T Tierlexikon.net
← Lexikon

Blütick-coonhound

B

Rassen > Hunderassen – weitere

Steckbrief

  • Herkunft: Vereinigte Staaten von Amerika (Louisiana, Tennessee)
  • Rassestandard: UKC (United Kennel Club) seit 1946; AKC (American Kennel Club) seit 2009 – Gruppe: Hound Group. Keine FCI-Anerkennung.
  • Größe: Rüden 56–69 cm, Hündinnen 53–64 cm
  • Gewicht: Rüden 25–36 kg, Hündinnen 20–29 kg
  • Lebenserwartung: 11–12 Jahre
  • Fell/Farben: Kurzes, dichtes, glänzendes Fell mit charakteristischer dreifarbiger Zeichnung – dunkelblaue Tüpfelung (Blue Ticking) auf weißem Grund, ergänzt durch schwarze Abzeichen und lohfarbene Markierungen (Tan) über den Augen, an der Brust, den Läufen und unter der Rute.

Herkunft & Geschichte

Der Bluetick Coonhound gehört zur traditionsreichen Familie der amerikanischen Coonhounds, die eigens für die Waschbärjagd (Raccoon Hunting) in den südöstlichen Bundesstaaten der USA gezüchtet wurden. Seine Abstammung geht auf französische Laufhunde zurück, insbesondere auf den Grand Bleu de Gascogne und den Français Blanc et Bleu, die bereits im 18. Jahrhundert von französischen Siedlern nach Louisiana gebracht wurden. Diese Hunde wurden mit englischen Foxhounds und verschiedenen amerikanischen Jagdhundlinien gekreuzt, um einen ausdauernden, spurlauten und kälteresistenten Jagdhund zu formen.

Bis 1945 wurde der Bluetick Coonhound gemeinsam mit dem English Coonhound als eine Rasse geführt. Züchter, die den schwereren, langsameren und extrem nasenstarken Typ bevorzugten, drängten auf eine Rassetrennung. Der Zuchtverband UKC erkannte den Bluetick Coonhound 1946 als eigenständige Rasse an. Im AKC dauerte die Anerkennung deutlich länger – erst 2009 wurde die Rasse in die Hound Group aufgenommen. Eine FCI-Anerkennung existiert bis heute nicht, weshalb der Bluetick Coonhound außerhalb Nordamerikas selten anzutreffen ist.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Bluetick Coonhound ist ein muskulöser, kompakter Laufhund mit athletischem Körperbau und tiefem Brustkorb. Sein Gesamteindruck vermittelt Kraft und Ausdauer, ohne dabei plump zu wirken. Der Kopf ist breit und leicht gewölbt, mit einem ausgeprägten Stopp und einer großen, weit geöffneten Nase, die eine außergewöhnliche Riechleistung ermöglicht.

Besonders markant sind die langen, tief angesetzten Hängeohren, die weit über die Nasenspitze hinausreichen und der Rasse ein ausdrucksstarkes Erscheinungsbild verleihen. Die Augen sind groß, rund und dunkelbraun mit einem sanften, bittenden Ausdruck, der typisch für viele Coonhound-Rassen ist. Die Rute wird hoch und leicht säbelförmig getragen.

Das namensgebende Fellmuster entsteht durch dichte schwarze Tüpfelung auf weißem Grund, die optisch einen bläulichen Schimmer erzeugt – das sogenannte Blue Ticking. Am Kopf und an den Ohren dominiert Schwarz, während lohfarbene Abzeichen (Tan) klar abgegrenzt auftreten. Der Rassestandard fordert ein überwiegend getüpfeltes Fell; große einfarbige Flächen sind unerwünscht.

Charakter & Wesen

Der Bluetick Coonhound vereint scheinbare Gegensätze: Im Haus zeigt er sich ruhig, anhänglich und überaus treu gegenüber seiner Familie. Draußen verwandelt er sich in einen unermüdlichen, entschlossenen Jagdhund mit stark ausgeprägtem Beutetrieb und enormer Nasenleistung. Sein Spurlaut – ein tiefer, melodischer Bawl – ist weithin hörbar und dient bei der Jagd zur Orientierung des Jägers.

Im Familienverband ist der Bluetick Coonhound verspielt und geduldig, auch mit Kindern. Er bindet sich eng an seine Bezugspersonen und kann durchaus wachsam sein, ohne aggressiv zu reagieren. Fremden gegenüber verhält er sich zunächst reserviert, zeigt aber selten echte Schärfe.

Typisch für die Rasse ist eine gewisse Eigenständigkeit. Der Bluetick Coonhound wurde über Generationen darauf selektiert, selbstständig Entscheidungen auf der Fährte zu treffen. Das macht ihn intelligent, aber mitunter auch stur. Konsequente, geduldige Erziehung mit positiver Verstärkung ist unerlässlich. Kadavergehorsam darf man von dieser Rasse nicht erwarten.

Haltung & Pflege

Dieser Hund braucht Bewegung – und zwar reichlich. Mindestens ein bis zwei Stunden aktiver Auslauf pro Tag sind Pflicht, idealerweise ergänzt durch Nasenarbeit, Fährtensuche oder Mantrailing. Der Bluetick Coonhound ist kein Stadthund und keine Couchkartoffel; eine Haltung mit großem, sicher eingezäuntem Garten in ländlicher Umgebung ist optimal. Sein ausgeprägter Jagdtrieb erfordert besondere Aufmerksamkeit beim Freilauf – ein sicherer Rückruf muss intensiv trainiert werden.

Die Fellpflege ist unkompliziert. Wöchentliches Bürsten mit einer Naturborstenbürste genügt, um lose Haare zu entfernen und das Fell glänzend zu halten. Besonderes Augenmerk verdienen die langen Hängeohren: Sie sollten mindestens einmal wöchentlich kontrolliert und gereinigt werden, da sich in den warmen, schlecht belüfteten Gehörgängen leicht Feuchtigkeit und Bakterien ansammeln. Baden ist nur bei starker Verschmutzung nötig.

Die Beschäftigung durch artgerechte Nasenarbeit ist für das psychische Wohlbefinden dieser Rasse mindestens ebenso wichtig wie körperliche Auslastung. Ein unterforderter Bluetick Coonhound neigt zu übermäßigem Bellen, Zerstörungswut und Unruhe.

Ernährung

Der Bluetick Coonhound ist in der Regel ein guter Futterverwerter mit gesundem Appetit. Hochwertiges Alleinfutter mit hohem Fleischanteil und moderatem Fett