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Eiweiß

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Futter & Ernährung > Ernährung & Nährstoffe

Definition & Überblick

Eiweiß, fachsprachlich als Protein bezeichnet, zählt neben Fett und Kohlenhydraten zu den drei Hauptnährstoffen (Makronährstoffe) in der Tierernährung. Proteine sind komplexe organische Moleküle, die aus Ketten von Aminosäuren aufgebaut sind. Sie übernehmen im tierischen Organismus eine Vielzahl lebenswichtiger Funktionen: vom Aufbau und Erhalt der Muskulatur über die Bildung von Enzymen, Hormonen und Antikörpern bis hin zur Regeneration von Haut, Fell, Federn und Krallen. Eine bedarfsgerechte Eiweißversorgung ist daher für jede Tierart und in jedem Lebensstadium von zentraler Bedeutung.

In der Futtermitteldeklaration wird der Eiweißgehalt als Rohprotein angegeben. Dieser Wert erfasst sämtliche stickstoffhaltigen Verbindungen im Futter und gibt einen ersten Anhaltspunkt für den Proteingehalt, sagt jedoch noch nichts über die biologische Wertigkeit oder Verdaulichkeit des enthaltenen Eiweißes aus.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Proteine bestehen aus insgesamt rund 20 verschiedenen Aminosäuren, die in unterschiedlicher Reihenfolge und Länge zu Ketten verknüpft sind. Einige dieser Aminosäuren kann der tierische Organismus selbst synthetisieren, andere müssen zwingend über das Futter zugeführt werden – man spricht von essenziellen Aminosäuren. Welche Aminosäuren essenziell sind, unterscheidet sich je nach Tierart:

  • Hund: 10 essenzielle Aminosäuren, darunter Lysin, Methionin, Leucin und Tryptophan
  • Katze: 11 essenzielle Aminosäuren – zusätzlich Taurin, das ausschließlich über tierisches Eiweiß aufgenommen werden kann
  • Pferd & Wiederkäuer: Lysin und Methionin gelten als erstlimitierende Aminosäuren
  • Geflügel: Methionin, Lysin und Threonin sind besonders kritisch

Die biologische Wertigkeit eines Proteins beschreibt, wie effizient der Organismus es in körpereigenes Eiweiß umwandeln kann. Tierische Eiweißquellen wie Muskelfleisch, Ei, Fisch und Innereien weisen in der Regel eine höhere biologische Wertigkeit auf als pflanzliche Quellen wie Soja, Erbsen oder Getreide. Neben Protein liefern eiweißreiche Futtermittel häufig auch Fett, Vitamine (vor allem B-Vitamine) und Mineralstoffe wie Eisen, Zink und Selen.

Für welche Tiere geeignet?

Jedes Tier benötigt Eiweiß – der quantitative und qualitative Bedarf variiert jedoch erheblich:

  • Hunde sind Omnivoren mit einem moderaten Proteinbedarf. Adulte Hunde benötigen je nach Größe und Aktivität einen Rohproteinanteil von etwa 18–25 % in der Trockensubstanz.
  • Katzen sind obligate Karnivoren und haben einen deutlich höheren Eiweißbedarf. Empfohlen werden mindestens 26–30 % Rohprotein, wobei hochwertige tierische Quellen dominieren sollten.
  • Pferde decken ihren Eiweißbedarf überwiegend über Raufutter (Heu, Gras) und benötigen zusätzliches Protein vor allem in Wachstumsphasen, bei Trächtigkeit und sportlicher Belastung.
  • Kleintiere wie Kaninchen und Meerschweinchen haben einen vergleichsweise niedrigen Proteinbedarf (12–16 % Rohprotein), der über Heu, Kräuter und frisches Grünfutter gut gedeckt wird. Ein Überangebot belastet die Nieren.
  • Ziervögel und Reptilien stellen je nach Art sehr unterschiedliche Anforderungen an die Eiweißversorgung, die artspezifisch berücksichtigt werden müssen.

Fütterungsempfehlung

Die optimale Eiweißzufuhr hängt von Tierart, Alter, Gesundheitszustand und Aktivitätsniveau ab. Grundsätzlich sollte Protein Bestandteil jeder Futterration sein – ob als Komponente in einem Alleinfuttermittel oder gezielt über ein Ergänzungsfuttermittel.

  • Welpen und Kitten: Erhöhter Bedarf für Wachstum und Organentwicklung. Der Rohproteingehalt im Alleinfuttermittel sollte über dem Erhaltungsbedarf adulter Tiere liegen.
  • Adulte Tiere: Die Futtermenge orientiert sich am Idealgewicht und der täglichen Aktivität. Das Fütterungsintervall von zwei Mahlzeiten täglich hat sich bei Hunden und Katzen bewährt.
  • Senioren: Entgegen früherer Empfehlungen profitieren ältere Tiere häufig von einer moderat erhöhten Eiweißzufuhr, um dem altersbedingten Muskelabbau (Sarkopenie) entgegenzuwirken – vorausgesetzt, die Nierenfunktion ist intakt.
  • Trächtige und laktierende Tiere: Der Proteinbedarf steigt erheblich an, insbesondere während der Laktation.

Bei der Rationsgestaltung ist stets auf ein ausgewogenes Verhältnis von Protein zu anderen Nährstoffen wie Rohfaser, Fett und Kohlenhydraten zu achten.

Vorteile & Nachteile

Vorteile einer bedarfsgerechten Eiweißversorgung:

  • Unterstützt den Aufbau und Erhalt von Muskelmasse
  • Fördert ein gesundes Haut- und Fellbild
  • Stärkt das Immunsystem durch Antikörperproduktion
  • Sichert die Enzym- und Hormonsynthese
  • Tierisches Eiweiß liefert gleichzeitig wichtige Vitamine und Mineralstoffe

Nachteile und Risiken