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Chippen

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Tiermedizin & Gesundheit > Gesundheit & Diagnostik

Definition & Überblick

Unter Chippen versteht man in der Tiermedizin das subkutane Einsetzen eines Mikrochip-Transponders zur eindeutigen und dauerhaften Identifikation eines Tieres. Der Transponder – umgangssprachlich schlicht „Chip" genannt – ist ein reiskorngroßes Implantat (etwa 12 × 2 mm), das eine weltweit einmalige 15-stellige Nummer nach ISO-Standard 11784/11785 enthält. Diese Nummer kann mit einem speziellen Lesegerät (Scanner) kontaktlos über Radiofrequenz-Identifikation (RFID) ausgelesen werden und ermöglicht die Zuordnung des Tieres zu seinem Halter über eine registrierte Datenbank.

Seit dem Inkrafttreten der EU-Verordnung (EG) Nr. 998/2003 und ihrer Nachfolgeregelung (EU) Nr. 576/2013 ist das Chippen für Hunde, Katzen und Frettchen bei grenzüberschreitendem Reiseverkehr innerhalb der Europäischen Union verpflichtend. In Deutschland schreiben zudem zahlreiche Landeshundegesetze eine Kennzeichnung per Mikrochip vor. Neben Heimtieren werden auch Pferde, Reptilien, Vögel und Zootiere routinemäßig gechipt. Der Eingriff gilt als einer der einfachsten und sichersten in der tierärztlichen Praxis.

Ursachen & Risikofaktoren

Das Chippen selbst ist kein Krankheitsbild, sondern eine prophylaktische Maßnahme und gesetzliche Pflicht. Die „Ursache" für den Eingriff liegt also in der Notwendigkeit einer zuverlässigen Tieridentifikation. Dennoch existieren – wie bei jeder invasiven Maßnahme – gewisse Risikofaktoren, die berücksichtigt werden sollten:

  • Chip-Migration: In seltenen Fällen kann der Transponder von der Implantationsstelle abwandern. Bei Hunden und Katzen wird er standardmäßig an der linken Halsseite zwischen Schulterblatt und Ohr subkutan implantiert, bei Pferden in das Nackenband (Ligamentum nuchae). Eine Wanderung des Chips um einige Zentimeter ist möglich, stellt aber in der Regel kein medizinisches Problem dar.
  • Lokale Entzündungsreaktion: Wie bei jeder Injektion kann es an der Einstichstelle zu einer vorübergehenden Schwellung, Rötung oder leichten Infektion kommen. Dieses Risiko ist bei sachgerechter Durchführung unter sterilen Bedingungen äußerst gering.
  • Tumorbildung: Extrem selten wurden in der veterinärmedizinischen Literatur Fälle von Fremdkörper-assoziierten Sarkomen (insbesondere bei Katzen) im Bereich des implantierten Transponders beschrieben. Die Inzidenz ist verschwindend gering und liegt weit unter dem Nutzen der Kennzeichnung.
  • Technisches Versagen: In Ausnahmefällen kann ein Transponder seine Funktion verlieren und nicht mehr auslesbar sein. Ein defekter Chip verursacht keine gesundheitlichen Probleme, sollte aber durch einen neuen ersetzt werden.

Symptome & Erkennung

Da das Chippen ein geplanter Eingriff und keine Erkrankung ist, treten im Normalfall keine Symptome auf. Der implantierte Transponder ist vom Tier nicht spürbar und beeinträchtigt weder Bewegung noch Wohlbefinden. Folgende Anzeichen können jedoch auf Komplikationen hinweisen:

  • Anhaltende Schwellung oder Verhärtung an der Implantationsstelle über mehr als drei Tage
  • Wärme, Rötung oder Schmerzempfindlichkeit im Bereich der Injektionsstelle als Zeichen einer lokalen Infektion
  • Absonderung von Wundflüssigkeit (Serom) oder Eiter
  • Tastbare Verlagerung des Chips an eine untypische Körperstelle
  • Selten: eine wachsende, derbe Umfangsvermehrung, die auf eine Gewebeneubildung hindeuten könnte

Diagnose

Die Überprüfung eines implantierten Mikrochips erfolgt mittels eines RFID-Lesegeräts, das über das Fell geführt wird und die gespeicherte Transpondernummer auf dem Display anzeigt. Dieser Vorgang ist schmerzfrei und dauert wenige Sekunden. Bei Verdacht auf eine Chip-Migration wird der gesamte Körper systematisch gescannt, um die aktuelle Position des Transponders zu lokalisieren.

Sollten Komplikationen an der Implantationsstelle auftreten, stehen folgende diagnostische Verfahren zur Verfügung:

  • Klinische Untersuchung: Palpation und Inspektion der betroffenen Region
  • Sonographie (Ultraschall): Darstellung des Transponders im Gewebe sowie möglicher Flüssigkeitsansammlungen oder Gewebeveränderungen
  • Röntgenuntersuchung: Der Mikrochip ist röntgendicht und lässt sich bildgebend exakt lokalisieren
  • Feinnadelaspiration oder Biopsie: Bei Verdacht auf eine tumoröse Veränderung im Bereich des Implantats zur histopathologischen Untersuchung

Behandlung & Therapie

Der Implantationsvorgang selbst ist unkompliziert: Der Transponder wird mithilfe einer speziellen Einweginjektionskanüle (Applikator) subkutan injiziert. Eine Narkose ist in der Regel nicht erforderlich – der Eingriff ist vergleichbar mit einer gewöhnlichen Impfung und wird von den meisten Tieren gut toleriert. Bei sehr ängstlichen oder aggressiven Tieren kann eine leichte Sedierung sinnvoll sein. Häufig wird das Chippen mit einer ohnehin anstehenden Narkose, etwa bei der Kastration, kombiniert.

Bei Komplikationen richtet sich die Therapie nach dem Befund:

  • Lokale Infektion: Antiseptische Wundversorgung, gegebenenfalls systemische Antibiotikatherapie
  • Chip-Migration: In den meisten Fällen keine Behandlung nötig, solange der Transponder auslesbar bleibt. Eine chirurgische Entfernung und Neuimplantation ist nur selten indiziert.
  • Defekter Transponder: Implantation eines neuen Chips mit