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Quagga

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Tierart – Säugetiere > Huftiere – Pferde (wild)

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Equus quagga quagga
  • Ordnung: Unpaarhufer (Perissodactyla)
  • Familie: Pferde (Equidae)
  • Gattung: Equus
  • Lebensraum: Offene Graslandschaften und Halbwüsten im südlichen Afrika
  • Größe: Schulterhöhe ca. 125–135 cm
  • Gewicht: Geschätzt 250–350 kg
  • Lebenserwartung: Vermutlich 20–25 Jahre (vergleichbar mit anderen Steppenzebras)
  • Status: Ausgestorben seit 1883

Aussehen & Merkmale

Das Quagga unterschied sich äußerlich deutlich von anderen Zebras, obwohl es taxonomisch als Unterart des Steppenzebras (Equus quagga) eingestuft wird. Sein auffälligstes Merkmal war die nur teilweise vorhandene Streifung: Kopf, Hals und Vorderkörper trugen braun-weiße Streifen, die zum Rumpf hin verblassten und schließlich in eine einheitlich braune Fellfärbung übergingen. Die Beine waren überwiegend weiß bis cremefarben und streifenlos. Die Mähne war gestreift und aufrecht stehend, ähnlich wie bei anderen Zebraarten.

Der Körperbau entsprach dem typischer Equiden: kräftig, kompakt, mit langen Beinen und harten Hufen, die als Anpassung an festen Untergrund dienten. Der Schwanz war an der Spitze dunkel behaart. Insgesamt wirkte das Quagga weniger kontrastreich als das Burchell-Zebra oder das Bergzebra und ähnelte auf den ersten Blick eher einem braunen Wildpferd mit Zebrazeichnung im vorderen Körperbereich.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Quaggas beschränkte sich auf die Karoo-Halbwüste und die Grasebenen der südafrikanischen Kapprovinz sowie den südlichen Oranje-Freistaat. Sein Habitat umfasste trockene, offene Graslandschaften und Buschsteppen mit spärlicher Vegetation. Im Gegensatz zum weiter nördlich verbreiteten Steppenzebra bewohnte das Quagga ein vergleichsweise kleines und klimatisch spezialisiertes Gebiet.

Das Biotop war geprägt von saisonalen Niederschlägen, die das Nahrungsangebot bestimmten. Das Quagga teilte seinen Lebensraum mit anderen großen Pflanzenfressern wie dem Springbock, dem Blessbock und dem Streifengnu. Historische Berichte europäischer Siedler und Reisender beschreiben große Herden, die gemeinsam mit diesen Arten über die Ebenen zogen.

Ernährung

Als reiner Pflanzenfresser ernährte sich das Quagga überwiegend von Gräsern. Wie andere Zebras war es ein sogenannter Grazer, der vorwiegend kurze und mittellange Grasarten abweidete. Die kräftigen Schneidezähne und die hochkronigen Backenzähne – typisch für die Gattung Equus – ermöglichten das effiziente Zerkleinern auch harter, faserreicher Grashalme.

Zebras gelten allgemein als weniger selektive Fresser als etwa Antilopen und können auch qualitativ minderwertiges Futter verwerten. Diese Eigenschaft dürfte dem Quagga in den kargen Halbwüstenregionen seines Verbreitungsgebiets zugutegekommen sein. Regelmäßiger Zugang zu Trinkwasser war notwendig, weshalb die Herden vermutlich saisonale Wanderungen entlang von Wasserquellen unternahmen.

Verhalten & Lebensweise

Über das Sozialverhalten des Quaggas ist aufgrund seines frühen Aussterbens nur wenig aus direkter Beobachtung bekannt. Es wird jedoch angenommen, dass es dem Verhalten anderer Steppenzebra-Unterarten weitgehend ähnelte. Demnach lebten Quaggas in kleinen Familienverbänden, die aus einem Hengst, mehreren Stuten und deren Fohlen bestanden. Mehrere Familiengruppen schlossen sich zu größeren Herden zusammen, die über die Grasebenen zogen.

Die Tiere waren vorwiegend tagaktiv und verbrachten einen großen Teil des Tages mit Nahrungsaufnahme. Wie andere Zebras dürften sie ein ausgeprägtes Wachverhalten gezeigt haben: Einzelne Tiere übernahmen die Rolle des Wächters, während der Rest der Herde graste oder ruhte. Gegenüber Raubtieren wie dem Kaplöwen stellte die Herde den wichtigsten Schutz dar. Flucht war die primäre Verteidigungsstrategie, wobei Zebras Geschwindigkeiten von über 50 km/h erreichen können.

Fortpflanzung & Aufzucht

Konkrete Daten zur Fortpflanzung des Quaggas existieren kaum. Extrapoliert man von anderen Steppenzebra-Unterarten, dürfte die Tragzeit etwa zwölf Monate betragen haben. Stuten brachten in der Regel ein einzelnes Fohlen zur Welt, das bei der Geburt bereits relativ weit entwickelt war und innerhalb weniger Stunden stehen und laufen konnte – ein typisches Merkmal von Fluchttieren.

Die Fohlen wurden mehrere Monate gesäugt und blieben über einen längeren Zeitraum eng an die Mutter gebunden. Junge Hengste verließen die Familiengruppe im Alter von etwa ein bis drei Jahren und schlossen sich zunächst Junggesellengruppen an, bevor sie eine eigene Harem-Gruppe zu bilden versuchten.

Bedrohung & Schutzstatus

Das Quagga ist seit 1883 ausgestorben. Die letzte bekannte Quagga-Stute starb am 12. August 1883 im Artis-Zoo in Amsterdam. Die Art wurde von der IUCN als ausgestorben (Extinct) eingestuft.

Die Ursachen für das Aussterben waren ausschließlich menschlichen Ursprungs. Europäische Siedler bejagten das Quagga intensiv wegen seines Fleisches und seines Fells. Darüber hinaus wurde es als Nahrungskonkurrent für das Weidevieh der Farmer betrachtet und systematisch dezimiert. Die Umwandlung natürlicher Graslandschaften in landwirtschaftliche Nutzflächen engte das Verbreitungsgebiet zusätzlich ein. Bereits in den 1850er-Jahren war das Quagga