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Campolina

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Steckbrief

  • Herkunft: Brasilien (Bundesstaat Minas Gerais)
  • Rassestandard: ABCCampolina (Associação Brasileira dos Criadores do Cavalo Campolina)
  • Stockmaß: Hengste ab 155 cm, Stuten ab 150 cm; viele Vertreter erreichen 160–168 cm
  • Gewicht: 450–600 kg
  • Lebenserwartung: 25–30 Jahre
  • Fell/Farben: Alle Grundfarben erlaubt; besonders häufig Rappen, Braune, Schimmel, Falben und Schecken. Das Fell ist fein, glänzend und dicht, Mähne und Schweif oft üppig und gewellt.

Herkunft & Geschichte

Die Campolina-Rasse geht auf einen einzigen Gründerhengst zurück und trägt den Namen ihres Begründers Cassiano Campolina, eines Farmers aus der Region Entre Rios de Minas im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Um 1870 erhielt Campolina eine trächtige Stute der Rasse Mangalarga, die von einem andalusischen Hengst gedeckt worden war. Das daraus geborene Fohlen – ein dunkler Hengst namens Monarca – wurde zum Stammvater der gesamten Rasse. Cassiano Campolina kreuzte Monarca und dessen Nachkommen über Jahrzehnte gezielt mit Pferden verschiedener Abstammung: Anglo-Normannen, Clydesdales, Holsteiner und amerikanische Saddlebreds flossen in die Zucht ein, um Größe, Gangqualität und Eleganz zu verbessern.

Ab den 1930er-Jahren konzentrierte sich die Zucht stärker auf die Konsolidierung des Typs. 1951 wurde der Zuchtverband ABCCampolina gegründet, der seither den Rassestandard verwaltet, Zuchtbücher führt und die Körung organisiert. Heute ist die Campolina eine der populärsten Gangpferderassen Brasiliens mit geschätzt über 85.000 registrierten Pferden. International ist sie vor allem in Portugal, den USA und einigen südamerikanischen Ländern vertreten, in Europa jedoch noch weitgehend unbekannt.

Aussehen & Rassemerkmale

Die Campolina ist ein großrahmiges, elegant gebautes Gangpferd, das sofort durch seinen aufrechten Hals und seine stolze Haltung auffällt. Der Kopf ist mittellang mit geradem bis leicht konvexem Profil – ein Erbe der iberischen Vorfahren. Die Augen sind groß und ausdrucksvoll, die Ohren mittelgroß und aufmerksam nach vorn gerichtet.

Der Hals ist lang, muskulös und hoch angesetzt, was dem Pferd eine natürliche Aufrichtung verleiht. Die Schulter ist gut gewinkelt, der Widerrist mittelhoch und deutlich ausgeprägt. Der Rücken ist mittellang und kräftig, die Kruppe leicht abfallend und breit. Die Beine sind trocken mit stabilen Gelenken und harten Hufen. Die Fesseln sind mittellang, was dem weichen Gang zugutekommt.

Das herausragende Rassemerkmal ist der natürliche Viertaktgang, die sogenannte Marcha. Die Campolina zeigt dabei entweder die Marcha Picada (laterale Fußfolge mit Schwebephasen) oder die Marcha Batida (diagonale Fußfolge). Beide Gangvarianten sorgen für ein außergewöhnlich ruhiges und bequemes Reitgefühl, weshalb das Pferd in Brasilien als ideales Distanz- und Wanderreitpferd gilt.

Charakter & Wesen

Die Campolina zeichnet sich durch ein ausgeglichenes, freundliches Temperament aus. Die Pferde gelten als intelligent, lernwillig und dem Menschen gegenüber äußerst zugänglich. Im Umgang sind sie ruhig und geduldig, ohne dabei phlegmatisch zu wirken. Unter dem Sattel zeigen sie sich willig, trittsicher und aufmerksam gegenüber den Hilfen des Reiters.

Typisch für die Rasse ist ein gewisses Maß an Sensibilität, das jedoch nicht in Schreckhaftigkeit umschlägt. Campolinas bauen enge Bindungen zu ihren Bezugspersonen auf und gelten als ausgesprochen treu. In der Herde verhalten sie sich sozialverträglich und wenig dominant, was die Vergesellschaftung mit anderen Pferden erleichtert. Ihre Nervenstärke macht sie auch für Reitanfänger interessant, die ein sicheres und komfortables Pferd suchen.

Haltung & Pflege

Als brasilianische Rasse ist die Campolina an warmes Klima und extensive Haltung auf großen Weideflächen gewöhnt. In mitteleuropäischen Breiten ist eine Haltung durchaus möglich, sofern ein witterungsgeschützter Unterstand oder Stall zur Verfügung steht. Offenstallhaltung mit ausreichend Auslauf entspricht dem Bewegungsbedürfnis dieser aktiven Pferde am besten.

Die Fellpflege ist unkompliziert. Regelmäßiges Putzen, das Entwirren der oft üppigen Mähne und Schweifpflege genügen. Da die Rasse von Natur aus harte Hufe mitbringt, ist die Hufpflege im Normalfall unproblematisch, ein regelmäßiger Besuch beim Hufschmied alle sechs bis acht Wochen bleibt dennoch unverzichtbar.

Die Campolina braucht tägliche Beschäftigung – sei es durch Reitarbeit, Bodenarbeit oder ausgedehnte Geländeritte. Ihre natürliche Gangveranlagung sollte durch gezieltes Training gefördert und nicht durch falsche Hilfsmittel erzwungen werden. Ein erfahrener Gangpferd-Trainer kann helfen, das Potenzial der Marcha optimal zu entwickeln.

Ernährung

Die Campolina ist grundsätzlich ein leichtfuttriges Pferd, das mit qualitativ hochwertigem Raufutter – Heu und Weidegras – eine solide Grundversorgung erhält. Kraftfutter sollte dem individuellen Arbeitspensum angepasst werden; bei leichter bis mittlerer Arbeit reichen moderate Mengen Hafer oder ein ausgewogenes Mischfutter. Minerallecksteine und eine an die Boden- und Klimaverhältnisse angepasste Mineralfuttergabe sind empfehlenswert, besonders in Regionen mit nährstoffarmen Böden.

Wie bei allen leichtfuttrigen Rassen besteht bei übermäßiger Energiezufuhr die Gefahr von Übergewicht, das wiederum Hufr