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Ohrenlerche

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Tierart – Vögel > Singvögel – Stare, Pieper, Stelzen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Eremophila alpestris
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Lerchen (Alaudidae)
  • Gattung: Eremophila
  • Größe: 14–17 cm (Körperlänge)
  • Gewicht: 26–48 g
  • Flügelspannweite: 30–35 cm
  • Lebensraum: Tundra, alpine Matten, Steppen, Halbwüsten, offene Küstenlandschaften
  • Lebenserwartung: ca. 3–5 Jahre in freier Wildbahn, in Ausnahmefällen bis zu 8 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Ohrenlerche ist ein mittelgroßer, kompakt gebauter Singvogel mit einem unverwechselbaren Kopfmuster. Das Gefieder der Oberseite zeigt sich sandbraun bis rötlichbraun mit feiner dunkler Strichelung, während die Unterseite überwiegend weißlich gefärbt ist. Das auffälligste Merkmal ist die kontrastreiche Kopfzeichnung: Eine schwarze, halbmondförmige Brustbinde zieht sich quer über den Vorderhals, und eine schwarze Gesichtsmaske erstreckt sich von der Schnabelbasis über die Wangen bis zu den Ohrdecken. Die Stirn und der Überaugenstreif leuchten in blassem Gelb bis Weiß.

Namensgebend sind zwei kleine, spitz zulaufende Federhorste – sogenannte „Ohren" –, die das Männchen vor allem während der Balz aufstellen kann. Diese verlängerten Federn sitzen seitlich am Hinterkopf und sind beim Weibchen deutlich kürzer oder fehlen ganz. Der Schnabel ist kurz, kegelförmig und dunkel gefärbt. Die Beine sind schwärzlich, die Hinterkralle auffällig lang und nur leicht gebogen – ein typisches Merkmal vieler Lerchen, das die Fortbewegung am Boden erleichtert. Im Flug fällt der leicht gegabelte Schwanz mit weißen Außenfedern auf, der einen guten Kontrast zum dunklen Schwanzzentrum bildet.

Männchen und Weibchen ähneln sich grundsätzlich, doch ist das Weibchen insgesamt blasser gefärbt. Die schwarzen Gefiederpartien am Kopf sind weniger ausgedehnt und matter. Im Schlichtkleid nach der Herbstmauser wirken beide Geschlechter insgesamt gedämpfter, da helle Federsäume die schwarzen Bereiche teilweise überdecken.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Ohrenlerche ist außerordentlich groß und umfasst weite Teile der Nordhalbkugel. Die Art besiedelt Nordamerika von der arktischen Tundra Kanadas und Alaskas bis nach Mexiko, weite Teile Eurasiens von Skandinavien über die Steppen Zentralasiens bis nach China sowie Teile Nordafrikas und des Nahen Ostens. Damit gehört die Ohrenlerche zu den am weitesten verbreiteten Lerchenarten weltweit.

Innerhalb dieses riesigen Areals werden zahlreiche Unterarten unterschieden – je nach Autor zwischen 25 und über 40 Subspezies. Diese variieren vor allem in der Intensität der Gefiederfärbung und passen sich den jeweiligen Habitaten an. In Europa brütet die Ohrenlerche vor allem in der skandinavischen Fjälltundra und auf den Balkanhochebenen. In Mitteleuropa tritt sie als unregelmäßiger Wintergast auf, der bevorzugt an Nordseeküsten, auf abgeernteten Feldern und in offenen Brachlandschaften zu beobachten ist.

Das bevorzugte Biotop sind baumlose, offene Landschaften mit spärlicher Vegetation: arktische und alpine Tundra, Hochgebirgssteppen, kurzgrasige Prärien, Halbwüsten und Kiesstrände. Die Art meidet dichte Vegetation und Waldgebiete konsequent. In den Alpen brüten einzelne Populationen in Höhenlagen von über 2.500 Metern.

Ernährung

Die Ohrenlerche ernährt sich opportunistisch und passt ihre Nahrung der Jahreszeit an. Während der Brutzeit dominiert tierische Kost: Insekten, Spinnen, kleine Käfer, Raupen und andere Wirbellose bilden die Hauptnahrung und liefern das nötige Protein für die Jungenaufzucht. Im Herbst und Winter stellt die Art weitgehend auf pflanzliche Nahrung um. Dann stehen Sämereien von Gräsern, Kräutern und Wildpflanzen auf dem Speiseplan.

Die Nahrungssuche erfolgt ausschließlich am Boden. Ohrenlerchen laufen in schnellen, trippelnden Schritten über offenes Gelände und picken Nahrungspartikel von der Oberfläche auf. Gelegentlich scharren sie mit den Füßen im lockeren Substrat, um verborgene Samen oder Insektenlarven freizulegen. Im Winter bilden sich häufig lockere Trupps, die gemeinsam Nahrungsflächen absuchen – oft vergesellschaftet mit Schneeammern oder Berghänflingen.

Verhalten & Lebensweise

Die Ohrenlerche ist ein tagaktiver Vogel, der seine Aktivitätsphase mit der Morgendämmerung beginnt. Außerhalb der Brutzeit zeigt die Art ein ausgeprägtes Schwarmverhalten. Winterliche Trupps können mehrere Dutzend bis einige Hundert Individuen umfassen. Die Vögel sind am Boden erstaunlich gut getarnt und drücken sich bei Gefahr flach an den Untergrund, statt aufzufliegen – eine Strategie, die in der offenen Landschaft effektiv gegen Greifvögel schützt.

Der Gesang des Männchens ist ein hohes, klirrendes und etwas unmelodisches Lied, das im Singflug aus großer Höhe vorgetragen wird. Der Vogel steigt dabei steil auf, kreist singend und lässt sich dann mit angelegten Flügeln steil herabfallen. Dieser Singflug dient sowohl der Reviermarkierung als auch der Balz. Zudem gibt die Ohrenlerche im Flug charakteristische, hohe „tsii-tsii"-Rufe von sich, die bei der Bestimmung im Feld hilfreich sind.

Viele nördliche Populationen sind Zugvögel und überwintern in gemäßigteren Breiten, während südliche und Gebirgspopulationen eher Standvögel oder Kurzstreckenzieher sind. Die Zugbewegungen setzen