Wurmsalamander
WTierart – Amphibien > Schleichenlurche
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Typhlonectes spp. (im engeren Sinne auch Bezeichnung für verschiedene Vertreter der Ordnung Gymnophiona)
- Ordnung: Schleichenlurche (Gymnophiona, auch Blindwühlen oder Caecilia)
- Familie: Typhlonectidae (Wasserwühlen) sowie weitere Familien innerhalb der Gymnophiona
- Lebensraum: Tropische und subtropische Regionen; je nach Art unterirdisch in feuchten Böden oder in Süßgewässern
- Größe: Je nach Art zwischen 10 cm und über 150 cm Körperlänge
- Gewicht: Wenige Gramm bis mehrere hundert Gramm bei großen Arten
- Lebenserwartung: In Gefangenschaft bis zu 15 Jahre dokumentiert; Freilanddaten kaum verfügbar
Aussehen & Merkmale
Der Name „Wurmsalamander" beschreibt das äußere Erscheinungsbild dieser Tiere treffend: Ihr langgestreckter, beinloser Körper erinnert auf den ersten Blick an einen Regenwurm oder eine Schlange. Tatsächlich handelt es sich jedoch um Amphibien aus der Ordnung der Schleichenlurche (Gymnophiona), die mit Fröschen und Salamandern näher verwandt sind als mit Reptilien oder Würmern.
Der zylindrische Körper ist von zahlreichen Ringfurchen (Annuli) durchzogen, die den wurmartigen Eindruck verstärken. Die Haut ist glatt, feucht und häufig dunkel gefärbt – Farbtöne reichen von Schiefergrau über Dunkelbraun bis zu tiefem Blauschwarz, manche Arten zeigen helle Seitenstreifen oder gelbliche Bauchfärbung. Schuppen fehlen den meisten Arten äußerlich, doch in der Haut eingebettet finden sich bei vielen Gattungen winzige, verkalkte Hautschuppen (Dermalschuppen) – ein unter Amphibien einzigartiges Merkmal, das als evolutionäres Relikt gedeutet wird.
Die Augen sind stark reduziert und oft von Haut oder Knochen überdeckt, was den alternativen Namen „Blindwühle" erklärt. Dafür besitzen Wurmsalamander ein paar spezialisierter Sinnesorgane: die sogenannten Tentakel, kleine vorstülpbare Strukturen zwischen Auge und Nasenloch, die als chemosensorische Organe fungieren und der Orientierung im Erdreich oder Wasser dienen. Der Schädel ist massiv gebaut und dient als Grabwerkzeug. Das Maul ist unterständig und mit spitzen, nach hinten gebogenen Zähnen besetzt.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Wurmsalamander erstreckt sich über die tropischen und subtropischen Zonen Mittel- und Südamerikas, Afrikas südlich der Sahara, Süd- und Südostasiens sowie einiger Inseln im Indischen Ozean (etwa die Seychellen). In Europa kommen keine Vertreter dieser Ordnung vor.
Das bevorzugte Habitat der meisten Arten sind feuchte tropische Böden in Tiefland- und Bergregenwäldern. Die Tiere leben dort grabend im lockeren Erdreich, in Laubstreu oder in morschem Holz. Einige Gattungen wie Typhlonectes und Potomotyphlus haben sich sekundär an ein aquatisches Leben angepasst und bewohnen langsam fließende Flüsse, Bäche und Sümpfe. Diese wasserlebenden Formen besitzen einen seitlich abgeflachten Schwanzbereich, der als Antriebsfläche beim Schwimmen dient.
Da die Tiere überwiegend unterirdisch oder im Gewässergrund leben, ist ihre tatsächliche Verbreitung vermutlich größer als bislang dokumentiert. Neue Arten werden regelmäßig beschrieben – die Taxonomie der Gymnophiona befindet sich in stetigem Wandel.
Ernährung
Wurmsalamander sind ausnahmslos carnivor. Die grabenden Arten ernähren sich hauptsächlich von Regenwürmern, Termiten, Ameisen, Käferlarven und anderen wirbellosen Bodenbewohnern. Die aquatischen Vertreter fressen zusätzlich kleine Fische, Kaulquappen und Wasserinsekten. Die Nahrungssuche erfolgt überwiegend mithilfe der Tentakel und des Geruchssinns, da die stark reduzierten Augen kaum funktionsfähig sind. Die nach hinten gerichteten Zähne verhindern, dass einmal ergriffene Beute entgleiten kann.
Verhalten & Lebensweise
Wurmsalamander führen ein verborgenes, weitgehend unterirdisches Leben und sind überwiegend nachtaktiv. An der Erdoberfläche zeigen sie sich selten, am ehesten nach starken Regenfällen, wenn Wasser in ihre Gangsysteme eindringt. Die Tiere sind Einzelgänger und verteidigen kein festes Revier. Ihre Fortbewegung erfolgt durch wurmartige Peristaltik – Kontraktionswellen, die den Körper durch das Erdreich schieben – unterstützt durch den massiven, als Rammkopf dienenden Schädel.
Über das Sozialverhalten ist wenig bekannt, da die Beobachtung im natürlichen Biotop extrem schwierig ist. Die meisten Erkenntnisse stammen aus Terrarienhaltung. In Gefangenschaft zeigen aquatische Arten wie Typhlonectes natans eine relativ hohe Aktivität und lassen sich gut beobachten.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzungsbiologie variiert stark zwischen den Familien. Grundsätzlich lassen sich eierlegende (ovipare) und lebendgebärende (vivipare) Arten unterscheiden. Bei oviparen Arten, etwa der Gattung Ichthyophis, legt das Weibchen die Eier in feuchtem Erdreich nahe eines Gewässers ab und betreibt aktive Brutpflege: Es wickelt sich um das Gelege und schützt die Eier vor Austrocknung und Fressfeinden. Die schlüpfenden Larven besitzen äußere Kiemen und durchlaufen eine aquatische Larvalphase, bevor sie metamorphosieren.
Vivipare Arten wie Typhlonectes bringen voll entwickelte Jungtiere zur Welt. Die Embryonen ernähren sich im Uterus zunächst vom Dottervorrat, später über eine spezialisierte Uterusschleimhaut, die als Nährstoffquelle dient – eine Form der Matr