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Bison

B

Tierart – Säugetiere > Huftiere – Rinder

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Bison (Gattung); Amerikanischer Bison (Bison bison), Wisent (Bison bonasus)
  • Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
  • Familie: Hornträger (Bovidae)
  • Unterfamilie: Rinder (Bovinae)
  • Gattung: Bisons (Bison)
  • Lebensraum: Prärien, Grasland, lichte Wälder, Flachland- und Bergregionen
  • Größe: Schulterhöhe 150–200 cm, Körperlänge bis 380 cm
  • Gewicht: Kühe 350–550 kg, Bullen 700–1.000 kg (Amerikanischer Bison teils über 1.100 kg)
  • Lebenserwartung: 20–25 Jahre in freier Wildbahn, bis 30 Jahre in menschlicher Obhut

Aussehen & Merkmale

Bisons gehören zu den größten und schwersten Landsäugetieren der Nordhalbkugel. Ihr Körperbau ist massig und durch einen auffälligen Buckel im Schulterbereich gekennzeichnet, der durch verlängerte Dornfortsätze der Brustwirbel und eine mächtige Muskulatur entsteht. Der Kopf wirkt im Verhältnis zum Körper groß und wird tief getragen. Beide Geschlechter besitzen kurze, nach oben und innen gebogene Hörner, die nicht abgeworfen werden – ein typisches Merkmal der Familie der Hornträger (Bovidae).

Das Fell variiert je nach Jahreszeit stark. Im Winter bildet sich ein dichter, zottiger Pelz mit langer Unterwolle, besonders ausgeprägt an Kopf, Schultern und Vorderbeinen. Im Sommer wird das Fell deutlich kürzer und dünner. Die Fellfarbe reicht von dunkelbraun bis schwarzbraun; Jungtiere sind bei der Geburt rötlich-braun gefärbt. Beim Amerikanischen Bison ist die Mähne an Kopf und Vorderkörper besonders lang und dicht, während der Wisent insgesamt etwas hochbeiniger und weniger massig gebaut ist.

Der kurze Schwanz endet in einer Quaste. Die Hufe sind gespalten – ein Merkmal der Paarhufer –, breit und gut an weiche wie harte Böden angepasst.

Lebensraum & Verbreitung

Die Gattung Bison umfasst zwei rezente Arten mit unterschiedlichen Verbreitungsgebieten. Der Amerikanische Bison (Bison bison) besiedelt Nordamerika. Sein ursprüngliches Habitat erstreckte sich über die gesamten Great Plains von Kanada bis Nordmexiko. Innerhalb dieser Art werden zwei Unterarten unterschieden: der Präriebison (B. b. bison), der offenes Grasland bevorzugt, und der Waldbison (B. b. athabascae), der in den borealen Wäldern Kanadas lebt.

Der Wisent (Bison bonasus), auch Europäischer Bison genannt, war einst in weiten Teilen Europas verbreitet. Sein Biotop sind Laub- und Mischwälder sowie halboffene Landschaften. Heute existieren wildlebende Populationen unter anderem in Polen (Białowieża-Urwald), Rumänien, Deutschland und weiteren europäischen Ländern, in denen Wiederansiedlungsprojekte durchgeführt wurden.

Ernährung

Bisons sind Pflanzenfresser (Herbivoren) und ernähren sich überwiegend von Gräsern, Kräutern und Seggen. Der Amerikanische Bison ist dabei stärker auf Grasnahrung spezialisiert, während der Wisent als Waldbewohner zusätzlich Laub, Rinde, Triebe und Eicheln aufnimmt. Im Winter scharren Bisons mit ihren massiven Köpfen den Schnee beiseite, um an die darunterliegende Vegetation zu gelangen. Ein ausgewachsener Bulle kann täglich bis zu 30 kg Pflanzenmasse aufnehmen. Wie alle Rinder sind Bisons Wiederkäuer mit einem vierkammerigen Magen, der die Verwertung zellulosereicher Nahrung durch mikrobielle Fermentation ermöglicht.

Verhalten & Lebensweise

Bisons sind gesellige Tiere, die in Herden leben. Die Sozialstruktur basiert auf Gruppen von Kühen mit ihren Kälbern und Jungbullen. Ältere Bullen leben außerhalb der Fortpflanzungszeit häufig einzeln oder in kleinen Junggesellengruppen. Während der Brunftzeit schließen sich die Bullen den Kuhherden an.

Die Tiere sind vorwiegend tagaktiv, mit Hauptaktivitätsphasen in den Morgen- und Abendstunden. Zwischen den Fressphasen ruhen sie und käuen wieder. Trotz ihrer massigen Erscheinung sind Bisons überraschend schnell und wendig: Sie erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 55 km/h, können gut schwimmen und problemlos Hindernisse von über 1,5 Metern Höhe überspringen.

Innerhalb der Herde besteht eine Rangordnung, die durch Drohgebärden, Kopfstöße und gelegentliche Kämpfe aufrechterhalten wird. Die Kommunikation erfolgt über Laute – tiefe Grunz- und Brummtöne –, Körperhaltungen und Geruchssignale.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit (Brunft) fällt beim Amerikanischen Bison in die Monate Juli bis September, beim Wisent in den August und September. In dieser Phase konkurrieren die Bullen heftig um paarungsbereite Kühe. Die Rivalenkämpfe bestehen aus Imponierverhalten, lautem Brüllen und direkten Kopf-an-Kopf-Zusammenstößen, bei denen die massiven Schädel als Rammbock dienen. Verletzungen sind dabei selten lebensbedrohlich.

Nach einer Tragzeit von etwa 270 bis 285 Tagen bringt die Kuh in der Regel ein einzelnes Kalb zur Welt, Zwillingsgeburten sind äußerst selten. Das Kalb wiegt bei der Geburt zwischen 15 und 35 kg, steht innerhalb weniger Stunden und folgt der Mutter. Die Milch der Bisonkuh ist fettreich und ermöglicht ein schnelles Wachstum. Die Jungtiere werden etwa sechs bis acht Monate gesäugt, beginnen aber bereits nach wenigen Wochen, ergänzend