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Besatz

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Fachbegriffe (Aquaristik/Terraristik/Vogelhaltung) > Aquaristik-Fachbegriffe

Definition & Überblick

Der Begriff Besatz bezeichnet in der Aquaristik die Gesamtheit aller Lebewesen, die in einem Aquarium gehalten werden. Dazu zählen Fische, Wirbellose wie Garnelen und Schnecken, aber auch Pflanzen und – je nach Betrachtung – die Mikroorganismen im biologischen System. Im engeren Sinne meint Besatz vor allem die Auswahl und Zusammenstellung der Tierarten sowie deren Anzahl im Verhältnis zum verfügbaren Wasservolumen. Ein durchdachter Besatz ist die wichtigste Grundlage für ein funktionierendes, artgerechtes Aquarium und entscheidet maßgeblich über das Wohlbefinden der Tiere, die Stabilität der Wasserwerte und den langfristigen Erfolg des gesamten Beckens.

Häufig wird auch von Besatzplanung gesprochen, womit der systematische Prozess gemeint ist, bei dem Beckenvolumen, Wasserparameter, Verhaltensmuster und die Vergesellschaftungsfähigkeit verschiedener Arten aufeinander abgestimmt werden. In Fachkreisen und Foren begegnet man zudem dem Begriff Besatzdichte, der das Verhältnis von Tieren zur verfügbaren Wassermenge beschreibt.

Grundlagen & Voraussetzungen

Bevor der erste Fisch eingesetzt wird, müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden:

  • Beckengröße und Wasservolumen: Jede Fischart benötigt ein Mindestvolumen an Wasser. Kleine Schwarmfische wie Neons brauchen Aquarien ab etwa 54 Litern, während größere Arten wie Skalare mindestens 200 Liter benötigen. Die alte Faustregel „ein Zentimeter Fisch pro Liter Wasser" ist stark vereinfacht und berücksichtigt weder Körperbau noch Aktivitätslevel oder Revierverhalten.
  • Wasserparameter: Temperatur, pH-Wert, Gesamthärte (GH) und Karbonathärte (KH) müssen zu den Bedürfnissen aller gehaltenen Arten passen. Weichwasserfische aus dem Amazonasgebiet mit einem Optimum bei pH 6,0–6,5 und südostafrikanische Buntbarsche, die pH 7,8–8,5 bevorzugen, lassen sich nicht sinnvoll vergesellschaften.
  • Einlaufphase: Ein neues Aquarium muss biologisch eingefahren sein, bevor Tiere einziehen. Die Einlaufphase dauert in der Regel drei bis sechs Wochen. In dieser Zeit siedeln sich Bakterienkulturen im Filter und im Bodengrund an, die Ammoniak und Nitrit abbauen. Ohne diese funktionierende Biologie gefährdet der Besatz die Gesundheit der Tiere.
  • Beckeneinrichtung: Pflanzen, Wurzeln, Steine und Höhlen schaffen Rückzugsmöglichkeiten und Reviergrenzen. Eine durchdachte Einrichtung reduziert Stress und Aggressionen – besonders bei revierbildenden Arten. Die Strukturierung des Beckens ist damit keine rein ästhetische, sondern eine tierschutzrelevante Entscheidung.

Praktische Umsetzung

Die Besatzplanung beginnt mit der Recherche. Seriöse Quellen wie Fachliteratur, Datenbanken (etwa Seriously Fish) oder erfahrene Halter in spezialisierten Foren liefern Informationen zu Endgröße, Sozialverhalten, bevorzugter Wasserzone und Vergesellschaftungsmöglichkeiten jeder Art.

Ein bewährtes Vorgehen ist die Aufteilung des Beckens in drei Schwimmzonen: Bodenregion, mittlere Zone und Wasseroberfläche. Idealerweise wird jede Zone mit passenden Arten besetzt – zum Beispiel Panzerwelse am Boden, Salmler in der Mitte und Beilbauchfische an der Oberfläche. So wird das gesamte Beckenvolumen genutzt, Revierkonflikte werden minimiert und das Aquarium wirkt natürlich belebt.

Schwarmfische dürfen niemals einzeln oder in zu kleinen Gruppen gehalten werden. Arten wie Neons, Keilfleckbärblinge oder Corydoras-Panzerwelse brauchen mindestens acht bis zehn Artgenossen, um ihr natürliches Verhalten zeigen zu können. Einzelhaltung oder Paarhaltung bei Schwarmfischen ist nicht artgerecht und kann zu chronischem Stress, Apathie oder Aggressivität führen.

Beim Einsetzen der Tiere empfiehlt sich ein schrittweises Vorgehen. Nicht alle Fische gleichzeitig ins Becken geben, sondern in Etappen über mehrere Wochen – angefangen mit den friedlichsten Arten. So kann sich die Biologie im Filter an die steigende Belastung anpassen. Revierbildende Arten werden als letzte eingesetzt, damit sie keine bereits besetzten Territorien verteidigen.

Häufige Fehler

  • Überbesatz: Der häufigste und schwerwiegendste Fehler. Zu viele Tiere auf zu wenig Raum führen zu erhöhter Schadstoffbelastung (Nitrit, Nitrat, Ammoniak), Sauerstoffmangel, Stress und Krankheitsausbrüchen. Ein überbesetztes Becken erfordert extrem häufige Wasserwechsel und ist trotzdem instabil.
  • Unpassende Vergesellschaftung: Friedliche Garnelen mit räuberischen Buntbarschen zu kombinieren endet vorhersehbar. Ebenso problematisch: verschiedene Buntbarsch-Arten mit überlappenden Revieransprüchen oder das Zusammensetzen von Fischen mit stark abweichenden Temperatur- oder Wasserhärtebedürfnissen.
  • Impulskäufe: Ein attraktiver Fisch in der Zoohandlung ist kein Grund, ihn mitzunehmen. Ohne vorherige Recherche zur Endgröße (ein Wels, der 30 cm erreicht, passt nicht ins 60-Liter-Becken), zum Sozialverhalten und zu den Haltungsanforderungen schadet man dem Tier.
  • Fehlende Quarantäne: Neue Fische können Krankheitserreger, Parasiten oder Pilzinfektionen einschleppen. Ein separates Quarantänebecken, in dem Neuzugänge zwei bis drei Wochen beobachtet werden, schützt den bestehenden Besatz.
  • Vernachlässigung der Pflanzen: Pflanzen sind kein Dekorationselement, sondern aktiver Bestandteil des Ökosystems. Sie binden Nährstoffe, produzieren Sauerstoff und bieten Beschäft