamkeit ist genetisch fest verankert. Eine Ernährung auf Basis von qualitativ hochwertigem Heu und Zugang zu einer nicht zu üppigen Weide reicht in der Regel vollkommen aus. Kraftfutter ist nur bei erhöhter Arbeitsbelastung, tragenden Stuten oder wachsenden Jungpferden in moderaten Mengen angebracht.
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