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Baumskorpion

B

Tierart – Spinnentiere > Skorpione

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Isometrus maculatus (häufigste Art); Gattung Isometrus
  • Ordnung: Skorpione (Scorpiones)
  • Familie: Buthidae
  • Gattung: Isometrus
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder, Plantagen, Gärten; baum- und rindenbewohnend
  • Größe: 4–8 cm Körperlänge (je nach Art)
  • Gewicht: ca. 2–5 g
  • Lebenserwartung: 3–5 Jahre

Aussehen & Merkmale

Baumskorpione sind vergleichsweise schlanke, langgliedrige Skorpione. Der Körper gliedert sich – wie bei allen Skorpionen – in das Prosoma (Vorderleib) und das Opisthosoma (Hinterleib), dessen hinterer Abschnitt den charakteristischen, fünfgliedrigen Metasoma-Schwanz mit dem Giftstachel (Telson) bildet. Die Pedipalpen, also die als Scheren ausgebildeten Taster, sind bei Baumskorpionen auffallend schlank und lang, was sie von den kräftig gebauten Wüstenskorpionen unterscheidet. Die acht Laufbeine sind dünn und enden in kleinen Krallen, die hervorragend an das Klettern auf Baumrinde und Blättern angepasst sind.

Die Körperfärbung variiert je nach Art zwischen gelbbraun, rotbraun und dunkelbraun. Viele Vertreter tragen eine unregelmäßige dunkle Fleckenzeichnung auf dem Rücken und den Pedipalpen, was ihnen auf Baumrinde eine wirksame Tarnung verleiht. Isometrus maculatus, der Gefleckte Baumskorpion, verdankt seinen Artnamen genau dieser Musterung. Die Cuticula (äußere Körperhülle) ist weniger stark sklerotisiert als bei bodenbewohnenden Arten und zeigt – wie bei allen Skorpionen – unter UV-Licht eine intensive blaugrüne Fluoreszenz.

Lebensraum & Verbreitung

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Gattung Isometrus liegt in Süd- und Südostasien sowie in Teilen Ostafrikas. Isometrus maculatus gilt als eine der am weitesten verschleppten Skorpionarten weltweit: Durch den internationalen Warenhandel – insbesondere über den Transport von Tropenhölzern, Früchten und Pflanzen – hat sich die Art in nahezu alle tropischen Regionen ausgebreitet. Stabile Populationen existieren heute auch in Mittelamerika, auf karibischen Inseln, in Nordaustralien und auf zahlreichen Pazifikinseln.

Das bevorzugte Habitat sind feuchte bis mäßig trockene Wälder mit ausreichend Baumbestand. Baumskorpione besiedeln Rindenspalten, lose Borke, Blattachseln von Palmen und Bananenstauden, Hohlräume in morschem Holz sowie Bromelien-Trichter. In menschlichen Siedlungen finden sie sich regelmäßig an Hauswänden, unter Dachziegeln, in Holzstapeln und gelegentlich in Wohngebäuden. Diese Nähe zum Menschen macht sie in manchen Regionen zur häufigsten synanthropen Skorpionart – also zu einer Art, die bevorzugt in der unmittelbaren Umgebung menschlicher Behausungen lebt.

Ernährung

Baumskorpione sind ausschließlich karnivor. Ihre Beute besteht überwiegend aus kleinen Arthropoden: Grillen, Schaben, Motten, Spinnen, Asseln und andere Gliederfüßer. Sie jagen als Lauerjäger, indem sie reglos auf Baumrinde oder an Wänden verharren und vorbeilaufende Beutetiere mit einem schnellen Zugriff der Pedipalpen ergreifen. Größere oder wehrhafte Beute wird zusätzlich mit dem Giftstachel immobilisiert. Die Verdauung erfolgt extraintestinal: Die Cheliceren (Kieferklauen) zerkleinern die Nahrung, während Verdauungsenzyme die Beute vorverdauen. Der entstandene Nahrungsbrei wird anschließend aufgesaugt.

Verhalten & Lebensweise

Baumskorpione sind streng nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich in Rindenspalten, unter loser Borke oder in ähnlichen Verstecken. Nach Einbruch der Dunkelheit verlassen sie ihre Ruheplätze und beginnen mit der Nahrungssuche. Sie sind Einzelgänger, die kein Revier im engeren Sinne verteidigen, aber ein festes Tagesversteck über längere Zeiträume nutzen können. Bei Begegnungen mit Artgenossen außerhalb der Fortpflanzungszeit reagieren sie häufig aggressiv, wobei es zu ritualisierten Drohgebärden mit erhobenem Schwanz und gespreizten Scheren kommt.

Trotz ihrer Zugehörigkeit zur Familie Buthidae, die einige der giftigsten Skorpionarten der Welt umfasst, ist der Stich von Isometrus maculatus für gesunde erwachsene Menschen medizinisch unbedeutend. Die Giftwirkung ist vergleichbar mit einem Bienen- oder Wespenstich: lokaler Schmerz, leichte Schwellung und gelegentliches Taubheitsgefühl, die in der Regel innerhalb weniger Stunden abklingen. Allergische Reaktionen sind selten, aber nicht ausgeschlossen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung folgt dem für Skorpione typischen Muster. Die Balz, auch als „Promenade à deux" bezeichnet, beginnt damit, dass das Männchen das Weibchen an den Scheren ergreift und in einem rituellen Tanz über das Substrat führt. Dabei setzt das Männchen eine Spermatophore (Samenpaket) auf dem Untergrund ab und manövriert das Weibchen darüber, sodass sie das Paket mit ihrer Geschlechtsöffnung aufnehmen kann.

Die Tragzeit beträgt je nach Umgebungstemperatur und Nahrungsverfügbarkeit zwischen drei und neun Monaten. Baumskorpione sind – wie alle Skorpione – lebendgebärend (vivipar). Ein Wurf umfasst in der Regel 15 bis 35 Jungtiere, die als sogenannte Pullus unmittelbar nach der Geburt auf den Rücken der Mutter klettern. Dort verbleiben sie bis zur