Bergzebra
BTierart – Säugetiere > Huftiere – Pferde (wild)
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Equus zebra
- Ordnung: Unpaarhufer (Perissodactyla)
- Familie: Pferde (Equidae)
- Gattung: Equus
- Unterarten: Hartmann-Bergzebra (Equus zebra hartmannae), Kap-Bergzebra (Equus zebra zebra)
- Lebensraum: Gebirgsregionen, felsige Hänge und Hochplateaus im südlichen Afrika
- Größe: Kopf-Rumpf-Länge 210–260 cm, Schulterhöhe 116–150 cm
- Gewicht: 240–380 kg
- Lebenserwartung: ca. 20–25 Jahre in freier Wildbahn, bis 30 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Das Bergzebra ist die kleinste der drei heute lebenden Zebraarten und unterscheidet sich in mehreren Merkmalen deutlich vom Steppenzebra (Equus quagga) und dem Grevyzebra (Equus grevyi). Auffällig ist die sogenannte Wamme – eine längliche Hautfalte an der Unterseite des Halses, die bei keiner anderen Zebraart vorkommt. Der Körperbau wirkt insgesamt kompakt und kräftig, mit einem relativ kurzen Rücken und stämmigen Gliedmaßen. Die Hufe sind hart und schmal, was dem Tier auf felsigem Untergrund sicheren Halt gibt.
Das Fell zeigt das für Zebras typische schwarz-weiße Streifenmuster. Beim Bergzebra sind die Streifen am Rumpf breiter und enger beieinanderliegend als beim Steppenzebra. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal: Die Streifen reichen nicht bis zur Bauchunterseite, sodass der Bauch überwiegend weiß bleibt. Auf der Kruppe bilden die Streifen ein charakteristisches, gitterartiges Muster aus breiten horizontalen Linien. Die Mähne steht aufrecht und ist kurz geschnitten. Der Schwanz endet in einer dunklen Quaste.
Zwischen den beiden Unterarten bestehen Größenunterschiede: Das Hartmann-Bergzebra ist mit einer Schulterhöhe von bis zu 150 cm und einem Gewicht bis 380 kg deutlich größer als das Kap-Bergzebra, das nur etwa 116–128 cm Schulterhöhe erreicht und rund 240–260 kg wiegt.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Bergzebras beschränkt sich auf das südliche und südwestliche Afrika. Das Kap-Bergzebra kommt ausschließlich in der südafrikanischen Kapregion vor, vor allem im Mountain Zebra National Park und einigen angrenzenden Schutzgebieten in der Provinz Ostkap. Das Hartmann-Bergzebra besiedelt ein größeres Areal entlang der Randstufe Namibias, vom Süden des Landes bis nach Südwest-Angola.
Das bevorzugte Habitat sind bergige Landschaften mit steinigem Untergrund, Geröllhalden, steile Hänge und Hochplateaus in Höhenlagen zwischen 800 und 2.000 Metern. Offene Graslandschaften mit vereinzeltem Buschwerk im Übergang zu Halbwüsten gehören ebenfalls zum Biotop. Entscheidend für die Standortwahl sind die Verfügbarkeit von Wasser und ausreichend Weideflächen. Im Gegensatz zum Steppenzebra meidet das Bergzebra ebene Savannen und dicht bewachsene Gebiete.
Ernährung
Bergzebras sind Pflanzenfresser mit einer überwiegend auf Gräser ausgerichteten Ernährung. Sie bevorzugen frische, nährstoffreiche Grasarten, fressen aber in der Trockenzeit auch trockenes Gras, Kräuter, Blätter und Rinde von Sträuchern. Im Vergleich zu Steppenzebras sind sie stärker auf regelmäßigen Zugang zu Trinkwasser angewiesen und entfernen sich selten weiter als 10–15 Kilometer von einer Wasserquelle. In Trockenperioden graben Bergzebras mit den Hufen im sandigen Boden nach Grundwasser – eine Verhaltensweise, von der auch andere Tierarten profitieren.
Verhalten & Lebensweise
Bergzebras leben in kleinen Familiengruppen, die aus einem Hengst, ein bis fünf Stuten und deren Jungtieren bestehen. Diese Herden sind stabil und bleiben oft über Jahre hinweg zusammen. Die Rangordnung unter den Stuten ist linear und wird durch die Reihenfolge ihres Eintritts in die Gruppe bestimmt. Junggesellenhengste, die noch keine eigene Gruppe führen, schließen sich zu losen Junggesellenverbänden zusammen.
Die Tiere sind vorwiegend tagaktiv und verbringen den Großteil des Tages mit Fressen und Wanderungen zwischen Weide- und Wasserstellen. In der Mittagshitze ruhen sie häufig im Schatten von Felsen oder Büschen. Bergzebras legen saisonale Wanderungen zurück, wobei sie sich in der Trockenzeit in tiefere Lagen begeben und zur Regenzeit wieder in höhere Regionen aufsteigen. Die Streifgebiete können je nach Nahrungsverfügbarkeit zwischen 5 und 20 Quadratkilometern umfassen. Hengste markieren ihr Revier mit Kot und Urin an festen Stellen.
Zur gegenseitigen Fellpflege stehen zwei Tiere häufig parallel, Kopf an Kruppe, und beknabbern sich gegenseitig – ein typisches Sozialverhalten bei Equiden. Die Kommunikation erfolgt über verschiedene Lautäußerungen, darunter Schnauben, Wiehern und ein nasales Kontaktrufen, sowie über Körpersprache wie Ohrenstellung und Schwanzhaltung.
Fortpflanzung & Aufzucht
Bergzebras haben keine feste Paarungszeit, die meisten Geburten fallen jedoch in die Regenzeit zwischen November und April, wenn das Nahrungsangebot am größten ist. Die Tragzeit beträgt etwa 360–365 Tage. In der Regel wird ein einzelnes Fohlen geboren, Zwillingsgeburten sind extrem selten.
Das Fohlen kann innerhalb weniger Stunden nach der Geburt stehen und der Herde folgen. In den ersten Tagen hält die Mutter andere Herdenmitglieder aktiv auf Abstand, damit sich das Fohlen ihre individu