Bernhardiner
BRassen > Hunderassen – Sennen- & Schutzhunde
Steckbrief
- Herkunft: Schweiz
- FCI-Gruppe: Gruppe 2 – Pinscher und Schnauzer, Molosser, Schweizer Sennenhunde und andere Rassen; Sektion 2.2: Molossoide, Berghunde (ohne Arbeitsprüfung)
- FCI-Standard Nr.: 61
- Größe: Rüden 70–90 cm, Hündinnen 65–80 cm Widerristhöhe
- Gewicht: 60–120 kg, je nach Geschlecht und Linie
- Lebenserwartung: 8–10 Jahre
- Fell: Zwei Varianten – Kurzhaar (Stockhaar) und Langhaar; dichtes, anliegendes Deckhaar mit üppiger Unterwolle
- Farben: Weiß mit rotbraunen Platten oder rotbrauner Mantel mit weißen Abzeichen; dunkle Maske, weiße Blesse, weißer Brustfleck, weiße Pfoten und Rutenspitze erwünscht
- Zuchtverband: Schweizerischer St. Bernhards-Club (SHSB), VDH, FCI
Herkunft & Geschichte
Der Bernhardiner zählt zu den bekanntesten und geschichtsträchtigsten Hunderassen der Welt. Seine Abstammung geht auf die großen Molosserhunde zurück, die bereits in der Antike über die Alpen gelangten. Die eigentliche Zuchtgeschichte beginnt im Hospiz auf dem Großen St. Bernhard, einem Alpenpass auf rund 2.469 Metern Höhe an der Grenze zwischen der Schweiz und Italien. Augustinermönche hielten dort ab dem 17. Jahrhundert große, kräftige Hunde, die als Wach-, Zug- und Begleithunde dienten.
Ab dem frühen 18. Jahrhundert setzten die Mönche ihre Hunde gezielt zur Rettung verirrter und verschütteter Reisender ein. Die Tiere besaßen einen außergewöhnlichen Orientierungssinn, eine hervorragende Witterung und die physische Kraft, sich durch meterhohen Schnee zu kämpfen. Der legendärste Vertreter war „Barry", der zwischen 1800 und 1812 über 40 Menschen das Leben gerettet haben soll. Seine Heldentaten machten die Rasse weltberühmt.
Im 19. Jahrhundert dezimierte eine Reihe harter Winter den Bestand am Hospiz erheblich. Durch Einkreuzungen von Neufundländern versuchte man, die Population zu stabilisieren – was allerdings zum Entstehen der Langhaar-Variante führte, die sich für die Lawinenarbeit als weniger geeignet erwies, da das lange Fell zur Eisklumpenbildung neigte. 1887 wurde der Rassestandard offiziell festgelegt, und die Schweiz erkannte den Bernhardiner als Nationalrasse an.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Bernhardiner ist ein imposanter, massiger Hund mit ausgewogenen Proportionen. Der mächtige Kopf mit der markanten Stirnfurche, den hängenden Lefzen und den dunkelbraunen, sanften Augen verleiht ihm seinen typischen, gutmütigen Ausdruck. Die mittelgroßen, hoch angesetzten Ohren liegen dicht am Kopf an.
Der Körperbau ist kräftig und muskulös, mit breitem Brustkorb, geradem Rücken und starken Gliedmaßen. Die Rute ist lang, schwer und wird in Ruhe hängend getragen. Im Rassestandard wird ein harmonisches Gesamtbild verlangt – trotz seiner Größe soll der Bernhardiner weder plump noch übertrieben schwer wirken.
Beim Kurzhaar ist das Fell dicht, glatt und anliegend mit dichter Unterwolle. Beim Langhaar ist das Deckhaar mittellang, leicht gewellt, aber nie lockig. Beide Varianten zeigen die charakteristische Farbverteilung: weiß als Grundfarbe mit rotbraunen Abzeichen oder ein durchgehender rotbrauner Mantel mit weißen Kennzeichen an Brust, Pfoten, Rutenspitze und Nase.
Charakter & Wesen
Trotz seiner gewaltigen Erscheinung ist der Bernhardiner ein ausgesprochen sanftmütiger, gelassener und freundlicher Hund. Er ist treu, anhänglich und seiner Familie tief verbunden. Kindern gegenüber zeigt er eine bemerkenswerte Geduld und Nachsicht, weshalb er häufig als „sanfter Riese" bezeichnet wird.
Die Rasse ist wachsam, ohne dabei zu übermäßigem Bellen zu neigen. Fremden begegnet der Bernhardiner zunächst reserviert, aber nie aggressiv. Sein ruhiges, ausgeglichenes Temperament macht ihn zu einem angenehmen Begleithund, der allerdings durchaus einen eigenständigen Kopf besitzt. Konsequente, aber liebevolle Erziehung von Welpenalter an ist daher unerlässlich – ein 80-Kilo-Hund, der nicht hört, wird schnell zum Problem.
Trotz seiner Gelassenheit ist der Bernhardiner keineswegs träge. Besonders junge Hunde können durchaus verspielt und unternehmungslustig sein. Im Umgang mit anderen Hunden zeigt er sich in der Regel sozial verträglich.
Haltung & Pflege
Ein Bernhardiner gehört nicht in eine kleine Stadtwohnung. Er benötigt ausreichend Platz, idealerweise ein Haus mit großem, eingezäuntem Garten. Treppensteigen sollte – insbesondere im Wachstum – vermieden werden, um die Gelenke zu schonen.
Der Auslauf sollte regelmäßig, aber maßvoll sein. Lange, moderate Spaziergänge sind besser als intensive Lauf- oder Sprungübungen. Übermäßige Beschäftigung bei Hitze ist unbedingt zu vermeiden, da der Bernhardiner aufgrund seiner Masse und seines dichten Fells hitzeempfindlich ist.
Die Fellpflege richtet sich nach der Variante: Kurzhaarige Bernhardiner sollten ein- bis zweimal wöchentlich gründlich gebürstet werden. Langhaarige Exemplare benötigen häufigere Pflege, um Verfilzungen vorzubeugen. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst ist tägliches Bürsten empfehlenswert. Augen, Ohren und Lefzen sollten regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden, da sich dort leicht Feuchtigkeit und Schmutz ansammeln.
Ernährung
Die Ernährung eines Bernhar