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Rassen > Katzenrassen – weitere

Steckbrief

  • Herkunft: Großbritannien (Weiterentwicklung aus der amerikanischen Burmese)
  • Rassestandard: FIFé, GCCF, TICA (eigenständige Rasse); bei CFA nicht als separate Rasse anerkannt
  • Größe: Mittelgroß
  • Gewicht: Katze 3–4,5 kg, Kater 4–5,5 kg
  • Lebenserwartung: 15–18 Jahre
  • Fell: Kurz, fein, seidig, eng anliegend, kaum Unterwolle
  • Farben: Braun (Seal), Blau, Chocolate, Lilac, Rot, Creme, Braun-Tortie, Blau-Tortie, Chocolate-Tortie, Lilac-Tortie

Herkunft & Geschichte

Die Geschichte der European Burmese ist untrennbar mit der amerikanischen Burmese verbunden. Beide Linien gehen auf die legendäre Katze „Wong Mau" zurück, eine braune Katze aus Myanmar (dem früheren Burma), die 1930 vom Marineoffizier Dr. Joseph C. Thompson nach San Francisco gebracht wurde. Wong Mau wurde mit einem Siamkater verpaart, und aus den Nachkommen entstand das Zuchtprogramm für die Burmese.

In den 1940er und 1950er Jahren gelangten Burmese-Katzen nach Großbritannien, wo britische Züchter einen eigenen Weg einschlugen. Während in Nordamerika ein runderer, kompakterer Typ bevorzugt wurde, züchteten europäische Züchter einen eleganteren, moderateren Körperbau. Im Laufe der Jahrzehnte vergrößerte sich die Kluft zwischen den beiden Typen so sehr, dass die europäische Variante als eigenständige Rasse anerkannt wurde. Die FIFé (Fédération Internationale Féline) und der britische GCCF (Governing Council of the Cat Fancy) führen die European Burmese unter einem eigenen Rassestandard. Auch die TICA erkennt sie als separate Rasse an. Ein wesentlicher Unterschied zur amerikanischen Linie liegt zudem in der Farbpalette: Europäische Züchter erweiterten das Farbspektrum um Rot, Creme und die Tortie-Varianten, was der Rasse eine bemerkenswerte Vielfalt verleiht.

Aussehen & Rassemerkmale

Die European Burmese ist eine mittelgroße, muskulöse Katze mit einem überraschend hohen Gewicht für ihre Größe – Züchter sprechen gerne von einem „Ziegelstein in Seide". Der Körperbau ist elegant, aber keineswegs schlank: Ein kräftiger Brustkorb, eine gerade Rückenlinie und gut entwickelte Muskulatur prägen die Silhouette.

Der Kopf ist keilförmig mit sanften Konturen und einer kurzen, stumpfen Nase. Im Gegensatz zur amerikanischen Burmese, deren Kopf deutlich runder und breiter ausfällt, zeigt die European Burmese eine moderate, orientalisch angehauchte Kopfform ohne Extreme. Die Ohren sind mittelgroß, leicht nach vorne geneigt und weit auseinander gesetzt. Besonders auffällig sind die großen, weit auseinanderstehenden Augen, die in jeder Nuance von Gelb bis Bernstein leuchten – ein goldener Farbton gilt als Ideal.

Das Fell ist eines der herausragenden Merkmale dieser Rasse. Es liegt eng am Körper an, ist extrem fein und seidig und besitzt einen natürlichen Glanz, der die Farbe besonders intensiv wirken lässt. Die Unterwolle ist minimal, wodurch sich das Fell fast wie Satin anfühlt. Der Farbton ist am Rücken stets etwas dunkler als an der Unterseite, wobei der Übergang fließend und harmonisch sein soll. Geisterzeichnungen oder Tabby-Muster sind bei erwachsenen Tieren unerwünscht.

Charakter & Wesen

Wer eine European Burmese in sein Zuhause aufnimmt, bekommt keine stille Schmusekatze, sondern eine selbstbewusste, extrem menschenbezogene Persönlichkeit. Diese Katzen sind ausgesprochen gesellig, verspielt und intelligent. Sie folgen ihrem Menschen durch die gesamte Wohnung, kommentieren den Alltag mit einer sanften, melodischen Stimme und fordern aktiv Aufmerksamkeit ein.

Die Rasse ist bekannt für ihre Treue und Anhänglichkeit. Viele Halter beschreiben sie als „hundeartig" in ihrem Verhalten – European Burmese apportieren gerne, lernen Tricks und begrüßen ihre Bezugspersonen überschwänglich an der Tür. Ihre soziale Natur macht sie zu hervorragenden Familienkatzen: Sie sind geduldig mit Kindern und verstehen sich in der Regel gut mit anderen Katzen und sogar mit Hunden.

Gleichzeitig sind European Burmese neugierig und wachsam. Sie beobachten ihre Umgebung aufmerksam und reagieren schnell auf Veränderungen. Langeweile vertragen diese intelligenten Tiere schlecht – wer sie dauerhaft allein lässt, muss mit Verhaltensauffälligkeiten rechnen.

Haltung & Pflege

Die European Burmese ist keine Katze für Menschen, die nur wenig Zeit zu Hause verbringen. Aufgrund ihrer starken Bindung an den Menschen sollte sie nicht über längere Zeit allein gelassen werden. Ein Artgenosse – idealerweise ebenfalls eine Burmese oder eine vergleichbar aktive Rasse – ist dringend empfohlen.

Für die Beschäftigung eignen sich Intelligenzspielzeug, Clickertraining und interaktive Spieleinheiten. Ein stabiler, abwechslungsreich gestalteter Kratzbaum gehört zur Grundausstattung. Gesicherter Freigang oder ein Katzenbalkon wird gerne angenommen, reine Wohnungshaltung ist bei ausreichender Beschäftigung jedoch ebenso möglich.

Die Fellpflege gestaltet sich unkompliziert. Einmal wöchentliches Bürsten mit einer weichen Bürste oder einem Gummihandschuh genügt, um lose Haare zu entfernen und den seidigen Glanz zu erhalten. Während des Fellwechsels kann etwas häufigeres Bürsten sinnvoll sein, allerdings haart die Rasse insgesamt weniger als viele andere Kurzhaarkatzen.

Ernährung

European Burmese sind in der Regel unkomplizierte Fresser, neigen jedoch bei mangelnder Bewegung zu Übergewicht. Eine hochwertige, proteinreiche Ernährung mit hohem Fleischanteil ist die beste Grundlage. Ob Nassfutter, hochwertiges