English-bulldog
ERassen > Hunderassen – Gesellschafts- & Begleithunde
Steckbrief
- Herkunft: Großbritannien
- FCI-Gruppe: Gruppe 2 – Pinscher und Schnauzer, Molosser, Schweizer Sennenhunde; Sektion 2.1 – Molossoide, doggenartige Hunde (ohne Arbeitsprüfung)
- FCI-Standard Nr.: 149
- Größe: ca. 31–40 cm Schulterhöhe
- Gewicht: Rüden ca. 25 kg, Hündinnen ca. 23 kg
- Lebenserwartung: 8–12 Jahre
- Fell: Kurz, glatt, dicht anliegend, feine Textur
- Farben: Gestromt, Rot, Falb, Rehbraun, Weiß sowie Kombinationen dieser Farben; Schwarz ist im Rassestandard unerwünscht
Herkunft & Geschichte
Die Abstammung der English Bulldog reicht bis ins England des 13. Jahrhunderts zurück. Ursprünglich wurden diese Hunde für das sogenannte „Bull-Baiting" gezüchtet – einen blutigen Kampfsport, bei dem Hunde auf angebundene Stiere gehetzt wurden. Für diesen Zweck benötigte man einen kompakten, mutigen und schmerzunempfindlichen Hund mit einem extrem kräftigen Kiefer und einem breiten, tief angesetzten Körperbau.
Mit dem Verbot der Tierkämpfe in England im Jahr 1835 durch den Cruelty to Animals Act verlor die Rasse ihren ursprünglichen Verwendungszweck. In der Folge begannen engagierte Züchter damit, den Charakter der Bulldog gezielt zu verändern. Die Aggressivität wurde systematisch herausgezüchtet, während die Gelassenheit und Menschenbezogenheit gefördert wurden. Der erste Zuchtverband, der sich der Rasse annahm, war der 1875 gegründete Bulldog Club in England – einer der ältesten rassespezifischen Zuchtvereine der Welt. Der erste offizielle Rassestandard wurde bereits 1864 verfasst.
Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich die English Bulldog vom Kampfhund zum geschätzten Gesellschafts- und Begleithund. Heute gilt sie als Nationalsymbol Großbritanniens und erfreut sich weltweit großer Beliebtheit.
Aussehen & Rassemerkmale
Die English Bulldog ist ein kompakter, breit gebauter Hund mit einem auffällig massiven Kopf. Der Schädel ist groß und breit, die Schnauze kurz und breit, die Lefzen hängend und ausgeprägt. Charakteristisch sind die tiefen Falten im Gesicht, der Vorbiss des Unterkiefers sowie die weit auseinanderstehenden, dunklen Augen, die dem Hund einen entschlossenen, aber gutmütigen Ausdruck verleihen.
Der Körper ist tief und gedrungen, die Brust breit und tief. Die Vorderläufe sind kräftig und stehen weit auseinander, was den typischen, etwas wiegenden Gang der Rasse erzeugt. Die Hinterhand ist hoch und kräftig, jedoch schmaler als die Vorderpartie. Die Rute ist tief angesetzt, kurz und wird nach unten getragen – sie kann gerade oder schraubenförmig sein.
Das Fell ist kurz, glatt und dicht anliegend. Es fühlt sich fein, aber fest an. Laut Rassestandard sind einfarbige und gescheckte Farbvarianten zugelassen, wobei reines Schwarz, Schwarz mit Loh sowie Leberbraun als unerwünscht gelten.
Charakter & Wesen
Trotz ihres robusten Äußeren ist die English Bulldog ein ausgesprochen sanftmütiger und gutmütiger Hund. Sie ist treu, anhänglich und menschenbezogen. Gegenüber ihrer Familie zeigt sie eine tiefe Bindung und große Zuneigung – insbesondere zu Kindern verhält sie sich in der Regel geduldig und behutsam.
Die Rasse zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Gelassenheit aus. English Bulldogs sind weder hektisch noch nervös, sondern ruhig und ausgeglichen. Dennoch können sie durchaus verspielt und humorvoll sein – viele Besitzer schätzen den eigensinnigen, manchmal geradezu clownhaften Charakter ihrer Bulldogs. Gleichzeitig besitzt die Rasse eine gewisse Sturheit, die bei der Erziehung Geduld und Konsequenz erfordert.
Wachsam ist die English Bulldog durchaus: Sie registriert Veränderungen in ihrer Umgebung aufmerksam und kann bei Bedarf eine beeindruckende Präsenz zeigen. Aggressives Verhalten ist bei gut sozialisierten Tieren jedoch äußerst selten.
Haltung & Pflege
Die English Bulldog ist ein klassischer Wohnungshund, der keinen großen Garten benötigt. Ihr Bewegungsbedarf ist im Vergleich zu vielen anderen Rassen moderat. Tägliche Spaziergänge von insgesamt 30 bis 60 Minuten reichen in der Regel aus, wobei bei Hitze besondere Vorsicht geboten ist – aufgrund der kurzen Schnauze neigt die Rasse zu Überhitzung. Der Auslauf sollte an warmen Tagen in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegt werden.
Die Fellpflege ist unkompliziert: Regelmäßiges Bürsten einmal pro Woche genügt, um lose Haare zu entfernen und die Hautgesundheit zu fördern. Besondere Aufmerksamkeit erfordern jedoch die Gesichtsfalten. Diese müssen regelmäßig – idealerweise täglich – gereinigt und trocken gehalten werden, um Hautinfektionen und Entzündungen vorzubeugen. Auch die Ohren, Augen und die Region rund um die Rute sollten regelmäßig kontrolliert werden.
Geistige Beschäftigung durch Suchspiele, kurze Trainingseinheiten oder Intelligenzspielzeug ist empfehlenswert. Dabei sollte man den eigensinnigen Charakter berücksichtigen: Positive Verstärkung funktioniert bei dieser Rasse deutlich besser als Strenge oder Druck.
Ernährung
Die English Bulldog neigt zu Übergewicht, weshalb die Fütterung sorgfältig abgestimmt werden sollte. Hochwertiges Futter mit einem angemessenen Protein- und Fettgehalt ist essenziell. Viele Bulldogs vertragen Getreide schlecht, weshalb getreidefreie oder getreidereduzierte Futtervarianten eine gute Option darstellen können.
Die tägliche Futtermenge soll