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Bardigiano

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Steckbrief

  • Herkunft: Italien, Provinz Parma (Emilia-Romagna), Bardi-Tal im Apennin
  • Rassestandard: Italienisches Zuchtbuch (Libro Genealogico), anerkannt durch das italienische Landwirtschaftsministerium; kein FCI-Standard (Pferderasse)
  • Zuchtverband: Associazione Provinciale Allevatori di Parma; Dipartimento per le Politiche Competitive del Mondo Rurale
  • Stockmaß: 135–149 cm (Stuten ab 133 cm)
  • Gewicht: 350–450 kg
  • Lebenserwartung: 25–30 Jahre
  • Fell/Farben: Ausschließlich Dunkelbrauner bis Schwarzbrauner (Morello/Baio scuro); kleine weiße Abzeichen an Stirn und Fesseln toleriert; keine Schimmel, Füchse oder Schecken

Herkunft & Geschichte

Der Bardigiano stammt aus dem rauen Bergland des nördlichen Apennin, genauer aus dem Ceno-Tal rund um die Ortschaft Bardi in der Provinz Parma. Seine Abstammung lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen: Schon die Gallier und Kelten hielten in dieser Region robuste Gebirgspferde, deren Nachkommen sich über Jahrhunderte an die steilen Hänge, harten Winter und kargen Weiden anpassten. Genetische Untersuchungen zeigen eine enge Verwandtschaft mit dem Haflinger und dem Avelignese, was auf gemeinsame alpine Vorfahren hindeutet.

Im Mittelalter dienten Bardigiano-Pferde als unverzichtbare Lasttiere auf den schmalen Saumpfaden über den Apennin. Sie transportierten Waren zwischen der Po-Ebene und der Ligurischen Küste, und ihre Trittsicherheit wurde legendär. Während der beiden Weltkriege erlitt die Population schwere Verluste, da viele Tiere als Militärpferde eingezogen wurden. Kreuzungen mit verschiedenen anderen Rassen verwässerten den Typ zeitweise erheblich.

In den 1970er Jahren begann eine systematische Rettung der Rasse. 1977 wurde das offizielle Zuchtbuch eingerichtet, und strenge Selektionskriterien sollten den ursprünglichen Typ wiederherstellen. Heute zählt der Bestand etwa 3.000 bis 4.000 eingetragene Tiere. Die Rasse gilt in Italien als schützenswertes Kulturgut, und mehrere Zuchtverbände arbeiten an der Erhaltung und genetischen Vielfalt des Bardigiano.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Bardigiano ist ein kompaktes, kräftiges Gebirgspferd mit harmonischen Proportionen. Der Kopf ist edel, leicht ramsnasig mit breiter Stirn, großen, ausdrucksstarken Augen und kleinen, beweglichen Ohren. Der Hals ist muskulös, mittellang und gut aufgesetzt. Die Schulter zeigt eine gute Schräge, was dem Pferd einen raumgreifenden, sicheren Gang verleiht.

Der Rumpf ist tief und breit mit gut gewölbten Rippen, kräftiger Lende und einer leicht abfallenden, muskulösen Kruppe. Die Beine sind trocken, stabil und mit auffallend harten, dunklen Hufen ausgestattet – ein Ergebnis jahrhundertelanger Selektion auf felsigem Untergrund. Die Gelenke sind klar definiert, die Fesseln mittellang und elastisch. Die Mähne und der Schweif sind dicht und üppig, häufig gewellt.

Laut Rassestandard sind ausschließlich dunkle Farbvarianten zugelassen: Schwarzbraune, Dunkelbraune und tiefe Braune. Hengste müssen ein Mindestmaß von 140 cm erreichen, Stuten 133 cm. Obwohl der Bardigiano oft als Pony klassifiziert wird, zeigt er im Körperbau deutlich mehr Pferde- als Ponycharakter.

Charakter & Wesen

Der Bardigiano ist für sein ausgeglichenes, freundliches Temperament bekannt. Er gilt als treu, mutig und äußerst genügsam. Seine Gelassenheit in schwierigem Gelände ist bemerkenswert – Situationen, die andere Pferde in Panik versetzen, meistert er mit stoischer Ruhe. Diese Nervenstärke ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer natürlichen Selektion in anspruchsvollem Bergterrain.

Trotz seiner Gutmütigkeit ist der Bardigiano keineswegs stumpf. Er zeigt eine hohe Intelligenz, ist lernwillig und arbeitet gern mit dem Menschen zusammen. Im Umgang mit Kindern erweist er sich als geduldig und vorsichtig. Seine Wachsamkeit und sein ausgeprägter Orientierungssinn machen ihn zu einem verlässlichen Partner auf langen Geländeritten. Dickköpfigkeit kann gelegentlich auftreten, ist aber bei konsequenter, fairer Behandlung gut zu handhaben.

Haltung & Pflege

Als typisches Gebirgspferd stellt der Bardigiano keine hohen Ansprüche an die Haltung. Er fühlt sich in Offenstallhaltung oder auf großzügigen Weiden mit Unterstand am wohlsten. Reine Boxenhaltung ist für diese aktive, bewegungsfreudige Rasse nicht geeignet. Ausreichend Auslauf und Beschäftigung sind essenziell, um Verhaltensstörungen vorzubeugen.

Die Fellpflege ist unkompliziert. Regelmäßiges Striegeln und Bürsten genügt, um das dichte Fell in gutem Zustand zu halten. Im Winter entwickelt der Bardigiano ein dickes Winterfell, das ihn auch bei Minustemperaturen zuverlässig schützt – ein Eindecken ist in der Regel nicht nötig. Besonderes Augenmerk sollte auf die Hufpflege gelegt werden: Obwohl die Hufe von Natur aus widerstandsfähig sind, ist regelmäßiges Ausschneiden durch einen erfahrenen Hufschmied alle sechs bis acht Wochen Pflicht.

Der Bardigiano eignet sich hervorragend für Distanzritte, Wanderreittouren, therapeutisches Reiten, leichtes Fahren und als Familienreitpferd. Auch im Packtierbereich findet er nach wie vor Verwendung.

Ernährung

Der Bardigiano ist ein ausgesprochener Leichtfutterer. Seine Vorfahren überlebten auf kargen Bergweiden, und diese Genügsamkeit hat sich tief im Stoffwechsel verankert. Hochwertiges Heu bildet die Grundlage der Fütter