Grüner Baumpython
GTierart – Reptilien > Schlangen – Riesenschlangen
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Morelia viridis
- Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
- Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
- Familie: Pythons (Pythonidae)
- Gattung: Morelia
- Lebensraum: Tropische Regenwälder, Sekundärwälder, Randzonen von Kulturland
- Größe: 120–200 cm, selten bis 220 cm Gesamtlänge
- Gewicht: 1.100–1.800 g (adulte Tiere)
- Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Wildbahn, bis über 25 Jahre in menschlicher Obhut
Aussehen & Merkmale
Der Grüne Baumpython gehört zu den optisch auffälligsten Schlangenarten der Alten Welt. Adulte Tiere tragen eine leuchtend grüne Grundfärbung, die von einer feinen weißen oder hellblauen Zeichnung entlang der Rückenlinie durchzogen sein kann. Diese dorsale Musterung variiert je nach Herkunftspopulation erheblich – Tiere aus dem Tiefland Neuguineas zeigen häufig eine durchgehende weiße Vertebrallinie, während Exemplare von der Aru-Inselgruppe oft nahezu einfarbig grün erscheinen.
Die Schuppen sind klein und glatt, was dem Körper einen seidigen Glanz verleiht. Der Kopf ist deutlich vom schlanken Hals abgesetzt, breit und dreieckig. Die großen Augen besitzen vertikal geschlitzte Pupillen – ein Hinweis auf die vorwiegend dämmerungs- und nachtaktive Lebensweise. An den Oberlippenschilden (Supralabialia) befinden sich tiefe Labialgruben, die als Infrarotrezeptoren dienen. Mit diesen Grubenorganen kann der Grüne Baumpython Wärmestrahlung warmblütiger Beutetiere auf Entfernungen von bis zu einem Meter wahrnehmen.
Ein besonders auffälliges Merkmal ist der Farbwechsel im Laufe der Ontogenese: Jungtiere schlüpfen in intensivem Gelb, seltener in Rot oder Rotbraun. Erst im Alter von sechs bis zwölf Monaten setzt die Umfärbung zum adulten Grün ein, die sich über Wochen bis Monate hinziehen kann. Die genaue Funktion dieser ontogenetischen Farbveränderung ist nicht abschließend geklärt – diskutiert werden Krypsis gegenüber unterschiedlichen Prädatoren sowie ein Zusammenhang mit dem Wechsel der bevorzugten Beutetiere und Mikrohabitate.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Grünen Baumpythons erstreckt sich über Neuguinea und die vorgelagerten Inseln (Aru-Inseln, Schouten-Inseln, Misool), Teile der Kap-York-Halbinsel im äußersten Nordosten Australiens sowie einige kleinere Inseln der Torres-Straße. Die Art besiedelt primäre und sekundäre tropische Regenwälder vom Tiefland bis in montane Bereiche auf etwa 2.000 Metern Höhe.
Als streng arboricoles Reptil verbringt der Grüne Baumpython den Großteil seines Lebens im Geäst. Bevorzugte Biotope sind dichte, feuchte Wälder mit einem geschlossenen Kronendach und hoher Luftfeuchtigkeit. Gelegentlich werden Tiere auch in Gärten, auf Plantagen und in lichten Waldrandbereichen angetroffen, sofern ausreichend Baumbestand vorhanden ist. Die Tagesruhe erfolgt typischerweise auf waagerechten Ästen in Höhen zwischen zwei und zehn Metern, wobei der Körper in charakteristischen Schlingen über dem Ast drapiert wird und der Kopf exakt mittig ruht.
Ernährung
Juvenile Grüne Baumpythons ernähren sich überwiegend von kleinen Echsen und Fröschen, die sie in der unteren Strauchschicht erbeuten. Mit zunehmendem Alter verschiebt sich das Nahrungsspektrum hin zu kleinen Säugetieren – insbesondere Nagetiere und kleinere Beuteltiere stellen die Hauptnahrung adulter Tiere dar. Gelegentlich werden auch Vögel erbeutet.
Die Jagd erfolgt als Lauerjäger: Der Python verharrt auf einem Ast und wartet regungslos, bis ein Beutetier in Reichweite gelangt. Die letzte Schwanzwindung dient dabei als Anker am Ast, während der vordere Körper blitzschnell nach unten oder seitlich vorschnellt. Das Beutetier wird sofort in Körperschlingen umschlungen und durch Konstriktion getötet. Bei Jungtieren wurde zudem ein Lockverhalten mit der Schwanzspitze beobachtet: Durch langsames, wurmartiges Bewegen der Schwanzspitze (Caudallocken) werden neugierige Echsen oder Frösche in Reichweite gelockt.
Verhalten & Lebensweise
Der Grüne Baumpython ist ein Einzelgänger ohne festes Revier im engeren Sinne. Die Tiere nutzen Streifgebiete unterschiedlicher Größe, die sich mit denen anderer Individuen überlappen können. Tagsüber ruhen sie in ihrer typischen Sattelposition auf Ästen. Bei Bedrohung reagieren sie mit schnellen, gezielten Bissen – die Zähne sind lang, nadelspitz und nach hinten gekrümmt, was schmerzhaft, aber für den Menschen ungefährlich ist, da die Art keine Giftdrüsen besitzt.
Die Aktivitätsphase beginnt in der Dämmerung. Nachts durchstreifen die Tiere ihr Habitat auf der Suche nach Beute, wobei sie sich mit Hilfe ihres kräftigen Greifschwanzes geschickt durch das Geäst bewegen. Bodenkontakt findet selten statt und beschränkt sich meist auf Ortswechsel zwischen Bäumen oder auf die Eiablage.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit fällt in der Regel in die kühleren und trockeneren Monate. Männchen suchen paarungsbereite Weibchen aktiv auf und lokalisieren diese vermutlich über Pheromone. Nach erfolgreicher Kopulation legt das Weibchen sechs bis 30 Eier, typischerweise in einer Baumhöhle oder zwischen Epiphyten. Im Gegensatz zu vielen anderen Schlangen betreibt das Weibchen aktive Brutpflege: Es umschlingt das Gelege und reguliert die Brut