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Blutpython

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Tierart – Reptilien > Schlangen – Riesenschlangen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Python brongersmai (Stull, 1938)
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
  • Familie: Pythons (Pythonidae)
  • Gattung: Kurzpythons (Python, Untergattung Malayopython wird teils diskutiert; gehört zur Artengruppe der Kurzpythons innerhalb der Gattung Python)
  • Lebensraum: Tropische Tieflandregenwälder, Sümpfe, Flussufer, Reisfelder und Plantagen in Südostasien
  • Größe: 120–180 cm, selten bis 200 cm Gesamtlänge
  • Gewicht: 10–25 kg, ausnahmsweise über 30 kg
  • Lebenserwartung: 20–25 Jahre in Gefangenschaft, in freier Wildbahn vermutlich kürzer

Aussehen & Merkmale

Der Blutpython ist eine gedrungene, kräftig gebaute Riesenschlange mit einem auffallend dicken Körper im Verhältnis zu seiner eher geringen Länge. Der Kopf ist breit, deutlich vom Hals abgesetzt und von oben betrachtet dreieckig. Die kleinen Augen besitzen vertikal geschlitzte Pupillen, typisch für eine überwiegend dämmerungs- und nachtaktive Lebensweise.

Die Grundfärbung der glatten, glänzenden Schuppen variiert stark und reicht von tiefem Blutrot über Rotbraun bis hin zu Orange und gelegentlich Gelb. Auf diesem Grund zeichnen sich unregelmäßige, dunkelbraune bis schwarze Flecken und Bänder ab, die sich über den gesamten Rücken und die Flanken erstrecken. Die Bauchseite ist gewöhnlich hell, oft weißlich oder cremefarben, teils mit dunklen Sprenkeln. Die namensgebende rote Färbung ist nicht bei allen Exemplaren gleichermaßen ausgeprägt – je nach Herkunftspopulation und individueller Variabilität treten deutliche Farbunterschiede auf.

Wie alle Pythons besitzt der Blutpython Labialgruben – wärmeempfindliche Sinnesorgane an den Oberlippenschuppen, mit denen er warmblütige Beutetiere auch bei völliger Dunkelheit orten kann. Am Beckenbereich finden sich kleine Aftersporne, Rudimente der Hintergliedmaßen, die bei Männchen etwas stärker ausgebildet sind als bei Weibchen.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Blutpythons erstreckt sich über die Malaiische Halbinsel (Süd-Thailand, West-Malaysia) sowie die östlichen Teile Sumatras. Die Art besiedelt überwiegend feuchte Tieflandgebiete in Höhenlagen unter 500 Metern. Bevorzugte Habitate sind sumpfige Wälder, Uferzonen von Flüssen und Bächen, Mangroven sowie landwirtschaftlich genutzte Flächen wie Ölpalmenplantagen und Reisfelder.

Der Blutpython zeigt eine enge Bindung an Gewässer und hält sich häufig in unmittelbarer Nähe von Wasserquellen auf. Dort nutzt er schlammige Uferbereiche, Laub- und Detritus-Schichten sowie Erdlöcher als Verstecke. Diese semiaquatische Lebensweise unterscheidet ihn deutlich von vielen anderen Pythonarten.

Innerhalb der Gattung Python wird der Blutpython zusammen mit dem Borneo-Kurzpython (Python breitensteini) und dem Sumatra-Kurzpython (Python curtus) zur Artengruppe der Kurzpythons zusammengefasst. Diese drei Arten wurden lange als Unterarten einer einzigen Spezies (Python curtus) geführt, bis molekulargenetische Untersuchungen ihre Aufwertung zu eigenständigen Arten rechtfertigten.

Ernährung

Der Blutpython ernährt sich als Lauerjäger vorwiegend von kleinen bis mittelgroßen Säugetieren. Ratten, Mäuse und andere Nagetiere bilden den Hauptanteil seiner Nahrung. Gelegentlich werden auch Vögel und bodenlebende Reptilien erbeutet. In der Nähe menschlicher Siedlungen profitiert die Art vom hohen Nagetieraufkommen in Reisfeldern und auf Plantagen.

Die Jagdstrategie ist typisch für Pythons: Der Blutpython verharrt regungslos in seinem Versteck und wartet, bis ein Beutetier in Reichweite kommt. Der Zuschlag erfolgt blitzschnell. Das Opfer wird mit den nach hinten gekrümmten Zähnen gepackt und sofort mit Körperschlingen umschlungen. Durch Konstriktion – das stetige Zusammenziehen der Muskelschlingen – wird der Blutkreislauf des Beutetiers unterbrochen, was innerhalb von Minuten zum Tod führt. Anschließend wird die Beute im Ganzen verschlungen, wobei der dehnbare Kiefer das Verschlingen auch größerer Tiere ermöglicht.

Verhalten & Lebensweise

Blutpythons sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich in Erdlöchern, unter umgestürzten Baumstämmen, in dichter Vegetation oder im Schlamm von Uferbereichen. Die Art ist bodenbewohnend und klettert kaum. Ihr schwerer, gedrungener Körperbau ist an ein terrestrisches Leben in feuchten, weichen Böden angepasst.

Im Gegensatz zu vielen anderen Pythonarten gelten Blutpythons als eher standorttreu. Sie nutzen kleine Reviere und zeigen keine ausgeprägten Wanderungsbewegungen. Bei Bedrohung reagieren insbesondere Wildfänge oft defensiv mit heftigem Fauchen und schnellen Abwehrbissen. In Gefangenschaft geborene Tiere lassen sich hingegen häufig gut an den Umgang mit dem Menschen gewöhnen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in der Natur in die kühleren und trockeneren Monate. Männchen suchen paarungsbereite Weibchen aktiv auf, wobei die Aftersporne bei der Balz eine Rolle spielen: Das Männchen streicht mit den Spornen über den Körper des Weibchens, um es zur Kopulation zu stimulieren.