Drentsche-patrijshond
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Steckbrief
- Herkunft: Niederlande (Provinz Drenthe)
- FCI-Gruppe: Gruppe 7 – Vorstehhunde, Sektion 1.2: Kontinentale Vorstehhunde, Typ Spaniel (FCI-Standard Nr. 224)
- Größe: Rüden 58–63 cm, Hündinnen 55–60 cm Widerristhöhe
- Gewicht: ca. 20–30 kg
- Lebenserwartung: 12–14 Jahre
- Fell/Farben: Halblanges, dichtes Haarkleid mit leichter Wellung; weiß mit braunen (orangebraunen) Platten und Tupfen, häufig mit braunem Mantel
Herkunft & Geschichte
Der Drentsche Patrijshond – auf Deutsch etwa „Drentscher Rebhuhnhund" – zählt zu den ältesten Jagdhunderassen der Niederlande. Seine Abstammung lässt sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen, als spanielartige Vorstehhunde in der ländlichen Provinz Drenthe zur Jagd auf Federwild, insbesondere Rebhühner, eingesetzt wurden. Historische Gemälde niederländischer und flämischer Meister zeigen bereits Hunde, die dem heutigen Drentsche Patrijshond verblüffend ähneln.
Anders als viele Jagdhunderassen, die im 19. Jahrhundert durch gezielte Einkreuzung anderer Rassen verändert wurden, blieb der Drentsche Patrijshond über Jahrhunderte weitgehend rein erhalten. Die Bauern und Jäger in Drenthe züchteten ihn pragmatisch als vielseitigen Gebrauchshund, der vorstehen, apportieren und spurlaut jagen konnte. Die offizielle Anerkennung durch den niederländischen Kennel Club (Raad van Beheer) erfolgte erst 1943, die FCI-Anerkennung folgte 1960. Maßgeblicher Zuchtverband ist die Vereeniging De Drentsche Patrijshond in den Niederlanden, die bis heute streng auf Gesundheit, Wesen und jagdliche Leistung selektiert.
Außerhalb der Niederlande ist die Rasse nach wie vor wenig verbreitet. In Deutschland, Skandinavien und Nordamerika gibt es kleine, aber engagierte Züchtergemeinschaften, die den Rassestandard hochhalten.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Drentsche Patrijshond ist ein mittelgroßer, gut proportionierter Vorstehhund mit kräftigem, aber nicht plumpem Körperbau. Der Kopf ist keilförmig mit einem sanften Stop und leicht gewölbter Schädeldecke. Die braunen Augen haben einen freundlichen, intelligenten Ausdruck, der als besonders rassetypisch gilt. Die Ohren sind hoch angesetzt, mittellang und dicht am Kopf anliegend, mit schöner Befederung.
Das Fell ist halblang, dicht und leicht gewellt, aber nie lockig. An Brust, Ohren, Beinen und Rute bildet es längere Fransen, die sogenannte Befederung. Die Grundfarbe ist Weiß mit braunen bis orangebraunen Platten und Tupfen. Ein durchgehender brauner Mantel ist laut Rassestandard erwünscht, ebenso wie eine Blesse oder symmetrische Kopfzeichnung. Rein weiße oder rein braune Hunde entsprechen nicht dem Standard.
Die Rute wird in Ruhe hängend getragen und bei Aufmerksamkeit leicht angehoben, jedoch nie über dem Rücken gerollt. Insgesamt strahlt der Drentsche Patrijshond Eleganz und gleichzeitig Robustheit aus – ein Arbeitshund, dem man seine Vielseitigkeit ansieht.
Charakter & Wesen
Der Drentsche Patrijshond vereint Eigenschaften, die ihn sowohl zum hervorragenden Jagdbegleiter als auch zum geschätzten Familienhund machen. Er ist treu, anhänglich und bindet sich eng an seine Bezugspersonen. Im Haus zeigt er sich ruhig und ausgeglichen, draußen wird er zu einem aufmerksamen, wachsamen und arbeitswilligen Begleiter.
Im Umgang mit Kindern erweist sich diese Rasse als geduldig und sanftmütig. Gegenüber Fremden verhält er sich zunächst reserviert, aber nie aggressiv. Seine Wachsamkeit macht ihn zu einem zuverlässigen Melder, ohne dabei zum Kläffer zu werden.
Im jagdlichen Einsatz besticht er durch seine systematische Feldsuche, sicheres Vorstehen und weiches Apportieren. Er arbeitet in engem Kontakt mit seinem Führer und zeigt dabei große Führigkeit und Kooperationsbereitschaft. Der Drentsche Patrijshond ist verspielt und lernfreudig, benötigt aber eine konsequente, dabei einfühlsame Erziehung. Harte Methoden sind bei diesem sensiblen Hund kontraproduktiv und zerstören das Vertrauen.
Haltung & Pflege
Der Drentsche Patrijshond ist kein Hund für die Stadtwohnung ohne Garten. Er braucht ausreichend Auslauf und geistige Beschäftigung. Ideal sind mindestens zwei Stunden Bewegung täglich – ob bei der Jagd, beim Dummy-Training, bei Nasenarbeit oder bei langen Spaziergängen in der Natur. Ohne angemessene Auslastung kann dieser intelligente Hund unerwünschte Verhaltensweisen entwickeln.
Die Fellpflege ist unkompliziert, aber regelmäßig notwendig. Einmal wöchentliches gründliches Bürsten reicht in der Regel aus, um Verfilzungen besonders an den Befederungsstellen zu verhindern. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst sollte häufiger gebürstet werden. Die Ohren verdienen besondere Aufmerksamkeit: Durch die hängenden Ohrmuscheln ist die Belüftung eingeschränkt, was Ohrentzündungen begünstigen kann. Regelmäßige Kontrolle und behutsame Reinigung beugen Problemen vor.
Als geselliger Hund sollte der Drentsche Patrijshond nicht dauerhaft isoliert im Zwinger gehalten werden. Er gehört in die Familie und braucht den engen Kontakt zu seinen Menschen.
Ernährung
Die Ernährung des Drentsche Patrijshond sollte dem Aktivitätslevel angepasst sein. Ein jagdlich geführter Hund hat einen deutlich höheren Energiebedarf als ein reiner Familienhund. Hochwertiges Futter mit einem ausgewogenen Verhältnis von tierischem Protein, Fett, Kohlenhydraten