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Endoskopie

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Tiermedizin & Gesundheit > Gesundheit & Diagnostik

Definition & Überblick

Die Endoskopie (von griechisch éndon = innen und skopeín = betrachten) ist ein minimalinvasives diagnostisches und therapeutisches Verfahren, bei dem Körperhöhlen und Hohlorgane mithilfe eines Endoskops – eines flexiblen oder starren Instruments mit integrierter Kamera und Lichtquelle – von innen betrachtet werden. In der Tiermedizin hat sich die Endoskopie als unverzichtbares Werkzeug etabliert, das bei Hunden, Katzen, Pferden, Vögeln und zahlreichen weiteren Tierarten eingesetzt wird.

Das Endoskop wird über natürliche Körperöffnungen (Maul, Nase, After) oder über kleine chirurgische Zugänge in den Körper eingeführt. Die Kamera überträgt hochauflösende Bilder auf einen Monitor, sodass der Tierarzt Schleimhäute, Gewebe und Organe in Echtzeit beurteilen kann. Über einen integrierten Arbeitskanal lassen sich zusätzlich Instrumente einführen, um Gewebeproben (Biopsien) zu entnehmen, Fremdkörper zu bergen oder kleinere operative Eingriffe durchzuführen.

Je nach untersuchter Körperregion unterscheidet man verschiedene Formen der Endoskopie:

  • Gastroskopie: Untersuchung von Speiseröhre (Ösophagus), Magen und vorderem Dünndarm (Duodenum)
  • Koloskopie: Untersuchung des Dickdarms (Kolon) und Enddarms (Rektum)
  • Bronchoskopie: Untersuchung der Atemwege (Luftröhre und Bronchien)
  • Rhinoskopie: Untersuchung der Nasenhöhle und Nasennebenhöhlen
  • Zystoskopie: Untersuchung der Harnblase und Harnröhre
  • Laparoskopie: Untersuchung der Bauchhöhle über kleine Hautschnitte (auch als Schlüssellochchirurgie bekannt)
  • Arthroskopie: Untersuchung von Gelenken
  • Otoskopie: Untersuchung des äußeren Gehörgangs und Trommelfells

Ursachen & Risikofaktoren

Die Endoskopie ist kein Krankheitsbild, sondern ein Untersuchungs- und Behandlungsverfahren. Es gibt daher keine Ursachen im klassischen Sinne, wohl aber klar definierte Indikationen – also Gründe, die eine endoskopische Untersuchung erforderlich machen. Dazu gehören chronisches Erbrechen, anhaltender Durchfall, Blutbeimengungen im Stuhl oder Urin, Schluckbeschwerden, chronischer Husten, Nasenausfluss, Verdacht auf Fremdkörper sowie unklare Befunde aus Blutuntersuchungen oder bildgebenden Verfahren wie Röntgen und Ultraschall.

Bestimmte Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Tier eine Endoskopie benötigt. Jungtiere und bestimmte Rassen, die dazu neigen, Fremdkörper zu verschlucken, sind häufige Kandidaten für eine Gastroskopie. Ältere Tiere mit chronischen Magen-Darm-Erkrankungen oder Tumorverdacht profitieren von der direkten Gewebeentnahme. Brachyzephale Rassen (kurzköpfige Hunde und Katzen) benötigen aufgrund ihrer Atemwegsprobleme gelegentlich eine Bronchoskopie oder Rhinoskopie.

Die Risiken des Eingriffs selbst sind gering, aber nicht zu vernachlässigen. Da eine Endoskopie in der Regel unter Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) durchgeführt wird, besteht das übliche Narkoserisiko – insbesondere bei älteren Tieren, Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder geschwächtem Allgemeinzustand. Selten können Schleimhautverletzungen oder Perforationen auftreten.

Symptome & Erkennung

Da die Endoskopie ein diagnostisches Hilfsmittel ist, steht sie im Dienst der Symptomabklärung. Typische Beschwerden, die eine endoskopische Untersuchung nach sich ziehen, sind:

  • Magen-Darm-Trakt: Chronisches oder wiederkehrendes Erbrechen, Regurgitation (passives Zurückfließen von Futter aus der Speiseröhre), Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, blutiger oder schleimiger Durchfall, Tenesmus (schmerzhafter Kotabsatzdrang)
  • Atemwege: Chronischer Husten, Würgen, Atemnot (Dyspnoe), pfeifende Atemgeräusche (Stridor), einseitiger oder beidseitiger Nasenausfluss, Niesen, Nasenbluten (Epistaxis)
  • Harntrakt: Blut im Urin (Hämaturie), häufiger Harndrang (Pollakisurie), erschwertes Urinieren (Strangurie), wiederkehrende Harnwegsinfektionen
  • Ohren: Kopfschütteln, Schmerzäußerungen, übelriechender Ausfluss, Gleichgewichtsstörungen bei Verdacht auf Mittelohrbeteiligung

Die Erkennung, ob eine Endoskopie sinnvoll ist, liegt in der Einschätzung des behandelnden Tierarztes. Entscheidend ist häufig, dass andere diagnostische Verfahren keine eindeutige Diagnose erbracht haben oder dass eine Gewebeprobe für die histopathologische Untersuchung benötigt wird.

Diagnose

Die Endoskopie ist selbst ein Diagnoseverfahren und wird meist dann eingesetzt, wenn vorgeschaltete Untersuchungen – klinische Allgemeinuntersuchung, Blutbild, Blutchemie, Röntgenaufnahmen und Ultraschall – keine abschließende Diagnose ermöglicht haben. Sie liefert eine direkte visuelle Beurteilung von Schleimhautveränderungen wie Entzündungen (Gastritis, Kolitis, Bronchitis), Erosionen, Ulzera (Geschwüre), Polypen, Tumoren oder Strikturen (Verengungen).

Ein zentraler Vorteil der Endoskopie liegt in der Möglichkeit zur Biopsie: Über eine Biopsiezange werden gezielt kleine Gewebeproben aus veränderten Schleimhautarealen entnommen und anschließend hist