Borneo-Katze
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Catopuma badia
- Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
- Familie: Katzen (Felidae)
- Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)
- Gattung: Catopuma
- Lebensraum: Tropische Regenwälder auf Borneo
- Größe: Kopf-Rumpf-Länge ca. 50–67 cm, Schwanzlänge ca. 32–39 cm
- Gewicht: 2,3–4,5 kg
- Lebenserwartung: In freier Wildbahn unbekannt; in Gefangenschaft bis etwa 15 Jahre (geschätzt)
Aussehen & Merkmale
Die Borneo-Katze, auch als Borneo-Goldkatze oder Bay Cat bezeichnet, gehört zu den am wenigsten erforschten Wildkatzenarten der Erde. Sie ist eine kleine, schlanke Katze mit langgestrecktem Körperbau und vergleichsweise kurzem, gerundetem Kopf. Die Ohren sind klein und abgerundet.
Das Fell tritt in zwei Farbvarianten auf: Die häufigere Form zeigt ein kräftiges kastanienbraunes bis mahagonifarbenes Fell, während eine seltenere graue Morphe vorkommt. Die Unterseite ist etwas heller als die Oberseite. An der Stirn und den Wangen verlaufen zwei dunkle Streifen, und ein heller Streifen zieht sich über die Innenseite der Augen. Die Schwanzunterseite wird zur Spitze hin heller und weist an der Spitze selbst einen kleinen weißen Fleck auf. Das Fell ist insgesamt kurz und dicht, typisch für eine in tropischem Klima lebende Art.
Die Borneo-Katze ähnelt in ihrer Körperform der Asiatischen Goldkatze (Catopuma temminckii), ihrer nächsten Verwandten innerhalb der Gattung Catopuma. Sie ist jedoch deutlich kleiner und zierlicher als diese. Genetische Analysen zeigen, dass sich die beiden Arten vor etwa vier bis fünf Millionen Jahren voneinander getrennt haben, vermutlich als Borneo durch steigende Meeresspiegel vom asiatischen Festland isoliert wurde.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Borneo-Katze beschränkt sich ausschließlich auf die Insel Borneo und erstreckt sich über Teile der drei Staaten Malaysia (Sarawak und Sabah), Indonesien (Kalimantan) und Brunei. Die Art ist damit ein Endemit Borneos – sie kommt nirgendwo sonst auf der Welt vor.
Ihr bevorzugtes Habitat sind dichte tropische Tieflandregenwälder, doch es gibt vereinzelte Nachweise auch aus Bergwäldern bis etwa 900 Meter Höhe, aus Sumpfwäldern und aus Gebieten in der Nähe von Flussufern. Die wenigen verfügbaren Daten deuten darauf hin, dass die Art primär auf intakte Waldgebiete angewiesen ist und degradierte oder fragmentierte Lebensräume meidet. Kamerafallen-Aufnahmen stammen ganz überwiegend aus geschlossenen Waldbeständen abseits menschlicher Siedlungen.
Ernährung
Über die Nahrung der Borneo-Katze in freier Wildbahn liegen kaum gesicherte Daten vor. Anhand ihrer Körpergröße, ihres Gebisses und der wenigen Beobachtungen wird angenommen, dass sie sich hauptsächlich von kleinen Wirbeltieren ernährt. Dazu zählen vermutlich Nagetiere, kleine Vögel, Eidechsen und Frösche. Gelegentlich dürften auch Aas, Insekten und kleinere Primaten zum Nahrungsspektrum gehören. Eine ältere Beobachtung eines gefangenen Tieres beschreibt, dass es Geflügel erbeutete, was auf eine aktive Jagdstrategie hindeutet. Der lange Schwanz und der schlanke Körperbau sprechen für eine gewisse Gewandtheit im Unterholz und möglicherweise auch im Geäst.
Verhalten & Lebensweise
Die Borneo-Katze gilt als überwiegend nachtaktiv und dämmerungsaktiv. Die Mehrzahl der Kamerafallen-Aufnahmen entstand in den Nachtstunden oder in der Morgen- und Abenddämmerung, es gibt jedoch auch einzelne Aufnahmen bei Tageslicht. Die Art lebt offenbar einzelgängerisch und bodenbewohnend, wobei ein gewisses Klettervermögen nicht ausgeschlossen wird.
Über Revierverhalten, Sozialstruktur und Kommunikation ist so gut wie nichts bekannt. Aufgrund der extrem geringen Nachweisrate – selbst in groß angelegten Kamerafallen-Studien taucht die Art nur sehr selten auf – wird vermutet, dass die Borneo-Katze in niedrigen Populationsdichten vorkommt und große Streifgebiete nutzt. Sie gehört damit zu den seltensten und geheimnisvollsten Katzenarten überhaupt.
Fortpflanzung & Aufzucht
Zur Fortpflanzung der Borneo-Katze existieren praktisch keine Freilanddaten. Das wenige Wissen stammt von einzelnen Tieren, die in Gefangenschaft gehalten wurden. Ein Weibchen im Sarawak Museum brachte ein einzelnes Jungtier zur Welt, was auf eine geringe Wurfgröße hindeutet – vergleichbar mit anderen kleinen Wildkatzenarten. Die Tragzeit wird auf etwa 70 bis 75 Tage geschätzt, sichere Angaben fehlen jedoch.
Über die Aufzucht, die Entwicklung der Jungtiere und das Alter bei Geschlechtsreife ist nichts Gesichertes bekannt. Es wird angenommen, dass sich die Borneo-Katze in diesen Punkten ähnlich verhält wie die verwandte Asiatische Goldkatze, bei der die Jungtiere nach einigen Monaten selbstständig werden.
Bedrohung & Schutzstatus
Die Borneo-Katze wird auf der Roten Liste der IUCN als stark gefährdet (Endangered) eingestuft. Die Hauptbedrohung ist der fortschreitende Verlust ihres Lebensraums durch großflächige Abholzung der Regenwälder Borneos, insbesondere für den Anbau von Ölpalmen und die kommerzielle Holzwirtschaft. Borneo hat in den vergangenen Jahrzehnten einen erheblichen Teil seiner Primärwaldfläche verloren – genau das Habitat, auf das diese Art angewiesen zu sein scheint.
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