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Brandlbracke

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Steckbrief

  • Herkunft: Österreich
  • FCI-Gruppe: Gruppe 6, Sektion 1.2 – Mittelgroße Laufhunde (FCI-Standard Nr. 63)
  • Größe: Rüden 50–56 cm, Hündinnen 48–54 cm Widerristhöhe
  • Gewicht: 15–22 kg
  • Lebenserwartung: 12–14 Jahre
  • Fell: Kurzes, dichtes, glattes Stockhaar mit Unterwolle
  • Farben: Schwarz mit klar abgegrenzten lohfarbenen Abzeichen (Brand); typische Brandflecken über den Augen, sogenannte „Vieräugl"

Herkunft & Geschichte

Die Brandlbracke, auch als Vieräugl bekannt, zählt zu den ältesten österreichischen Jagdhunderassen. Ihre Abstammung lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen, wo brackenartige Hunde im Alpenraum für die Nachsuche auf Schalenwild und die Hasenjagd eingesetzt wurden. Die Bezeichnung „Brandlbracke" leitet sich von den markanten lohfarbenen Abzeichen ab – dem sogenannten „Brand" –, während der Beiname „Vieräugl" auf die charakteristischen hellen Flecken über den Augen verweist, die den Eindruck eines zweiten Augenpaares erwecken.

Bereits im 19. Jahrhundert wurde die Rasse in der österreichischen Jagdliteratur beschrieben. Die planmäßige Reinzucht begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als Jäger und Züchter die hervorragenden Eigenschaften dieser Bracke systematisch festigen wollten. Der zuständige Zuchtverband in Österreich ist der Klub Brandlbracke, der dem Österreichischen Kynologenverband (ÖKV) angeschlossen ist. Die FCI erkannte die Rasse 1954 offiziell an. Der Rassestandard wird seither vom Ursprungsland Österreich geführt und beschreibt einen robusten, ausdauernden Laufhund mittlerer Größe.

Trotz ihrer langen Geschichte ist die Brandlbracke außerhalb Österreichs wenig verbreitet. In ihrem Heimatland genießt sie hingegen einen hervorragenden Ruf als zuverlässiger Schweißhund und Brackierhund in anspruchsvollem Gebirgsgelände.

Aussehen & Rassemerkmale

Die Brandlbracke präsentiert sich als elegant gebauter, mittelgroßer Laufhund mit kräftiger, aber nicht plumper Statur. Der Körperbau ist leicht gestreckt, die Muskulatur gut ausgeprägt. Der Kopf zeigt einen breiten Schädel mit deutlich ausgeprägtem Stopp und einem geraden Nasenrücken. Die Lefzen sind straff anliegend, die Nase ist stets schwarz.

Besonders auffällig sind die langen, hoch angesetzten Hängeohren, die glatt anliegen und bis zum Fang reichen. Die dunklen Augen haben einen klaren, wachen Ausdruck. Die Rute wird leicht nach unten oder säbelförmig getragen und ist an der Unterseite etwas länger behaart, ohne eine Fahne zu bilden.

Das Fell ist das wohl markanteste Merkmal: Kurzes, dichtes, hartes Stockhaar mit gut ausgebildeter Unterwolle schützt den Hund vor Nässe und Kälte im alpinen Gelände. Die Grundfarbe ist stets tiefschwarz mit scharf abgegrenzten lohfarbenen bis rotbraunen Abzeichen an Fang, Brust, Läufen und über den Augen. Diese sogenannten Brandabzeichen sind das Rassekennzeichen schlechthin.

Charakter & Wesen

Die Brandlbracke ist ein passionierter Jagdhund mit einem ausgesprochen feinen Geruchssinn. Sie arbeitet ruhig, ausdauernd und konzentriert auf der Fährte – Eigenschaften, die sie zur erstklassigen Schweißhündin machen. Im Feld zeigt sie Spurlaut, das heißt, sie gibt beim Verfolgen einer Fährte Laut, was dem Jäger die Orientierung erleichtert.

Im häuslichen Umfeld zeigt sich die Brandlbracke treu, anhänglich und freundlich gegenüber ihrer Bezugsperson. Sie bindet sich eng an ihren Menschen und ist gegenüber der Familie sanftmütig und geduldig. Fremden begegnet sie zunächst eher reserviert, ohne dabei aggressiv zu sein. Ein gewisser Wachsinn ist vorhanden, doch als reiner Wachhund ist sie nicht gedacht.

Typisch für die Rasse ist ein gewisser Eigensinn, der bracketypisch ist. Die Brandlbracke denkt mit und trifft bei der Arbeit selbstständige Entscheidungen – eine Eigenschaft, die in der Jagd erwünscht ist, in der Erziehung jedoch Konsequenz und Geduld erfordert. Mit der richtigen Führung ist sie ein gelehriger und kooperativer Partner.

Haltung & Pflege

Die Brandlbracke ist ein Arbeitshund durch und durch. Wer diese Rasse halten möchte, muss ihr ausreichend Beschäftigung und Auslauf bieten. Idealerweise wird sie jagdlich geführt – die Schweißarbeit, Brackierjagd oder Stöberjagd entsprechen ihrem natürlichen Arbeitstrieb. Ohne jagdliche Verwendung sind anspruchsvolle Ersatzbeschäftigungen wie Mantrailing, Fährtenarbeit oder Nasenarbeit in organisierter Form unbedingt notwendig.

Eine reine Wohnungshaltung in der Stadt ist für diese Rasse ungeeignet. Sie braucht Platz, einen Garten und täglich mehrere Stunden Bewegung in der Natur. Ländliche Umgebung mit Wald- und Feldnähe kommt ihrem Bewegungsdrang und ihrer Nasenveranlagung am meisten entgegen.

Die Fellpflege ist unkompliziert. Regelmäßiges Bürsten – ein- bis zweimal pro Woche – genügt, um loses Haar zu entfernen und die Hautdurchblutung anzuregen. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst sollte häufiger gebürstet werden. Die Hängeohren sind anfällig für Feuchtigkeit und Schmutz, daher ist eine regelmäßige Kontrolle und Reinigung der Ohren wichtig.

Ernährung

Die Ernährung der Brandlbracke sollte dem Aktivitätsniveau angepasst werden. Als aktiver Jagdhund hat sie einen höheren Energiebedarf als weniger bewegungsfreudige