Clumber-spaniel
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Steckbrief
- Herkunft: Großbritannien
- FCI-Gruppe: Gruppe 8 – Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde; Sektion 2 – Stöberhunde, mit Arbeitsprüfung
- FCI-Standard Nr.: 109
- Größe: Rüden ca. 45–50 cm, Hündinnen ca. 43–48 cm Widerristhöhe
- Gewicht: Rüden 29–34 kg, Hündinnen 25–30 kg
- Lebenserwartung: 10–12 Jahre
- Fell/Farben: Dichtes, seidiges, glattes Haar mit guter Unterwolle; überwiegend weiß mit Zitronen- oder Orangemarkierungen, leichte Fleckung am Kopf erwünscht
Herkunft & Geschichte
Die genaue Abstammung des Clumber Spaniels ist nicht restlos geklärt, doch die gängigste Theorie führt seine Ursprünge auf den Landsitz Clumber Park in Nottinghamshire zurück, dem Sitz der Herzöge von Newcastle. Der Überlieferung zufolge soll der französische Duc de Noailles gegen Ende des 18. Jahrhunderts seine schweren Spaniel-Hunde vor den Wirren der Französischen Revolution nach England in Sicherheit gebracht haben. Auf Clumber Park wurden diese Hunde anschließend gezielt weitergezüchtet und an die englischen Jagdverhältnisse angepasst.
Bereits im frühen 19. Jahrhundert war der Clumber Spaniel bei der britischen Aristokratie äußerst beliebt. König Edward VII. und später König George V. hielten Clumber Spaniels auf dem königlichen Anwesen Sandringham. Die Rasse wurde 1859 auf einer der ersten organisierten Hundeausstellungen in England gezeigt und gehörte zu den ersten vom Kennel Club anerkannten Rassen. Der britische Rassestandard bildet bis heute die Grundlage für den internationalen FCI-Standard. Der zuständige Zuchtverband in Deutschland ist der Jagdspaniel-Klub e.V., der dem VDH angeschlossen ist.
Trotz seiner langen Geschichte blieb der Clumber Spaniel stets eine vergleichsweise seltene Rasse. Selbst in Großbritannien gilt er als „vulnerable native breed" – eine gefährdete einheimische Rasse mit niedrigen jährlichen Welpenzahlen.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Clumber Spaniel ist der schwerste und massigste aller Spaniel-Rassen. Sein Körperbau ist lang, tief und kräftig, dabei aber keinesfalls plump. Der breite Kopf mit dem ausgeprägten Hinterhauptbein, den tiefliegenden, leicht bernsteinfarbenen Augen und den großen, weinlaubförmigen Behängen verleiht ihm einen nachdenklichen, würdevollen Ausdruck.
Das Fell ist dicht, seidig und glatt anliegend mit einer üppigen Befederung an Brust, Bauch, Läufen und Rute. Die Grundfarbe ist immer ein reines Weiß, ergänzt durch Zitronen- oder Orangeflecken, die vor allem am Kopf auftreten. Einzelne Flecken am Körper sind erlaubt, eine übermäßige Zeichnung ist laut Rassestandard jedoch unerwünscht.
Die Rute wird in der Regel auf Höhe der Rückenlinie oder leicht darunter getragen und wird bei der Arbeit freudig bewegt. Der Gang ist rollend und gleichmäßig, was dem schweren Körperbau geschuldet ist, aber eine ausdauernde, mühelose Bewegung durch dichtes Unterholz ermöglicht.
Charakter & Wesen
Der Clumber Spaniel vereint scheinbar gegensätzliche Eigenschaften auf harmonische Weise. Er ist ruhig und gelassen im Haus, zeigt sich bei der Arbeit im Feld aber konzentriert, ausdauernd und erstaunlich zielstrebig. Sein Wesen ist grundsätzlich freundlich, treu und menschenbezogen. Er baut eine enge Bindung zu seiner Familie auf und zeigt häufig eine sanfte Anhänglichkeit, ohne aufdringlich zu wirken.
Gegenüber Fremden verhält sich der Clumber Spaniel zurückhaltend, aber niemals aggressiv. Eine gewisse Wachsamkeit ist durchaus vorhanden – er meldet Besucher durchaus, ist jedoch kein klassischer Wachhund. Im Umgang mit Kindern zeigt er sich geduldig und gutmütig, was ihn zu einem verlässlichen Familienhund macht.
Trotz seiner gemächlichen Ausstrahlung besitzt der Clumber Spaniel eine gute Portion Eigensinn. In der Erziehung braucht er eine konsequente, aber stets positive Führung. Härte und Druck sind bei dieser sensiblen Rasse kontraproduktiv. Mit Geduld und Belohnung lässt er sich gut motivieren, wobei Futterlob besonders effektiv ist – manchmal fast zu effektiv, wie viele Besitzer schmunzelnd bestätigen.
Sein jagdlicher Einsatzbereich ist die langsame, gründliche Arbeit im dichten Unterholz. Er stöbert Wild methodisch auf und apportiert zuverlässig. Dabei arbeitet er eng am Jäger und zeigt wenig Tendenz zum selbstständigen Weitjagen, was ihn zu einem angenehmen Begleiter bei der Niederwildjagd macht.
Haltung & Pflege
Der Clumber Spaniel stellt keine extremen Ansprüche an seinen Auslauf, benötigt aber regelmäßige, moderate Bewegung. Zwei ausgedehnte Spaziergänge täglich, idealerweise mit der Möglichkeit zum freien Stöbern in der Natur, genügen in der Regel. Übermäßige sportliche Belastung – etwa intensives Joggen oder Fahrradfahren – ist aufgrund seines schweren Körperbaus nicht empfehlenswert. Nasenarbeit, Dummytraining und ruhige Suchspiele bieten die ideale geistige Beschäftigung.
Die Fellpflege erfordert regelmäßige Aufmerksamkeit. Zwei- bis dreimaliges Bürsten pro Woche verhindert Verfilzungen, besonders an den befederten Partien. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst haart der Clumber Spaniel erheblich – darauf sollte man vorbereitet sein. Die großen Behänge müssen wöchentlich kontrolliert und gereinigt werden, da schlecht belüftete Hängeohren zu Ohrinfektionen neigen. Auch die Augenpartie verdient besondere Beachtung, da die leicht losen Unterlider Schmutz ansammeln können.
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