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Grüne Anakonda

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Tierart – Reptilien > Schlangen – Riesenschlangen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Eunectes murinus
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
  • Familie: Riesenschlangen (Boidae)
  • Gattung: Anakondas (Eunectes)
  • Lebensraum: Tropische Feuchtgebiete, Sümpfe, Flussauen und Überschwemmungssavannen Südamerikas
  • Größe: Weibchen durchschnittlich 4–5 m, maximal über 7 m; Männchen deutlich kleiner (ca. 2,5–3,5 m)
  • Gewicht: Weibchen bis über 100 kg, in Ausnahmefällen bis 200 kg; Männchen 15–30 kg
  • Lebenserwartung: In freier Wildbahn ca. 15–20 Jahre, in Gefangenschaft bis über 30 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Grüne Anakonda ist die schwerste Schlange der Welt und zählt zugleich zu den längsten. Ihr massiger, zylindrischer Körper ist auf ein Leben im Wasser optimiert: Die Augen und Nasenlöcher sitzen hoch auf dem Kopf, sodass das Tier fast vollständig untergetaucht lauern kann, während es die Umgebung überblickt und atmet.

Die Grundfärbung der Schuppen variiert von olivgrün bis dunkelgrün. Über den gesamten Rücken verteilen sich unregelmäßige, ovale schwarze Flecken, die zur Flanke hin kleiner werden und dort teilweise gelbe Zentren aufweisen. Die Bauchseite ist heller, oft gelblich-weiß mit vereinzelten dunklen Markierungen. Dieses Muster dient der Tarnung im pflanzenbewachsenen Flachwasser.

Ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus zeigt sich vor allem in der Körpergröße: Weibchen werden deutlich größer und schwerer als Männchen. Wie alle Boidae besitzt die Grüne Anakonda Aftersporne – rudimentäre Überreste der Hinterbeine, die bei Männchen stärker ausgeprägt sind und bei der Paarung eine Rolle spielen. Die Zähne sind nach hinten gebogen und dienen dem Festhalten der Beute, nicht dem Zerkleinern. Grubenorgane zur Wahrnehmung von Infrarotstrahlung fehlen der Art, anders als bei vielen Pythons.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Grünen Anakonda erstreckt sich über weite Teile des tropischen Südamerika. Es umfasst das Amazonasbecken, das Orinoco-Einzugsgebiet, die Llanos Venezuelas und Kolumbiens, die Guayanas sowie Teile Brasiliens, Perus, Boliviens, Ecuadors und Paraguays. Vereinzelte Populationen existieren auf der Insel Trinidad.

Das bevorzugte Habitat sind langsam fließende Flüsse, Sümpfe, Marschland, saisonale Überschwemmungsgebiete und mit Vegetation bestandene Lagunen. Die Art ist eng an Wasser gebunden. An Land bewegt sie sich aufgrund ihres enormen Gewichts vergleichsweise langsam und unbeholfen; im Wasser hingegen ist sie wendig und ausdauernd. Während der Trockenzeit vergraben sich Grüne Anakondas mitunter im Schlamm austrocknender Gewässer oder ziehen sich in schattige, feuchte Verstecke zurück. Das Biotop muss ganzjährig Zugang zu Wasser bieten, weshalb die Art in trockeneren Savannengebieten nur entlang permanenter Flussläufe vorkommt.

Ernährung

Grüne Anakondas sind opportunistische Raubtiere mit einem breiten Beutespektrum. Junge Tiere fressen Fische, Frösche, kleine Echsen und Vögel. Ausgewachsene Exemplare erbeuten Wasserschweine (Capybaras), Hirsche, Pekaris, Kaimane, Schildkröten und größere Vögel wie Reiher. Kannibalismus ist dokumentiert – vor allem Weibchen fressen gelegentlich kleinere Männchen, insbesondere nach der Paarung.

Als Würgeschlange tötet die Grüne Anakonda ihre Beute durch Konstriktion. Sie schlingt ihren Körper um das Beutetier und übt bei jedem Ausatmen des Opfers zunehmenden Druck aus, bis der Kreislauf zusammenbricht. Anschließend wird die Beute im Ganzen verschlungen, wobei der stark dehnbare Kiefer das Verschlingen auch großer Tiere ermöglicht. Nach einer üppigen Mahlzeit kann die Verdauung mehrere Wochen dauern, in denen die Schlange inaktiv ruht.

Verhalten & Lebensweise

Grüne Anakondas leben einzelgängerisch. Sie beanspruchen kein festes Revier, halten sich aber oft über längere Zeiträume in einem bestimmten Gewässerabschnitt auf, solange das Nahrungsangebot ausreicht. Die Art ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, kann aber auch tagsüber beim Sonnenbaden an Uferböschungen beobachtet werden – Thermoregulation ist für diese ektothermen Tiere essenziell.

Die Jagdstrategie beruht auf Lauerjagd. Reglos im trüben Flachwasser liegend, wartet die Schlange, bis ein Beutetier in Reichweite kommt, und schnappt dann blitzschnell zu. Die Kraft des ersten Bisses und das sofortige Umschlingen lassen der Beute kaum Fluchtmöglichkeiten. Im Wasser nutzt die Anakonda ihr Gewicht als Vorteil, da sie Beutetiere unter Wasser ziehen und ertränken kann.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in die Trockenzeit, etwa von März bis Mai. Weibchen sondern Pheromone ab, die Männchen über große Distanzen anlocken. Es bilden sich sogenannte Paarungsknäuel (englisch: breeding balls), bei denen sich bis zu zwölf Männchen gleichzeitig um ein einziges Weibchen winden. Diese Balz kann mehrere Wochen andauern. Dabei nutzen die Männchen ihre Aftersporne, um das Weibchen taktil zu stimulieren. Das Weibchen wählt letztlich einen oder mehrere Partner aus; Polyandrie ist häufig.

Grüne Anakondas sind ovovivipar – die Eier entwickeln sich im Mutterleib, und die J