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Feldlerche

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Tierart – Vögel > Singvögel – Stare, Pieper, Stelzen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Alauda arvensis
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Lerchen (Alaudidae)
  • Gattung: Alauda
  • Lebensraum: Offene Agrarlandschaften, Wiesen, Steppen, Heiden
  • Größe: 16–18 cm Körperlänge
  • Gewicht: 30–45 g
  • Flügelspannweite: 30–36 cm
  • Lebenserwartung: 2–5 Jahre in freier Wildbahn, maximal etwa 10 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Feldlerche ist ein eher unscheinbar gefärbter Singvogel von kompakter Gestalt. Das Gefieder der Oberseite zeigt eine bräunliche Grundfärbung mit dunkleren Schaftstrichen, die eine wirkungsvolle Tarnung auf offenen Böden bietet. Die Unterseite ist heller, rahmfarben bis weißlich, wobei die Brust eine deutliche dunkle Strichelung aufweist. Ein heller Überaugenstreif hebt sich vom übrigen Kopfgefieder ab und gilt als eines der zuverlässigeren Erkennungsmerkmale im Feld.

Beide Geschlechter sind äußerlich nahezu identisch gefärbt – ein Geschlechtsdimorphismus ist optisch kaum feststellbar, wenngleich Männchen im Durchschnitt etwas größer und schwerer sind. Bei Erregung oder während der Balz richtet die Feldlerche eine kurze Federhaube auf dem Hinterkopf auf, die jedoch deutlich weniger ausgeprägt ist als bei der verwandten Haubenlerche (Galerida cristata). Der Schnabel ist relativ kurz und kräftig, die Hinterzehenkralle auffallend lang und gerade – eine Anpassung an die bodenbewohnende Lebensweise. Die äußeren Steuerfedern des Schwanzes sind weiß gerandet, was im Flug sichtbar wird.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Feldlerche erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis. Sie besiedelt Europa von der Iberischen Halbinsel bis zum Ural, darüber hinaus Teile Zentralasiens und Sibiriens. In Neuseeland und Australien existieren eingeführte Populationen. In Mitteleuropa ist sie einer der häufigsten Brutvögel der offenen Landschaft, wobei die Bestandszahlen seit den 1980er-Jahren stark rückläufig sind.

Als Lebensraum bevorzugt die Feldlerche weiträumige, offene und möglichst flache Landschaften mit niedriger Vegetation. Typische Habitate sind Äcker, extensiv bewirtschaftete Wiesen, Brachen, Heiden und Steppengebiete. Dichte Gehölzstrukturen oder hohe Vegetation werden gemieden – die Art benötigt freie Sichtlinien zur Feindvermeidung. In höheren Lagen besiedelt sie vereinzelt auch alpine Matten bis etwa 2.500 Meter.

Die mitteleuropäischen Populationen sind Kurzstreckenzieher und überwintern vorwiegend in Westeuropa und im Mittelmeerraum. Skandinavische und osteuropäische Vögel ziehen weiter südwestwärts. Der Heimzug beginnt je nach Witterung ab Februar, der Wegzug erfolgt von September bis November.

Ernährung

Die Feldlerche ernährt sich als Allesfresser sowohl pflanzlich als auch tierisch, wobei die Zusammensetzung der Nahrung jahreszeitlich schwankt. Im Frühjahr und Sommer bilden Insekten und deren Larven, Spinnen, kleine Schnecken und Regenwürmer die Hauptnahrungsquelle. Diese proteinreiche Kost ist insbesondere während der Brutzeit und für die Aufzucht der Jungvögel unverzichtbar.

Ab dem Spätsommer und im Herbst verschiebt sich das Nahrungsspektrum zunehmend in Richtung pflanzlicher Bestandteile. Dann werden vor allem Samen von Wildkräutern und Gräsern sowie Getreidekörner aufgenommen. Die Nahrungssuche findet ausschließlich am Boden statt, wobei die Feldlerche mit schnellen, trippelnden Schritten über offene Flächen läuft und Nahrung vom Substrat aufpickt.

Verhalten & Lebensweise

Die Feldlerche ist ein tagaktiver Vogel, der seine Aktivitätsphase in den frühen Morgenstunden beginnt. Außerhalb der Brutzeit bildet die Art lockere Schwärme, die gemeinsam auf Äckern und Stoppelfeldern nach Nahrung suchen. Während der Brutzeit verteidigen die Männchen ein Revier, dessen Größe je nach Habitatqualität zwischen 0,2 und 2 Hektar variiert.

Das auffälligste Verhaltensmerkmal ist der Singflug des Männchens. Dabei steigt der Vogel in steilem Flug auf Höhen von 50 bis über 200 Meter, verharrt dort flatternd oder kreisend und lässt dabei einen ununterbrochenen, trillernden und reich modulierten Gesang hören. Einzelne Singflüge können über 15 Minuten andauern. Dieser Gesang dient sowohl der Reviermarkierung als auch der Balz. Der Singflug gehört zu den charakteristischen akustischen Erscheinungen der mitteleuropäischen Kulturlandschaft und hat der Feldlerche seit jeher einen festen Platz in Dichtung und Volkskultur gesichert.

Bei Bedrohung durch Beutegreifer – darunter Greifvögel wie Turmfalke und Sperber sowie bodenlebende Prädatoren wie Fuchs und Wiesel – verlässt sich die Feldlerche primär auf ihre Tarnfärbung. Sie drückt sich reglos an den Boden und fliegt erst bei unmittelbarer Gefahr auf.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutsaison erstreckt sich von April bis Juli. Das Nest wird als flache Mulde direkt auf dem Erdboden angelegt, bevorzugt in niedriger Vegetation auf Äckern oder Wiesen. Das Weibchen baut das Nest allein und kleidet es mit feinen Grashalmen und Pflanzenfasern aus.

Ein Gelege umfasst in der Regel 3 bis 5 Eier, die grauweißlich bis gelblich gefärbt und dicht braun gefleckt sind. Die Brutdauer beträgt 11 bis 13 Tage. Ausschließlich das Weibchen brütet, während das Männchen das Revier durch Singflüge verteidigt. Die