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Federstern

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Comatulida (Ordnung); zahlreiche Gattungen und Arten, z. B. Antedon mediterranea, Tropiometra carinata
  • Stamm: Stachelhäuter (Echinodermata)
  • Klasse: Seelilien und Haarsterne (Crinoidea)
  • Ordnung: Comatulida
  • Familien: u. a. Antedonidae, Comasteridae, Tropiometridae (insgesamt über 25 Familien)
  • Lebensraum: Meeresböden tropischer bis gemäßigter Ozeane, von Flachwasserzonen bis in Tiefseeregionen über 6.000 m
  • Größe: Armspannweite je nach Art von 10 cm bis über 35 cm; einzelne tropische Arten bis 50 cm
  • Gewicht: wenige Gramm bis ca. 50 g
  • Lebenserwartung: vermutlich 5–15 Jahre; bei einigen Tiefwasserarten möglicherweise deutlich länger

Aussehen & Merkmale

Federsterne – auch als Haarsterne bezeichnet – gehören zur Klasse der Crinoiden und damit zu den ältesten noch lebenden Stachelhäutergruppen. Ihr Name leitet sich von der federartigen Gestalt ihrer Arme ab. Der Körper gliedert sich in eine zentrale Scheibe (Calyx) und davon ausgehende, stark verzweigte Arme. Die meisten Arten besitzen zehn Hauptarme, doch bei manchen Gattungen der Familie Comasteridae können es 40, 80 oder sogar über 200 Arme sein. An jedem Arm sitzen seitlich feine Fiederchen (Pinnulae), die dem Tier sein charakteristisches, an eine Vogelfeder erinnerndes Aussehen verleihen.

Die Unterseite des Calyx trägt gegliederte Greifanhänge, sogenannte Cirren, mit denen sich der Federstern an Hartsubstraten wie Korallen, Felsen oder Schwämmen festhält. Im Gegensatz zu den nah verwandten gestielten Seelilien fehlt den Federsternen ein dauerhafter Stiel – sie sind daher frei beweglich. Die Farbpalette reicht von Gelb, Orange und Rot über Grün bis zu tiefem Schwarz und Violett. Viele tropische Arten zeigen auffällige Farbkombinationen, die sowohl der Tarnung im Riff als auch der Warnung vor Ungenießbarkeit dienen können.

Wie alle Echinodermaten besitzen Federsterne ein Kalkskelett, das aus zahlreichen kleinen Kalkgliedern (Brachialien) aufgebaut ist und den Armen gleichzeitig Stabilität und Flexibilität verleiht. Ein Wassergefäßsystem durchzieht den gesamten Körper und dient der Fortbewegung, dem Gasaustausch und dem Nahrungstransport.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Federsterne umfasst sämtliche Weltmeere. Die größte Artenvielfalt findet sich im Indo-Pazifik, insbesondere im sogenannten Korallendreieck zwischen den Philippinen, Indonesien und Papua-Neuguinea. In gemäßigten Breiten kommt etwa Antedon mediterranea im Mittelmeer und im nordöstlichen Atlantik vor. Einzelne Arten besiedeln auch arktische und antarktische Gewässer.

Das bevorzugte Habitat sind Korallenriffe, Felsriffe, Seegraswiesen und Weichböden. Viele Arten siedeln in Tiefen zwischen 5 und 200 Metern, während spezialisierte Tiefwasserformen bis in abyssale Zonen vordringen. Federsterne bevorzugen Standorte mit moderater bis starker Strömung, da sie als Suspensionsfresser auf den Partikeltransport durch das Wasser angewiesen sind. Tagsüber verbergen sie sich häufig in Spalten und unter Überhängen; mit Einbruch der Dunkelheit klettern sie an exponierte Stellen, um ihre Arme dem Nahrungsstrom entgegenzustrecken. Dieses überwiegend nachtaktive Verhalten schützt sie zugleich vor tagaktiven Fressfeinden.

Ernährung

Federsterne sind passive Filtrierer. Sie strecken ihre gefiederten Arme fächerförmig in die Strömung und fangen mit den Pinnulae Plankton, Detritus und Mikroorganismen aus dem Wasser. Entlang der Armrinnen (Ambulakralrinnen) befinden sich Wimpernzellen, die gefangene Partikel in Schleim einbetten und zur zentralen Mundöffnung auf der Oberseite des Calyx transportieren. Die Nahrungsaufnahme erfolgt kontinuierlich, solange ausreichend Strömung vorhanden ist. Bei ungünstigen Bedingungen rollen die Tiere ihre Arme ein und reduzieren ihre Aktivität.

Verhalten & Lebensweise

Obwohl Federsterne sessil wirken, sind sie erstaunlich mobil. Mit koordinierten Ruderschlägen ihrer Arme können sie für kurze Strecken schwimmen. Häufiger bewegen sie sich kletternd über das Substrat, indem sie ihre Cirren und Arme als Greifwerkzeuge nutzen. Diese Fortbewegung dient der Suche nach strömungsgünstigeren Positionen oder der Flucht vor Fressfeinden wie bestimmten Seeigeln, Seesternen und Fischen.

Federsterne leben in der Regel einzeln, doch in nahrungsreichen Gebieten können sich hohe Populationsdichten entwickeln. Ein typisches Biotop mit vielen Federsternen ist das strömungsexponierte Riffdach oder die Riffkante. Die Tiere zeigen kein Territorialverhalten und bilden keine sozialen Strukturen. Bei Bedrohung können sie einzelne Arme abwerfen (Autotomie), die sich anschließend innerhalb weniger Wochen regenerieren.

Fortpflanzung & Aufzucht

Federsterne sind überwiegend getrenntgeschlechtlich, wobei sich die Geschlechter äußerlich nicht unterscheiden lassen. Die Gonaden befinden sich in speziellen Pinnulae an den Armbasen. Zur Fortpflanzungszeit geben die Tiere Eizellen und Spermien ins freie Wasser ab, wo die Befruchtung extern stattfindet. Manche Arten betreiben eine Art Brutpflege, indem die Weibchen befruchtete Eier an ihren Pinnulae festhalten, bis die Larven schlüpfen.

Aus den Eiern entwickeln sich frei schwimmende Doliolaria-Larven, die