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Bracco-italiano

B

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Steckbrief

  • Herkunft: Italien
  • FCI-Gruppe: Gruppe 7 – Vorstehhunde, Sektion 1.1: Kontinentale Vorstehhunde, Typ Braque (Nr. 202)
  • Größe: Rüden 58–67 cm, Hündinnen 55–62 cm
  • Gewicht: 25–40 kg
  • Lebenserwartung: 10–14 Jahre
  • Fell/Farben: Kurzes, dichtes, glänzendes Haar; Grundfarbe Weiß mit orangefarbenen oder kastanienbraunen Platten und Tüpfelung (roano); auch einfarbig Weiß mit wenigen Abzeichen möglich

Herkunft & Geschichte

Der Bracco Italiano gilt als eine der ältesten europäischen Vorstehhunderassen und wird häufig als Stammvater vieler kontinentaler Jagdhundlinien betrachtet. Seine Abstammung reicht bis ins Mittelalter zurück; erste bildliche Darstellungen finden sich auf Fresken und Gemälden des 14. und 15. Jahrhunderts. Historiker gehen davon aus, dass sich die Rasse aus Kreuzungen zwischen dem inzwischen ausgestorbenen Segugio Italiano und dem Asiatischen Mastiff-Typ entwickelt hat. Während der Renaissance war der Bracco ein geschätzter Begleiter des italienischen Adels, der ihn sowohl für die Netzjagd auf Federwild als auch für die Beizjagd einsetzte.

Im 18. und 19. Jahrhundert existierten zwei regional unterschiedliche Schläge: der leichtere, hellere Piemontese-Typ aus dem Piemont und der schwerere, dunklere Lombardo-Typ aus der Lombardei. Im Laufe des 19. Jahrhunderts ging der Bestand stark zurück, sodass der Bracco Italiano um 1900 vom Aussterben bedroht war. Erst durch das Engagement des italienischen Zuchtverbands SABI (Società Amatori Bracco Italiano), gegründet 1949, konnte die Rasse systematisch wiederbelebt werden. Die endgültige Anerkennung durch die FCI erfolgte 1956. Heute genießt der Bracco Italiano in seiner Heimat hohes Ansehen und gewinnt auch international – etwa in Skandinavien, Großbritannien und Nordamerika – stetig an Beliebtheit.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Bracco Italiano ist ein großer, kräftig gebauter, dabei aber keineswegs plumper Hund. Sein Körperbau wirkt nahezu quadratisch, wobei die Rumpflänge die Widerristhöhe leicht übersteigen darf. Auffällig ist der markante Kopf mit der langen, leicht gewölbten Nase, dem deutlich ausgeprägten Hinterhauptstachel und den tief angesetzten, langen Hängeohren, die sich weich um die Wangen legen. Die großen, bernstein- bis ockerfarbenen Augen verleihen dem Bracco seinen typischen sanften, beinahe melancholischen Ausdruck.

Der Hals ist kräftig mit einer leichten Wamme, die laut Rassestandard toleriert wird. Der Rücken ist breit und muskulös, die Brust tief und gut gewölbt. Die Rute wird waagerecht oder leicht nach unten getragen und ist im Rassestandard in ihrer natürlichen Länge belassen – das früher übliche Kupieren ist in den meisten europäischen Ländern verboten. Das kurze, dichte Fell liegt eng am Körper an und fühlt sich leicht derb an. Es bietet ausreichenden Schutz vor Witterung und Unterholz.

Charakter & Wesen

Der Bracco Italiano vereint scheinbar gegensätzliche Eigenschaften auf bemerkenswerte Weise. Im Feld zeigt er sich passioniert, ausdauernd und hoch konzentriert – ein ernsthafter Arbeitshund, der systematisch und mit charakteristischem, weiträumigem Trab das Gelände absucht. Zuhause dagegen ist er ruhig, anhänglich und ausgesprochen sanftmütig. Sein Wesen wird häufig als treu, sensibel und menschenbezogen beschrieben.

Gegenüber Kindern zeigt er sich geduldig und verspielt. Fremden begegnet er zunächst reserviert, aber ohne Aggression – als Wachhund taugt er nur bedingt. Mit anderen Hunden versteht er sich in der Regel problemlos, da er wenig zu Dominanzverhalten neigt. Seine Intelligenz und sein ausgeprägter Wille zur Zusammenarbeit machen die Erziehung erfreulich, vorausgesetzt, der Halter arbeitet mit positiver Verstärkung. Harter Drill und lautes Korrigieren sind bei diesem sensiblen Hund kontraproduktiv und können zu Verunsicherung oder Sturheit führen.

Haltung & Pflege

Der Bracco Italiano ist kein Hund für eine kleine Stadtwohnung. Er braucht ausreichend Auslauf, idealerweise in Form von täglichen, ausgedehnten Spaziergängen, Freilauf in sicherem Gelände und geistiger Beschäftigung. Sein Jagdtrieb ist stark ausgeprägt – eine solide Grundausbildung mit verlässlichem Rückruf ist unerlässlich. Wer den Bracco nicht jagdlich führt, sollte Alternativen wie Dummytraining, Mantrailing oder Fährtenarbeit anbieten, um seinen Arbeitsdrang zu kanalisieren.

Die Fellpflege gestaltet sich unkompliziert. Wöchentliches Bürsten mit einem Gummistriegel oder einer weichen Bürste reicht aus, um lose Haare zu entfernen und die Hautdurchblutung zu fördern. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die langen Hängeohren: Sie sollten regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden, da die eingeschränkte Luftzirkulation Ohrinfektionen begünstigt. Nach dem Einsatz im Feld empfiehlt sich eine Kontrolle auf Zecken, Grannen und kleine Verletzungen.

Ernährung

Als großer, aktiver Jagdhund hat der Bracco Italiano einen erhöhten Energiebedarf, der sich nach Alter, Aktivitätsniveau und Gesundheitszustand richtet. Hochwertiges Futter mit einem hohen Fleischanteil – ob Nass-, Trockenfutter oder BARF – bildet die Grundlage. Wichtig ist eine bedarfsgerechte Zusammensetzung mit ausreichend Proteinen, moderatem Fettgehalt und angepasster Kalzium-Phosphor-Versorgung, besonders in der Wachstumsphase.

Aufgrund seines tiefen Brustkorbs besteht ein erhöhtes Risiko für eine Magendrehung. Die tägliche Futtermenge sollte daher auf