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Erhaltungsbedarf

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Futter & Ernährung > Ernährung & Nährstoffe

Definition & Überblick

Der Erhaltungsbedarf beschreibt die Energiemenge und die Nährstoffmenge, die ein Tier täglich benötigt, um seine lebenswichtigen Körperfunktionen aufrechtzuerhalten – ohne dabei Körpermasse aufzubauen, Milch zu produzieren, zu wachsen oder körperliche Leistung zu erbringen. Er deckt ausschließlich den Grundumsatz ab: Atmung, Kreislauf, Thermoregulation, Zellregeneration und den Erhalt der Organfunktionen.

In der Tierernährung bildet der Erhaltungsbedarf die Berechnungsgrundlage für jede Futterration. Erst wenn dieser Basisbedarf gedeckt ist, können zusätzliche Nährstoffe für Wachstum, Trächtigkeit, Laktation oder sportliche Leistung eingeplant werden. Wird der Erhaltungsbedarf dauerhaft unterschritten, baut der Organismus körpereigene Reserven ab – es kommt zu Gewichtsverlust, geschwächtem Immunsystem und langfristig zu schwerwiegenden Mangelerscheinungen.

Der Erhaltungsbedarf wird üblicherweise in Megajoule (MJ) umsetzbarer Energie oder in Kilokalorien (kcal) pro Tag angegeben. Er hängt maßgeblich von der metabolischen Körpermasse ab, die mit der Formel Körpergewicht0,75 berechnet wird. Diese Berechnungsweise berücksichtigt, dass kleinere Tiere relativ zur Körpermasse einen höheren Energieumsatz haben als große.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Der Erhaltungsbedarf umfasst nicht nur Energie, sondern sämtliche essentiellen Nährstoffe in bedarfsgerechter Menge:

  • Protein (Eiweiß): Wird für die ständige Erneuerung von Zellen, Enzymen und Immunabwehrstoffen benötigt. Der Proteinbedarf im Erhaltungsstoffwechsel liegt deutlich unter dem bei Wachstum oder Laktation. Beim adulten Hund gelten etwa 2–3 g verdauliches Rohprotein pro kg metabolischer Körpermasse als Richtwert.
  • Fett: Liefert konzentrierte Energie und essentielle Fettsäuren (Linolsäure, Alpha-Linolensäure), die der Körper nicht selbst synthetisieren kann. Fett ist zudem Träger der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K.
  • Rohfaser: Besonders für Pflanzenfresser wie Pferde und Kaninchen unverzichtbar. Rohfaser fördert die Darmperistaltik und hält die Darmflora stabil. Beim Pferd im Erhaltungsbedarf sollte die tägliche Raufuttermenge mindestens 1,5 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht betragen.
  • Vitamine: Auch im Ruhestoffwechsel werden Vitamine für Stoffwechselprozesse, Knochenerhalt und Zellschutz verbraucht. Besonders relevant sind die B-Vitamine, Vitamin A, Vitamin D und Vitamin E.
  • Mineralstoffe und Spurenelemente: Calcium, Phosphor, Natrium, Kalium, Zink, Selen und Kupfer müssen auch bei reinem Erhaltungsbedarf täglich zugeführt werden. Das Calcium-Phosphor-Verhältnis spielt dabei eine zentrale Rolle für die Skelettgesundheit.

Ein gutes Alleinfuttermittel für Tiere im Erhaltungsstoffwechsel deckt alle genannten Nährstoffe in ausgewogenem Verhältnis ab. Ergänzungsfuttermittel wie Mineralfutter oder Vitaminpräparate sind nur dann sinnvoll, wenn die Basisration Defizite aufweist.

Für welche Tiere geeignet?

Der Erhaltungsbedarf als Berechnungsgrundlage ist für alle Tierarten relevant, wird jedoch in der Praxis besonders häufig bei folgenden Gruppen herangezogen:

  • Adulte Hunde und Katzen ohne besondere Belastung – also Tiere, die weder trächtig noch laktierend sind und keine hohe sportliche Leistung erbringen.
  • Freizeitpferde und leicht gearbeitete Pferde, deren Energiebedarf nur wenig über dem Erhaltungsbedarf liegt.
  • Kaninchen, Meerschweinchen und andere Heimtiere im ausgewachsenen Zustand ohne Zuchtaktivität.
  • Ältere Tiere (Senioren): Der Erhaltungsbedarf sinkt im Alter häufig, da sich der Grundumsatz verlangsamt und die Muskelmasse abnimmt. Die Futtermenge muss entsprechend angepasst werden, um Übergewicht zu vermeiden.

Jungtiere im Wachstum, tragende oder säugende Tiere sowie Arbeitstiere haben grundsätzlich einen Gesamtbedarf, der den Erhaltungsbedarf deutlich übersteigt – teilweise um das Zwei- bis Vierfache.

Fütterungsempfehlung

Die korrekte Bestimmung der Futterration basiert auf dem Erhaltungsbedarf und berücksichtigt Tierart, Rasse, Alter, Gewicht und individuelle Faktoren wie Kastrationsstatus oder Temperament. Einige Orientierungswerte:

  • Hund (adult, 20 kg): Etwa 4,0–4,5 MJ umsetzbare Energie pro Tag bei reinem Erhaltungsbedarf.
  • Katze (adult, 4 kg): Rund 1,0–1,2 MJ umsetzbare Energie pro Tag.
  • Pferd (500 kg, Erhaltung): Ca. 63–73 MJ umsetzbare Energie pro Tag, primär über Raufutter gedeckt.

Das Fütterungsintervall richtet sich nach der Tierart. Hunde erhalten in der Regel ein bis zwei Mahlzeiten täglich, Katzen bevorzugen mehrere kleine Portionen, und Pferde benötigen aufgrund ihrer Verdauungsphysiologie eine möglichst kontinuierliche Raufutteraufnahme.

Grundsätzlich gilt: Die Futtermenge sollte regelmäßig durch Wiegen des Tieres und durch eine Body-Condition-Score-Bewertung überprüft werden. Tabellenwerte dienen nur als Ausgangspunkt – der tatsächliche Bed