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Entflohen

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Definition & Überblick

Unter Entflohen versteht man die gezielte Behandlung von Haustieren gegen einen Befall mit Flöhen (Siphonaptera). Flöhe sind flügellose, blutsaugende Parasiten, die sich im Fell von Hunden, Katzen, Kaninchen und anderen Heimtieren einnisten. Ein einziger Floh kann täglich bis zu 50 Eier legen, weshalb sich ein Befall ohne konsequente Gegenmaßnahmen innerhalb weniger Tage zu einer massiven Plage entwickelt. Die Entflohung gehört zur regelmäßigen Pflege und Hygiene in der artgerechten Tierhaltung und dient sowohl dem Wohlbefinden des Tieres als auch dem Schutz der menschlichen Mitbewohner. Flöhe übertragen unter anderem den Gurkenkernbandwurm, können allergische Dermatitis auslösen und bei starkem Befall besonders bei Jungtieren zu Blutarmut führen.

Die Entflohung umfasst dabei nicht nur die Behandlung des Tieres selbst, sondern immer auch die Umgebungsbehandlung – also das Reinigen von Schlafplätzen, Gehege, Kratzbaum, Teppichen und Polstermöbeln. Denn rund 95 Prozent der Flohpopulation befinden sich nicht auf dem Tier, sondern in der Umgebung in Form von Eiern, Larven und Puppen.

Grundlagen & Voraussetzungen

Bevor eine Entflohung durchgeführt wird, sollte der Befall sicher festgestellt werden. Ein zuverlässiges Mittel ist der Flohkammtest: Kämmen Sie das Tier mit einem feinzinkigen Flohkamm und streichen Sie die aufgefangenen Partikel auf ein feuchtes, weißes Tuch. Verfärben sich die dunklen Krümel rötlich-braun, handelt es sich um Flohkot – und damit um einen sicheren Befallsnachweis.

Für eine wirksame Entflohung sind folgende Grundlagen wichtig:

  • Tierart und Gewicht: Präparate sind streng nach Tierart und Körpergewicht dosiert. Permethrin-haltige Mittel für Hunde sind für Katzen lebensgefährlich.
  • Alter des Tieres: Welpen, Kitten und trächtige Tiere dürfen nur mit ausgewählten Wirkstoffen behandelt werden.
  • Gesundheitszustand: Kranke, immungeschwächte oder sehr alte Tiere benötigen eine tierärztliche Beratung vor der Behandlung.
  • Alle Tiere im Haushalt behandeln: Auch Tiere ohne sichtbaren Befall müssen mitbehandelt werden, da sie stille Träger sein können.

Praktische Umsetzung

Die Entflohung erfolgt in der Regel mit zugelassenen Antiparasitika, die in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich sind:

  • Spot-on-Präparate: Flüssigkeit, die im Nackenbereich auf die Haut aufgetragen wird. Der Wirkstoff verteilt sich über den Talgfilm der Haut und wirkt vier bis sechs Wochen. Gängige Wirkstoffe sind Fipronil, Imidacloprid oder Selamectin.
  • Tabletten: Orale Präparate wie Fluralaner oder Spinosad wirken systemisch über das Blut und töten Flöhe nach dem Stich innerhalb weniger Stunden ab.
  • Halsbänder: Wirkstoffhalsbänder geben über Monate kontinuierlich Repellentien oder Insektizide ab.
  • Sprays und Shampoos: Eignen sich zur akuten Erstbehandlung, haben jedoch meist nur eine kurze Wirkdauer.

Ebenso entscheidend ist die Umgebungsbehandlung: Saugen Sie alle Teppiche, Polster und Ritzen gründlich ab und entsorgen Sie den Staubsaugerbeutel sofort. Waschen Sie Decken, Kissen und Bezüge der Schlafplätze bei mindestens 60 °C. Für das Gehege von Kleintieren wie Kaninchen oder Meerschweinchen gilt: Einstreu komplett austauschen und die Einrichtung mit heißem Wasser abwaschen. Bei starkem Befall kann ein Umgebungsspray mit Insektenwachstumsregulatoren (z. B. Methopren) eingesetzt werden, das die Entwicklung von Floheiern und Larven über Monate unterbindet.

Da Flohpuppen in ihrer Hülle mehrere Monate überdauern und gegen nahezu alle Wirkstoffe resistent sind, muss die Behandlung des Tieres über mindestens drei Monate konsequent fortgeführt werden, um den gesamten Entwicklungszyklus zu durchbrechen.

Häufige Fehler

  • Einmalige Behandlung: Der häufigste Fehler ist, die Entflohung nach einer einzigen Anwendung abzubrechen. Nachschlüpfende Flöhe aus Puppen sorgen dann binnen Wochen für einen erneuten Befall.
  • Falsche Dosierung: Unter- oder Überdosierung mindert die Wirksamkeit oder gefährdet die Gesundheit des Tieres.
  • Katzenpräparate beim Hund und umgekehrt: Niemals Präparate verschiedener Tierarten vertauschen – insbesondere Permethrin ist für Katzen hochgiftig.
  • Umgebung nicht mitbehandeln: Wer nur das Tier behandelt, aber Schlafplatz und Auslaufbereiche ignoriert, bekämpft weniger als fünf Prozent der Flohpopulation.
  • Hausmittel als alleinige Lösung: Kokosöl, Teebaumöl oder Knoblauch haben keine nachgewiesene Wirksamkeit gegen Flöhe und können für bestimmte Tierarten sogar toxisch sein.
  • Zu langes Warten: Je länger ein Befall unbehandelt bleibt, desto größer wird die Umgebungskontamination und desto aufwändiger wird die Bekämpfung.

Tipps für Anfänger

  • Lassen Sie sich beim ersten Flohbefall von einem Tierarzt beraten. Er kann ein passendes Präparat empfehlen und gleichzeitig eine Entwurmung veranlassen, da Flöhe Bandwürmer übertragen.
  • Nutzen Sie den