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Feldgehölz

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Definition und Überblick

Ein Feldgehölz ist eine kleinflächige, inselartig in der offenen Landschaft gelegene Ansammlung von Bäumen und Sträuchern. Es unterscheidet sich vom geschlossenen Wald durch seine geringe Ausdehnung – in der Regel umfasst es wenige hundert bis einige tausend Quadratmeter – und vom einzelnen Gebüsch durch seine vielschichtige Vegetationsstruktur mit Baumschicht, Strauchschicht und Krautschicht. Feldgehölze prägen vor allem die Agrarlandschaften Mitteleuropas und gelten als ökologisch äußerst wertvolle Landschaftselemente, die zahlreichen Tierarten Lebensraum, Nahrung und Schutz bieten.

Synonyme und verwandte Begriffe sind unter anderem Baumgruppe, Gehölzinsel, Baumhecke oder Remise. Von der linearen Hecke oder dem Knick grenzt sich das Feldgehölz durch seine flächige, eher kompakte Form ab. Im Vergleich zum Feldwald oder zur Waldinsel ist es deutlich kleiner und weist keinen ausgeprägten Waldinnenklima-Bereich auf.

Entstehung und Verbreitung

Feldgehölze können auf unterschiedliche Weise entstehen. Viele gehen auf Reste ehemaliger Waldgebiete zurück, die bei der Rodung und Urbarmachung der Landschaft übrig blieben – etwa auf Kuppen, an Steilhängen, auf Felsstandorten oder in feuchten Senken, die sich nicht zur Bewirtschaftung eigneten. Andere Feldgehölze sind durch gezielte Pflanzung entstanden, beispielsweise als Windschutz, zur Holzgewinnung oder als Deckung für die Jagd. In manchen Regionen haben sich Feldgehölze auch durch natürliche Sukzession auf brachliegenden Flächen entwickelt, etwa auf aufgegebenen Weiden, Steinbrüchen oder ehemaligen Müllkippen.

Besonders verbreitet sind Feldgehölze in den ackerbaulich genutzten Tieflandregionen Norddeutschlands, in der Bördenlandschaft, in den Hügelländern Mittel- und Süddeutschlands sowie in Österreich und der Schweiz. In ausgeräumten Agrarlandschaften mit großen Schlaggrößen sind sie oft die letzten verbliebenen naturnahen Strukturelemente.

Vegetation und Standortbedingungen

Die pflanzliche Zusammensetzung eines Feldgehölzes hängt stark vom Standort, vom Klima und von der Entstehungsgeschichte ab. Typische Baumarten in mitteleuropäischen Feldgehölzen sind:

  • Stieleiche und Traubeneiche
  • Hainbuche, Feldahorn und Bergahorn
  • Esche, Birke und Zitterpappel
  • Wildkirsche und Wildapfel

In der Strauchschicht finden sich häufig Hasel, Weißdorn, Schwarzdorn (Schlehe), Holunder, Pfaffenhütchen und Hartriegel. Der Krautsaum am Rand beherbergt oft eine artenreiche Flora mit Gräsern, Stauden und Frühlingsgeophyten wie Buschwindröschen oder Scharbockskraut. Gerade dieser gestufte Aufbau mit fließenden Übergängen zur offenen Feldflur macht den besonderen ökologischen Wert aus.

Bedeutung als Tierlebensraum

Für die Tierwelt der Agrarlandschaft sind Feldgehölze von herausragender Bedeutung. Sie übernehmen gleich mehrere Funktionen: Sie dienen als Brutplatz, Nahrungshabitat, Überwinterungsquartier, Rückzugsraum und Trittsteinbiotop im Biotopverbund.

Vögel gehören zu den auffälligsten Bewohnern. In Feldgehölzen brüten sowohl Höhlenbrüter wie Buntspecht, Kleiber und verschiedene Meisenarten als auch Freibrüter wie Amsel, Singdrossel, Mönchsgrasmücke und Goldammer. Greifvögel wie Mäusebussard und Turmfalke nutzen hohe Bäume in Feldgehölzen als Horststandorte. Der Neuntöter, eine typische Art der halboffenen Landschaft, findet in dornstrauchreichen Gehölzinseln ideale Bedingungen.

Säugetiere wie Feldhase, Reh, Fuchs, Hermelin und Mauswiesel suchen Feldgehölze regelmäßig als Deckung auf. Für Fledermäuse bieten alte Bäume mit Spalten und Höhlen Quartiere; die umliegenden Freiflächen werden als Jagdhabitat genutzt. In der Laubstreu und im Totholz leben zahlreiche Insektenarten, darunter Laufkäfer, Wildbienen und Schwebfliegen, die auch als Bestäuber und natürliche Schädlingsbekämpfer für die angrenzende Landwirtschaft von Nutzen sind.

Amphibien und Reptilien profitieren ebenfalls: Die Waldeidechse, die Blindschleiche und verschiedene Erdkröten finden in den feuchten, schattigen Bereichen Unterschlupf. Der Randbereich mit besonnten Steinhaufen oder Totholz bietet der Zauneidechse geeignete Sonnenplätze.

Ökologische Funktionen im Landschaftskontext

Über die direkte Lebensraumfunktion hinaus erfüllen Feldgehölze weitere ökologische Aufgaben. Als Trittsteinbiotope ermöglichen sie Tierarten die Wanderung zwischen größeren Waldgebieten und verhindern so die genetische Isolation von Populationen. In einer zunehmend fragmentierten Landschaft ist diese Vernetzungsfunktion kaum zu überschätzen.

Feldgehölze wirken zudem als Wind