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Babirusa

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Babyrousa (Gattung mit mehreren Arten, u. a. Babyrousa babyrussa, Babyrousa celebensis, Babyrousa togeanensis)
  • Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
  • Unterordnung: Schweineartige (Suina)
  • Familie: Echte Schweine (Suidae)
  • Gattung: Babyrousa
  • Lebensraum: Tropische Regenwälder, Sumpfgebiete und Flussufer auf der indonesischen Insel Sulawesi und umliegenden Inseln
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 85–110 cm, Schulterhöhe ca. 65–80 cm
  • Gewicht: 60–100 kg
  • Lebenserwartung: Bis zu 24 Jahre in Gefangenschaft, in freier Wildbahn vermutlich deutlich kürzer

Aussehen & Merkmale

Die Babirusa – im Deutschen auch als Hirscheber bezeichnet – gehört zu den ungewöhnlichsten Vertretern der Familie der Echten Schweine. Der auffälligste Körperbau-Unterschied zu anderen Schweinearten sind die Hauer der Männchen. Während die unteren Eckzähne wie bei vielen Suiden nach oben und seitlich wachsen, durchbrechen die oberen Eckzähne beim männlichen Tier die Oberseite des Rüssels und wachsen in einem Bogen nach hinten in Richtung Stirn. Sie können eine Länge von über 30 cm erreichen. Bei sehr alten Männchen biegen sich diese Hauer gelegentlich so weit, dass sie in den Schädel einwachsen können.

Das Fell der Babirusa ist auffallend dünn und spärlich. Je nach Art variiert die Behaarung: Babyrousa babyrussa von den nördlichen Molukken-Inseln Buru und den Sula-Inseln ist nahezu nackt und zeigt eine graue bis gelblich-weiße Haut, während Babyrousa celebensis von Sulawesi etwas dichter und dunkler behaart ist. Die Körperform ist insgesamt schlanker als bei den meisten anderen Schweinearten. Der Kopf ist verhältnismäßig klein, die Beine lang und dünn. Der Rüssel ist kürzer als bei europäischen Wildschweinen. Ein Ringelschwanz fehlt – der Schwanz ist gerade und mit einem kleinen Büschel Haare versehen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Babirusa beschränkt sich auf die indonesische Insel Sulawesi sowie einige vorgelagerte Inseln, darunter die Togian-Inseln, Buru und die Sula-Inseln. Damit ist die Gattung ein endemischer Bewohner der Wallacea-Region, jener biogeographischen Übergangszone zwischen der asiatischen und der australischen Fauna.

Als bevorzugtes Habitat dienen tropische Tieflandregenwälder, insbesondere in Flussnähe und an Sumpfrändern. Die Tiere nutzen dichte Vegetation als Deckung und halten sich häufig in der Nähe von Gewässern, Mineralquellen und Salzlecken auf. In höheren Lagen – etwa in Bergregenwäldern über 1.000 Metern – kommen Babirusas nur selten vor. Die zunehmende Rodung des Regenwaldes für Landwirtschaft und Palmölplantagen reduziert das verfügbare Biotop kontinuierlich.

Ernährung

Babirusas sind Allesfresser mit einem Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost. Sie ernähren sich von Blättern, Früchten, Pilzen, Wurzeln und Rinde. Im Gegensatz zu vielen anderen Schweinearten wühlen sie weniger intensiv im Boden, was mit ihrem vergleichsweise schwach ausgeprägten Rüssel zusammenhängt. Stattdessen suchen sie ihre Nahrung überwiegend auf dem Waldboden und an niedrig hängenden Zweigen. Gelegentlich nehmen sie auch tierische Nahrung wie Insektenlarven oder kleine Wirbeltiere auf. Mineralische Salzlecken spielen eine wichtige Rolle in der Ernährung: Babirusas suchen gezielt Stellen auf, an denen mineralreiches Wasser austritt, und nehmen dort Mineralstoffe auf, die in der pflanzlichen Nahrung fehlen.

Verhalten & Lebensweise

Über das Verhalten wildlebender Babirusas ist im Vergleich zu vielen anderen Suiden relativ wenig bekannt, da sie in schwer zugänglichen Regenwaldgebieten leben. Beobachtungen deuten darauf hin, dass die Tiere überwiegend tagaktiv sind, wobei sie in Gebieten mit menschlicher Störung dazu tendieren, ihre Aktivitäten in die Dämmerung zu verlagern.

Weibchen leben häufig in kleinen Gruppen von bis zu acht Tieren, oft gemeinsam mit ihrem Nachwuchs. Erwachsene Männchen sind dagegen meist Einzelgänger und suchen die Nähe der Weibchen vorwiegend zur Paarungszeit. An Salzlecken und Suhlen kommt es zu größeren Zusammenkünften, bei denen auch mehrere Männchen gleichzeitig anwesend sein können. In solchen Situationen sind Rangkämpfe zwischen den Männchen zu beobachten: Die Kontrahenten stellen sich auf die Hinterbeine und versuchen, den Gegner mit den unteren Hauern zu verletzen. Die oberen, durch den Rüssel gewachsenen Hauer dienen dabei vermutlich als eine Art Schutzschild, das die Schläge des Gegners abfängt – eine unter Biologen allerdings nicht unumstrittene Hypothese.

Die Tiere sind gute Schwimmer. Es gibt Hinweise darauf, dass Babirusas Meerengen zwischen Inseln durchschwimmen, was die Besiedlung einiger kleinerer Inseln erklären könnte.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung der Babirusa unterscheidet sich in einem zentralen Punkt von der anderer Schweine: Die Wurfgröße ist mit nur ein bis zwei Jungtieren sehr gering. Andere Suiden bringen häufig sechs oder mehr Ferkel zur Welt. Die Tragzeit beträgt etwa 155 bis 158 Tage. Die Neugeborenen wiegen rund 380 bis 1.050 Gramm und sind – anders als Wildschweinfrischlinge – nicht gestreift, sondern gleichmäßig gefärbt. Sie werden etwa sechs bis acht Monate gesäugt und