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Fischwühle

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Tierart – Amphibien > Schleichenlurche

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ichthyophis (Gattung); Typusart: Ichthyophis glutinosus (Linnaeus, 1758)
  • Ordnung: Schleichenlurche (Gymnophiona, auch Blindwühlen oder Caecilia)
  • Familie: Fischwühlen (Ichthyophiidae)
  • Lebensraum: Feuchte Tropenwälder, Uferregionen, lockere Böden in Süd- und Südostasien
  • Größe: Je nach Art 20–50 cm, einzelne Arten bis über 50 cm Gesamtlänge
  • Gewicht: Etwa 20–80 g, artabhängig
  • Lebenserwartung: In Gefangenschaft bis zu 13 Jahre; Freilanddaten kaum verfügbar

Aussehen & Merkmale

Fischwühlen besitzen einen langgestreckten, wurmförmigen Körper ohne jegliche Extremitäten. Auf den ersten Blick erinnern sie an große Regenwürmer oder kleine Schlangen, mit denen sie jedoch nicht näher verwandt sind. Die Haut ist glatt und feucht, von einer Vielzahl ringförmiger Furchen (Annuli) durchzogen, die dem Tier ein segmentiertes Aussehen verleihen. In diesen Hautfalten sind bei vielen Arten winzige, in die Haut eingebettete Kalkschuppen verborgen – ein unter Amphibien einzigartiges Merkmal, das als Relikt aus der stammesgeschichtlichen Vergangenheit der Schleichenlurche gilt.

Die Grundfärbung variiert je nach Art von dunkelbraun über schiefergrau bis blauschwarz, häufig mit einem auffälligen gelben oder cremefarbenen Lateralstreifen, der sich entlang der Körperseite zieht. Der Kopf ist kompakt, leicht abgeflacht und geht nahtlos in den Rumpf über – ein Hals ist äußerlich nicht erkennbar. Die Augen sind stark reduziert und oft unter der Haut oder sogar unter dem Schädelknochen verborgen. Als Kompensation besitzen Fischwühlen ein paariges Tentakelorgan zwischen Auge und Nasenloch, das als chemosensorisches Sinnesorgan dient und bei keiner anderen Wirbeltiergruppe vorkommt.

Das Maul ist unterständig und mit zwei Reihen spitzer, leicht nach hinten gebogener Zähne besetzt. Der Schädel ist massiv gebaut und dient als Grabwerkzeug. Die Schwanzregion ist stark verkürzt oder fehlt gänzlich, die Kloake liegt daher nahezu am Körperende.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gattung Ichthyophis erstreckt sich über weite Teile Süd- und Südostasiens. Populationen sind von Sri Lanka und Südindien über Nepal, Myanmar, Thailand, Malaysia bis zu den Philippinen und mehreren indonesischen Inseln dokumentiert. Die Gattung umfasst derzeit rund 55 beschriebene Arten, wobei regelmäßig neue Spezies entdeckt werden, da die verborgene Lebensweise die taxonomische Erfassung erschwert.

Als bevorzugtes Habitat dienen feuchte tropische und subtropische Tiefland- und Bergwälder bis in Höhenlagen von etwa 1.500 Metern. Fischwühlen besiedeln lockere, humusreiche Böden in der Nähe von Fließgewässern, Bächen und temporären Tümpeln. Sie graben sich in den feuchten Boden ein oder nutzen vorhandene Hohlräume unter Steinen, Totholz und Laubstreu. Die Nähe zu Gewässern ist für viele Arten essenziell, da ihre Larven eine aquatische Entwicklungsphase durchlaufen.

Ernährung

Fischwühlen ernähren sich carnivor. Ihr Nahrungsspektrum besteht überwiegend aus Regenwürmern, Termiten, Ameisen, kleinen Käferlarven und anderen wirbellosen Bodenbewohnern. Bei der Jagd verlassen sie sich vorrangig auf das Tentakelorgan und den Geruchssinn, da der Gesichtssinn durch die reduzierten Augen kaum eine Rolle spielt. Die Beute wird durch schnelles Zupacken mit den spitzen Zähnen ergriffen und im Ganzen verschlungen. Die Kieferkonstruktion erlaubt eine Art drehend-scherende Bewegung, mit der auch größere Beutetiere zerkleinert werden können.

Verhalten & Lebensweise

Fischwühlen führen eine überwiegend unterirdische, fossile Lebensweise. Sie sind vorwiegend nachtaktiv und kommen nur selten an die Oberfläche, meist nach starken Regenfällen, wenn das Erdreich wassergesättigt ist. Ihre Fortbewegung erfolgt durch wurmartige Peristaltik in Kombination mit einem speziellen Mechanismus: Der Kopf wird als Ramme in das Substrat gepresst, während die Körpermuskulatur den Rumpf nachzieht. Der verstärkte Schädel dient dabei als effizientes Grabwerkzeug.

Fischwühlen sind Einzelgänger ohne nachgewiesenes Territorialverhalten. Über ihre Populationsdichten ist wenig bekannt, da Freilandbeobachtungen aufgrund der verborgenen Lebensweise selten gelingen. In Gefangenschaftshaltung zeigen sie sich gegenüber Artgenossen weitgehend tolerant.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzungsbiologie der Fischwühlen unterscheidet sich deutlich von der vieler anderer Amphibien. Die Befruchtung erfolgt intern: Männchen besitzen ein ausstülpbares Begattungsorgan (Phallodeum), das die Spermien direkt in die Kloake des Weibchens überträgt – ein unter Amphibien seltener Vorgang.

Weibchen der Gattung Ichthyophis sind ovipar und legen etwa 20–50 große, dotterreiche Eier in feuchte Erdhöhlen nahe einem Gewässer. Das Weibchen betreibt intensive Brutpflege: Es umschlingt das Gelege mit seinem Körper und hält die Eier durch Hautsekrete feucht. Diese Bewachung kann mehrere Wochen andauern. Aus den Eiern schlüpfen Larven mit äußeren Kiemenbüscheln und einem Flossensaum am Schwanz. Die Larven wandern in ein nahegelegenes Gewässer, wo sie eine aquatische Phase durchlaufen, bevor sie nach der Metamorphose zum terrestrischen Leben übergehen.

Bedrohung & Schutzstatus

Der Schutzstatus vari