Ausmisten
APflege & Hygiene > Pflege & Hygiene
Definition & Überblick
Unter Ausmisten versteht man das regelmäßige Entfernen von verschmutzter Einstreu, Kot, Urinrückständen und Futterresten aus Gehegen, Ställen, Käfigen und anderen Haltungseinrichtungen von Tieren. Es handelt sich dabei um eine der grundlegendsten und wichtigsten Pflegemaßnahmen in der Tierhaltung – unabhängig davon, ob Pferde, Kaninchen, Hühner, Meerschweinchen, Hamster oder Reptilien gehalten werden.
Regelmäßiges Ausmisten dient nicht nur der Sauberkeit, sondern ist ein zentraler Bestandteil der artgerechten Haltung. Verschmutzte Einstreu begünstigt die Vermehrung von Bakterien, Pilzen und Parasiten, führt zu Atemwegserkrankungen durch Ammoniakbildung und kann Hautprobleme wie Pododermatitis (Ballengeschwüre) verursachen. Im Sinne des Tierschutzes ist jeder Halter verpflichtet, für hygienische Haltungsbedingungen zu sorgen – das Tierschutzgesetz schreibt in § 2 vor, dass Tiere ihrer Art und ihren Bedürfnissen entsprechend angemessen gepflegt werden müssen.
Grundlagen & Voraussetzungen
Bevor es ans Ausmisten geht, sollte jeder Tierhalter die Bedürfnisse seiner Tierart genau kennen. Unterschiedliche Tiere stellen unterschiedliche Anforderungen an die Hygiene ihres Lebensraums:
- Pferde: Boxen sollten täglich abgeäpfelt und je nach Einstreu wöchentlich komplett ausgemistet werden. Offenstall-Unterstände und Paddocks erfordern ebenfalls regelmäßige Reinigung.
- Kaninchen und Meerschweinchen: Das Gehege muss je nach Größe und Tieranzahl alle zwei bis vier Tage teilgereinigt und wöchentlich komplett ausgemistet werden. Urinecken sind täglich zu säubern.
- Hamster: Hier gilt eine Besonderheit – Hamster markieren ihr Revier über Duftmarken. Ein vollständiges Ausmisten sollte daher seltener erfolgen (alle zwei bis drei Wochen), während Toilettenecken und Futterlager regelmäßig kontrolliert werden.
- Hühner und Geflügel: Kotbretter unter Sitzstangen sollten täglich gesäubert, die gesamte Einstreu im Stall alle ein bis zwei Wochen gewechselt werden.
- Reptilien: Je nach Terrarientyp und Bodengrund variiert der Rhythmus stark. Kot ist täglich zu entfernen, ein vollständiger Substratwechsel erfolgt tierartabhängig.
Grundvoraussetzung für effizientes Ausmisten ist das passende Werkzeug: Mistgabel, Schaufel, Besen, Eimer, Schubkarre (bei Großtieren), Handschaufel und Handbesen (bei Kleintieren) sowie geeignete Desinfektionsmittel, die für die jeweilige Tierart unbedenklich sind.
Praktische Umsetzung
Ein durchdachter Ablauf spart Zeit und sorgt für gründliche Ergebnisse. Folgende Schritte haben sich in der Praxis bewährt:
- Tier sichern: Vor dem Ausmisten das Tier in einen sicheren Auslauf, ein Ersatzgehege oder eine Transportbox setzen. Bei Pferden kann das Tier angebunden oder auf die Koppel gebracht werden. Diesen Zeitraum kann man gleichzeitig als Beschäftigung nutzen – etwa durch Freilauf oder Futterspiele.
- Grobe Reinigung: Verschmutzte Einstreu, Kot und Futterreste vollständig entfernen. Bei Teilreinigungen nur die betroffenen Stellen austauschen und saubere Einstreu belassen.
- Gründliche Reinigung: Bei Komplettreinigungen den Boden des Geheges, Käfigs oder der Box mit heißem Wasser abwaschen. Näpfe, Tränken und Einrichtungsgegenstände separat reinigen.
- Desinfektion: In regelmäßigen Abständen – etwa bei jeder zweiten bis vierten Komplettreinigung oder bei Krankheitsfällen – sollte eine Desinfektion erfolgen. Wichtig: Nur tierverträgliche Mittel verwenden und alles gut abtrocknen lassen, bevor neue Einstreu eingebracht wird.
- Frisch einstreuen: Ausreichend saubere Einstreu einbringen. Die Schichtdicke richtet sich nach der Tierart – grabende Tiere wie Hamster benötigen eine deutlich dickere Schicht als beispielsweise Hühner.
- Einrichtung zurückstellen: Häuschen, Futternäpfe, Heuraufen und Beschäftigungsmaterial wieder einräumen. Gelegentlich die Anordnung variieren, um für geistige Anregung zu sorgen.
Häufige Fehler
Auch erfahrene Tierhalter unterlaufen beim Ausmisten immer wieder Fehler, die das Wohlbefinden der Tiere beeinträchtigen können:
- Zu seltenes Ausmisten: Der häufigste und gravierendste Fehler. Viele Halter unterschätzen, wie schnell sich Ammoniak bildet – Menschen nehmen den Geruch oft erst wahr, wenn die Konzentration für Tiere bereits gesundheitsschädlich ist.
- Zu gründliches Ausmisten bei revierbezogenen Arten: Bei Hamstern, manchen Reptilien und anderen revierbewussten Tieren kann ein kompletter Einstreuwechsel enormen Stress verursachen. Hier sollte immer ein Teil der alten, sauberen Einstreu im Gehege verbleiben.
- Verwendung aggressiver Reinigungsmittel: Chlorhaltige oder stark parfümierte Reiniger können die Atemwege reizen und sind für viele Tierarten gefährlich. Essigwasser oder spezielle tierverträgliche Desinfektionsmittel sind die bessere Wahl.
- Feuchte Einstreu einbringen: Wird der Untergrund nach dem Wischen nicht vollständig getrocknet, schimmelt die frische Einstreu schnell und bildet einen idealen Nährboden für Krankheitserreger.
- Ungeeignete Einstreu verwenden: Nadelholzspäne aus Zedernholz oder Kiefer sind für viele Kleintiere durch ätherische Öle schädlich. Zeitungspapier allein sau