Bullmastiff
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Steckbrief
- Herkunft: Großbritannien
- FCI-Gruppe: Gruppe 2 – Pinscher und Schnauzer, Molossoide, Schweizer Sennenhunde; Sektion 2.1 – Molossoide, doggenartige Hunde
- FCI-Standard Nr.: 157
- Größe: Rüden 64–69 cm, Hündinnen 61–66 cm Widerristhöhe
- Gewicht: Rüden 50–59 kg, Hündinnen 41–50 kg
- Lebenserwartung: 8–10 Jahre
- Fell: Kurz, dicht, anliegend und wetterbeständig
- Farben: Gestromt, Falb (fawn) oder Rot; stets mit schwarzer Maske
Herkunft & Geschichte
Der Bullmastiff entstand im 19. Jahrhundert in England durch die gezielte Kreuzung von English Mastiff und Old English Bulldog. Sein ursprünglicher Zweck war ein ganz pragmatischer: Wildhüter auf großen Landgütern benötigten einen leistungsfähigen, furchtlosen und dennoch beherrschbaren Hund, der Wilderer aufspüren, stellen und festhalten konnte, ohne sie ernsthaft zu verletzen. Dieser Einsatz brachte dem Bullmastiff den Beinamen „Gamekeeper's Night Dog" ein.
Die Abstammung vom Mastiff verlieh der Rasse Größe, Kraft und Gelassenheit, während der Anteil der Bulldog für Wendigkeit, Ausdauer und Entschlossenheit sorgte. Das angestrebte Verhältnis lag bei etwa 60 Prozent Mastiff und 40 Prozent Bulldog. Ab den 1920er-Jahren begann die systematische Reinzucht. Der britische Kennel Club erkannte den Bullmastiff 1924 als eigenständige Rasse an. Die FCI übernahm den Rassestandard wenige Jahre später. Der zuständige Zuchtverband in Deutschland ist der Klub für Molosser e.V., der dem VDH angegliedert ist.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Bullmastiff ist ein kraftvoller, symmetrisch gebauter Hund mit kompakter Muskulatur. Trotz seiner massigen Erscheinung wirkt er nicht schwerfällig, sondern ausdauernd und beweglich. Der Kopf ist breit und quadratisch mit deutlichem Stopp. Die Schnauze ist kurz, breit und tief, jedoch nicht so extrem verkürzt wie beim Bulldog – der Bullmastiff soll frei atmen können.
Die dunklen, mittelgroßen Augen verleihen dem Gesicht einen aufmerksamen, intelligenten Ausdruck. Die V-förmigen Ohren liegen hoch angesetzt und eng am Kopf an. Der Hals ist sehr muskulös und nahezu so breit wie der Schädel. Die Brust ist tief und breit, der Rücken kurz und gerade. Die Rute wird hoch angesetzt getragen und reicht bis zum Sprunggelenk.
Das kurze, dichte Fell liegt eng am Körper an und bietet guten Schutz gegen Witterungseinflüsse. Laut Rassestandard sind die Farben Gestromt, Falb und Rot zugelassen, wobei eine klar abgegrenzte schwarze Maske stets vorhanden sein muss. Ein kleiner weißer Brustfleck wird toleriert.
Charakter & Wesen
Der Bullmastiff vereint scheinbar gegensätzliche Eigenschaften auf bemerkenswerte Weise. Er ist wachsam und schutzbereit, gleichzeitig aber ruhig, ausgeglichen und im Familienalltag ausgesprochen sanftmütig. Seine Reizschwelle liegt hoch – er bellt selten grundlos und reagiert auf Bedrohungen mit beeindruckender Gelassenheit, bevor er entschlossen eingreift, wenn es tatsächlich nötig wird.
Gegenüber seiner Familie zeigt sich der Bullmastiff treu, anhänglich und überraschend sensibel. Er sucht die Nähe seiner Menschen und leidet deutlich unter Isolation oder Zwingerhaltung. Trotz seiner Größe kann er erstaunlich verspielt sein und zeigt gerade im Welpen- und Junghundalter einen ausgeprägten Bewegungsdrang.
Fremden gegenüber verhält er sich reserviert, aber nicht aggressiv. Eine fundierte Sozialisierung im Welpenalter ist dennoch unverzichtbar, damit der heranwachsende Hund verschiedene Menschen, Tiere und Umweltreize souverän einordnen lernt. Der Bullmastiff ist intelligent und lernwillig, kann aber auch eigensinnig sein. Konsequente, faire Erziehung ohne Härte ist der Schlüssel zu einem verlässlichen Begleiter.
Haltung & Pflege
Ein Bullmastiff braucht ausreichend Platz. Eine Wohnung in einem oberen Stockwerk ohne Aufzug ist für diesen schweren Hund ungeeignet. Ideal ist ein Haus mit eingezäuntem Garten, wobei der Garten den täglichen Auslauf nicht ersetzt. Zwei bis drei ausgedehnte Spaziergänge pro Tag sind Pflicht, ergänzt durch moderate Beschäftigung wie Fährtenarbeit, Obedience oder ruhige Suchspiele. Extremer Ausdauersport wie Joggen über lange Strecken oder Fahrradtouren bei Hitze sind für diese Rasse ungeeignet.
Die Fellpflege ist unkompliziert. Wöchentliches Bürsten mit einer Naturhaarbürste oder einem Gumminoppenhandschuh genügt, um lose Haare zu entfernen und die Durchblutung der Haut anzuregen. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst sollte häufiger gebürstet werden. Die Gesichtsfalten verdienen besondere Aufmerksamkeit: Sie müssen regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden, um Hautinfektionen vorzubeugen. Ohren, Augen und Krallen sollten routinemäßig überprüft werden.
Ernährung
Als großwüchsige, schwere Rasse stellt der Bullmastiff besondere Anforderungen an die Ernährung. Hochwertiges Futter mit einem angemessenen Proteingehalt und ausgewogener Mineralstoffversorgung – insbesondere Kalzium und Phosphor – ist entscheidend, vor allem in der Wachstumsphase. Welpen und Junghunde dürfen keinesfalls zu schnell wachsen, da dies die Gelenke und den Bewegungsapparat erheblich belastet.
Erwachsene Bullmastiffs sollten zwei Mahlzeiten pro Tag erhalten statt einer großen Portion. Diese Aufteilung senkt das Risiko einer Mag