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Coton-de-tuléar

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Rassen > Hunderassen – Gesellschafts- & Begleithunde

Steckbrief

  • Herkunft: Madagaskar
  • FCI-Gruppe: Gruppe 9 – Gesellschafts- und Begleithunde, Sektion 1.2: Bichons und verwandte Rassen (ohne Arbeitsprüfung)
  • FCI-Standard Nr.: 283
  • Größe: Rüden 26–28 cm, Hündinnen 23–25 cm (Schulterhöhe)
  • Gewicht: Rüden 4–6 kg, Hündinnen 3,5–5 kg
  • Lebenserwartung: 14–17 Jahre
  • Fell: Lang, baumwollartig, dicht, leicht gewellt; überwiegend weiß, mit leichten Schattierungen in Hellgrau oder Zimtfarben an den Ohren erlaubt
  • Verwendung: Begleit- und Familienhund

Herkunft & Geschichte

Der Coton de Tuléar verdankt seinen Namen der Hafenstadt Tuléar (heute Toliara) im Südwesten Madagaskars sowie seinem charakteristischen, baumwollartigen Fell – „coton" ist das französische Wort für Baumwolle. Über die genaue Abstammung der Rasse existieren unterschiedliche Theorien. Die am weitesten verbreitete Annahme besagt, dass kleine weiße Hunde vom Typ Bichon durch französische Kolonialherren und Seefahrer zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert nach Madagaskar gelangten. Dort vermischten sie sich möglicherweise mit einheimischen Hunden und entwickelten sich über Jahrhunderte in relativer Isolation zu einem eigenständigen Rassetyp.

Auf Madagaskar avancierte der Coton de Tuléar zum geschätzten Begleiter der wohlhabenden Oberschicht und wurde zeitweise als „königlicher Hund Madagaskars" bezeichnet. Die Ausfuhr der Tiere war über lange Zeit stark reglementiert. Erst in den 1960er-Jahren gelangten die ersten Exemplare nach Frankreich, wo sich Züchter und Zuchtverbände der Rasse annahmen. 1970 wurde der Rassestandard erstmals offiziell beschrieben, und die Fédération Cynologique Internationale (FCI) erkannte den Coton de Tuléar 1970 vorläufig und 1972 endgültig an. Frankreich übernahm das Patronat über den Rassestandard. Heute wird die Rasse weltweit gezüchtet, wobei die Population im Vergleich zu anderen Bichon-Rassen nach wie vor überschaubar ist.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Coton de Tuléar ist ein kleiner, harmonisch gebauter Hund mit einem leicht gestreckten Körper. Die Rückenlinie verläuft gerade bis leicht gewölbt, die Lendenpartie ist gut bemuskelt. Die Rute wird in Ruhe unter der Rückenlinie getragen, in Bewegung fröhlich über den Rücken gebogen, wobei die Spitze idealerweise zum Körper zeigt.

Das auffälligste Rassemerkmal ist das Fell. Es fühlt sich weich, geschmeidig und tatsächlich baumwollähnlich an. Die Textur ist dicht und kann leicht gewellt sein, darf laut Rassestandard aber keine Locken bilden. Die Grundfarbe ist reines Weiß. Leichte Schattierungen in Grau oder Zimtfarben sind an den Ohren erlaubt, sollten im Gesamtbild aber nicht dominieren.

Der Kopf ist von oben betrachtet dreieckig und kurz, mit einem leicht gewölbten Schädel und einem gut ausgeprägten, aber nicht übertriebenen Stopp. Die Augen sind rund, dunkel und von aufmerksam-freundlichem Ausdruck. Die dreieckigen Hängeohren sind hoch angesetzt und dicht behaart. Die Nase ist schwarz, bei einigen Linien auch braun.

Charakter & Wesen

Wer einmal einen Coton de Tuléar kennengelernt hat, vergisst sein Wesen nicht so schnell. Diese Hunde sind ausgesprochen fröhlich, anhänglich und auf ihre Bezugsperson fixiert. Sie gelten als anpassungsfähig, intelligent und erstaunlich einfühlsam. Viele Halter berichten, dass ihr Coton de Tuléar die Stimmung im Haushalt sehr genau wahrnimmt und intuitiv darauf reagiert.

Trotz seiner geringen Größe ist der Coton de Tuléar kein ängstlicher oder nervöser Hund. Er ist verspielt, treu und verfügt über eine gesunde Portion Wachsamkeit, ohne dabei zu übermäßigem Bellen zu neigen. Fremden gegenüber zeigt er sich nach kurzer Eingewöhnung freundlich. Mit Kindern versteht er sich in der Regel ausgezeichnet, sofern ein respektvoller Umgang gewährleistet ist. Auch mit anderen Hunden und Haustieren ist ein harmonisches Zusammenleben möglich, da der Coton de Tuléar wenig Aggressionspotenzial besitzt.

Eine Eigenheit der Rasse ist die sogenannte „Coton-Show": Viele Vertreter springen vor Begeisterung auf die Hinterbeine oder drehen sich im Kreis, um ihre Freude auszudrücken – ein Verhalten, das Liebhaber der Rasse besonders schätzen.

Haltung & Pflege

Der Coton de Tuléar eignet sich hervorragend für die Wohnungshaltung, sofern er ausreichend Auslauf und geistige Beschäftigung erhält. Tägliche Spaziergänge von insgesamt 60 bis 90 Minuten genügen, um ihn körperlich auszulasten. Darüber hinaus profitiert er von kleinen Denkspielen, Tricktraining oder Apportierspielen, denn seine Intelligenz verlangt nach Förderung.

Die Fellpflege ist der zeitintensivste Aspekt der Haltung. Das baumwollartige Haarkleid neigt zur Verfilzung und sollte mindestens jeden zweiten Tag gründlich durchgebürstet werden. In der Phase des Fellwechsels vom Welpen- zum Erwachsenenfell – etwa zwischen dem 8. und 14. Lebensmonat – ist tägliches Bürsten unerlässlich. Ein Vorteil: Der Coton de Tuléar haart nur minimal und gilt als vergleichsweise allergikerfreundlich, wobei keine Hunderasse vollständig hypoallergen ist. Baden sollte man den Hund nur bei Bedarf, um die natürliche Fellstruktur zu schützen. Regelmäßige Kontrolle von Ohren, Zähnen und Krallen gehört zur Grundpflege.

Ernährung

Bei der Ernährung des