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Blindwühle

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Tierart – Amphibien > Schleichenlurche

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Caecilia (Gattung); die Ordnung wird als Gymnophiona (Schleichenlurche) bezeichnet
  • Ordnung: Gymnophiona (Schleichenlurche)
  • Familie: Caeciliidae (Blindwühlen im engeren Sinne)
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Böden, Flussufer, feuchte Wälder
  • Größe: Je nach Art zwischen 10 cm und über 150 cm (bei Caecilia thompsoni)
  • Gewicht: Wenige Gramm bis über 1 kg bei großen Arten
  • Lebenserwartung: In freier Wildbahn weitgehend unbekannt; in Gefangenschaft bis zu 13 Jahre nachgewiesen

Aussehen & Merkmale

Blindwühlen gehören zu den am wenigsten bekannten Amphibien überhaupt. Ihr äußeres Erscheinungsbild erinnert auf den ersten Blick an einen Regenwurm oder eine kleine Schlange, hat mit diesen Tiergruppen aber taxonomisch nichts gemein. Der Körper ist langgestreckt, beinlos und zylindrisch. Die Haut ist glatt und feucht, bei vielen Arten mit ringförmigen Furchen (Annuli) versehen, die dem Tier ein segmentiertes Aussehen verleihen. In diese Hautfalten sind bei einigen Gattungen winzige, unter der Haut verborgene Knochenschuppen eingebettet – ein Überbleibsel aus der stammesgeschichtlichen Vergangenheit der Amphibien und ein Merkmal, das sonst bei keiner rezenten Amphibienordnung vorkommt.

Die Augen sind stark reduziert und häufig von Haut oder sogar Knochen überdeckt. Blindwühlen sind daher nahezu blind, was ihren deutschen Namen erklärt. Als Ausgleich besitzen sie ein paariges Sinnesorgan zwischen Auge und Nasenloch, das sogenannte Tentakel. Dieses chemosensorische Organ wird aus einer Tasche hervorgestülpt und dient der Orientierung sowie der Nahrungssuche im Erdreich. Die Färbung variiert je nach Art von dunkelblau-schwarz über grau bis hin zu kräftigem Gelb oder Orange, teils mit auffälligen Ringelmustern.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Blindwühlen erstreckt sich über die tropischen Regionen Mittel- und Südamerikas, Afrikas südlich der Sahara, Süd- und Südostasiens sowie einiger Inseln des Indischen Ozeans, darunter die Seychellen. In Europa kommen keine Vertreter vor.

Die meisten Arten leben unterirdisch (fossorial) in lockeren, feuchten Böden tropischer Regenwälder, Plantagen und Überschwemmungsgebiete. Ihr Habitat reicht vom Tiefland bis in Höhenlagen von etwa 2.000 Metern. Einige Gattungen wie Typhlonectes haben eine aquatische Lebensweise entwickelt und bewohnen dauerhaft Flüsse und stehende Gewässer Südamerikas. Diese wasserlebenden Arten besitzen einen seitlich abgeflachten Schwanzbereich, der als Antriebsfläche beim Schwimmen dient.

Das bevorzugte Biotop zeichnet sich durch hohe Bodenfeuchtigkeit, lockeres Substrat und ein reiches Angebot an Bodentieren aus. Blindwühlen graben sich mit rammenden Kopfbewegungen durch das Erdreich – der massiv verknöcherte Schädel dient dabei als Grabwerkzeug.

Ernährung

Blindwühlen ernähren sich räuberisch. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Regenwürmern, Termiten, Insektenlarven und anderen wirbellosen Bodenbewohnern. Größere Arten fressen gelegentlich auch kleine Frösche, Echsen oder Schlangen. Die aquatisch lebende Gattung Typhlonectes nimmt zusätzlich Fische und Kaulquappen auf.

Die Beute wird mit Hilfe des Tentakels chemisch wahrgenommen und dann mit den nach hinten gebogenen, spitzen Zähnen gepackt. Der Kiefer besitzt eine besondere Doppelgelenk-Mechanik: Blindwühlen können Ober- und Unterkiefer unabhängig voneinander bewegen und so Beutetiere in den Schlund ziehen, ohne den Griff zu lösen. Dieses Kiefergelenk ist unter den Wirbeltieren einzigartig.

Verhalten & Lebensweise

Die meisten Blindwühlen sind nachtaktiv, wobei diese Unterscheidung bei unterirdisch lebenden Tieren nur eingeschränkt relevant ist. Ihre Aktivitätsphasen richten sich eher nach der Bodenfeuchtigkeit als nach dem Lichtrhythmus. Während und nach Regenfällen steigt die Aktivität deutlich an, da die Grabgänge dann leichter zu erweitern sind und auch Beutetiere an die Oberfläche kommen.

Blindwühlen sind Einzelgänger und beanspruchen kein festes Revier im klassischen Sinne. Ihre Grabgänge durchziehen das Erdreich netzartig und werden über längere Zeiträume genutzt. Bei Störungen sondern manche Arten Hautsekrete ab, die für Fressfeinde unangenehm schmecken oder giftig wirken. Über das Sozialverhalten ist aufgrund der verborgenen Lebensweise insgesamt wenig bekannt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung der Blindwühlen weist einige Besonderheiten auf. Männchen besitzen ein vorstülpbares Begattungsorgan (Phallodeum), mit dem eine innere Befruchtung stattfindet – ein unter Amphibien seltener Vorgang, der bei Froschlurchen praktisch nicht vorkommt.

Je nach Art werden Eier gelegt (Oviparie) oder lebende Junge geboren (Viviparie). Eierlegende Arten wie Ichthyophis glutinosus wickeln ihren Körper schützend um das Gelege und betreiben damit eine Form der Brutpflege. Die Larven schlüpfen mit äußeren Kiemen und durchlaufen eine aquatische Phase, bevor sie zur unterirdischen Lebensweise übergehen.

Bei viviparen Arten wie Typhlonectes natans entwickeln sich die Embryonen im Eileiter der Mutter. Die Jungtiere ernähren sich dort zunächst vom Dotter und später von einer nährstoffreichen Sekretion der Eileiterwand – ein Vorgang, der funktionell einer Plazentaernährung ähnelt. Eine besonders ungewöhnliche Form der Jungenauf