Düne
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Definition und Überblick
Eine Düne ist eine durch Wind aufgeschüttete Erhebung aus Sand oder feinem Sediment. Dünen entstehen überall dort, wo ausreichend lockeres Material, eine vorherrschende Windrichtung und eine geeignete Oberfläche zusammentreffen. Am bekanntesten sind die Küstendünen entlang von Meeresufern sowie die Wüstendünen in ariden Gebieten. Als Lebensraum stellen Dünen eines der dynamischsten und zugleich extremsten terrestrischen Ökosysteme dar. Trotz Trockenheit, Nährstoffarmut, Sandverwehung und starker Temperaturschwankungen haben sich zahlreiche Tier- und Pflanzenarten an diese Bedingungen angepasst.
Entstehung und Dünentypen
Dünen bilden sich, wenn Wind sandiges Material transportiert und an Hindernissen oder durch nachlassende Windgeschwindigkeit ablagert. An Küsten liefern Brandung und Meeresströmungen den Sand, der bei Ebbe trockenfällt und vom Wind landeinwärts getragen wird. In Wüsten stammt das Material aus der Verwitterung von Gestein.
Je nach Windverhältnissen und Sandangebot entstehen unterschiedliche Dünenformen:
- Wanderdünen – nicht durch Vegetation fixierte Dünen, die sich stetig in Windrichtung verlagern
- Parabeldünen – hufeisenförmige Dünen, deren Schenkel entgegen der Windrichtung weisen, typisch für Küstenregionen
- Barchandünen – sichelförmige Dünen in Wüsten mit begrenztem Sandangebot
- Längsdünen (Seifdünen) – langgestreckte Sandrücken parallel zur Hauptwindrichtung
- Sterndünen – sternförmige Gebilde, die bei wechselnden Windrichtungen entstehen
An der Küste unterscheidet man außerdem nach der Lage: Vordüne (Primärdüne), Weißdüne, Graudüne und Braundüne bilden eine Abfolge vom Strand ins Landesinnere, die jeweils eigene ökologische Bedingungen aufweist.
Ökologische Zonierung der Küstendüne
Die Küstendünenlandschaft lässt sich in mehrere aufeinanderfolgende Zonen gliedern, die sich durch zunehmende Bodenentwicklung, abnehmende Salz- und Windbelastung sowie wachsende Vegetationsbedeckung unterscheiden.
Die Vordüne liegt unmittelbar hinter dem Spülsaum. Hier siedeln Pionierpflanzen wie Meersenf und Strandhafer, die Sandverwehungen tolerieren und durch ihre Wurzeln erste Stabilisierung bewirken. Tierarten sind hier selten; vor allem Strandläufer, Regenpfeifer und bestimmte Käferarten nutzen diesen Bereich.
Die Weißdüne ist durch den namensgebenden hellen, kaum humosen Sand gekennzeichnet. Strandhafer (Ammophila arenaria) dominiert und fördert durch sein Wachstum die weitere Sandakkumulation. Insekten wie Sandlaufkäfer und grabende Hautflügler finden hier geeignete Nistbedingungen.
In der Graudüne hat sich eine dünne Humusschicht gebildet, die dem Sand eine gräuliche Färbung verleiht. Moose, Flechten und niedrige Gräser besiedeln die Oberfläche. Die Artenvielfalt nimmt deutlich zu: Heuschrecken, Spinnen, Eidechsen wie die Zauneidechse und verschiedene Singvögel nutzen das dichtere Vegetationsmosaik.
Die Braundüne weist bereits eine geschlossene Pflanzendecke mit Heidekraut, Kriechweide und Krähenbeere auf. Der Boden ist stärker entwickelt und hält Feuchtigkeit besser. Hier leben Kaninchen, Hermeline, bodenbrütende Vögel wie die Heidelerche und eine Vielzahl von Wirbellosen.
Tierwelt der Dünenlebensräume
Die Fauna der Dünenlandschaften zeichnet sich durch spezifische Anpassungen an Hitze, Trockenheit und das instabile Substrat aus. Viele Dünen bewohnende Arten sind nachtaktiv, um der extremen Tageshitze auszuweichen. Andere zeigen morphologische Anpassungen wie verbreiterte Zehen bei Geckos oder Sandvipern, die eine effiziente Fortbewegung auf lockerem Untergrund ermöglichen.
Zu den typischen Tiergruppen der Küstendünen in Mitteleuropa gehören:
- Insekten – Sandlaufkäfer (Cicindela), Grabwespen, Ameisenlöwen, verschiedene Wildbienen, die Niströhren in den Sand graben
- Spinnen – Röhrenspinnen und Wolfspinnen, die in selbst gegrabenen Erdröhren lauern
- Reptilien – Zauneidechse (Lacerta agilis), Schlingnatter, in wärmeren Regionen auch Smaragdeidechsen
- Vögel – Sandregenpfeifer, Zwergseeschwalbe, Steinschmätzer und Feldlerche als Brutvögel; Greifvögel wie der Turmfalke als Nahrungsgäste
- Säugetiere – Wildkaninchen als typische Dünenbewohner, Igel, Mauswiesel und verschiedene Mäusearten
In Wüstendünen treten andere Artengemeinschaften auf: Dornschwanzagamen, Wüstenfüchse (Fennek), Skorpione, Sandschleichen und Springmäuse gehören zu den bekanntesten Vertretern. Viele dieser Tiere können ihren Wasserbedarf vollständig über die Nahrung decken.
Gefährdung und Schutz
Dünenlebensräume sind weltweit unter Druck. An den Küsten führen Tourismus, Bebauung, Küstenschutzmaßnahmen und die Stabilisierung durch nicht-heimische Pflanzenarten zu einem Verlust offener Dünenflächen. In Europa sind viele Dünentypen nach der FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) als prioritäre Lebensräume geschützt. Besonders die Lebensraumtypen Wanderdüne,