Fettblatt
FAquarien- & Teichpflanzen > Aquarien- & Teichpflanzen
Definition und Überblick
Das Fettblatt (Gattung Bacopa) gehört zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) und umfasst rund 60 bis 70 Arten krautiger Pflanzen, die überwiegend in tropischen und subtropischen Feuchtgebieten Amerikas, Afrikas und Asiens beheimatet sind. In der Aquaristik und Teichgestaltung zählen mehrere Bacopa-Arten zu den beliebtesten Wasserpflanzen, da sie sowohl submers (unter Wasser) als auch emers (über Wasser) kultiviert werden können. Der deutsche Name „Fettblatt" leitet sich von den dicklichen, leicht fleischigen Blättern ab, die ein charakteristisches Erkennungsmerkmal der Gattung darstellen.
Am weitesten verbreitet in der Aquaristik ist das Kleine Fettblatt (Bacopa monnieri), gefolgt vom Großen Fettblatt (Bacopa caroliniana). Beide Arten eignen sich hervorragend für Einsteiger, da sie vergleichsweise anspruchslos in der Pflege sind und sich unter verschiedenen Bedingungen gut entwickeln.
Verbreitung und natürlicher Lebensraum
Bacopa monnieri ist pantropisch verbreitet und kommt in Feuchtgebieten, an Flussufern, in Sümpfen und überfluteten Wiesen vor. Die Art besiedelt sowohl Süß- als auch leicht brackige Gewässer. Bacopa caroliniana stammt ursprünglich aus dem Süden der USA, wo sie in flachen, langsam fließenden Gewässern und sumpfigen Uferzonen wächst.
In ihren natürlichen Habitaten wachsen Fettblätter häufig als Sumpfpflanzen, die zeitweise überflutet werden. Diese amphibische Lebensweise erklärt ihre Fähigkeit, sowohl in der emersen als auch in der submersen Form zu gedeihen – eine Eigenschaft, die sie für die Aquaristik und Teichbepflanzung gleichermaßen interessant macht.
Morphologie und Erscheinungsbild
Fettblätter bilden aufrechte bis kriechende Stängel aus, die je nach Art und Kulturbedingungen zwischen 10 und 40 cm Höhe erreichen. Die Blätter sind gegenständig angeordnet, oval bis rundlich und von sukkulenter Beschaffenheit. Bei Bacopa caroliniana sind die Blätter etwas größer (bis 2,5 cm) und verströmen beim Zerreiben einen zitronenartigen Duft. Bacopa monnieri bildet kleinere, spatelförmige Blätter von etwa 1 bis 2 cm Länge aus.
Die Färbung reicht von hellgrün bis mittelgrün; unter starker Beleuchtung können einige Arten, insbesondere Bacopa caroliniana, kupferfarbene bis rötliche Töne an den Blattspitzen entwickeln. In der emersen Form bilden die Pflanzen kleine, fünfzählige Blüten in Weiß, Blassblau oder Violett, die einzeln oder paarweise in den Blattachseln sitzen.
Kulturbedingungen im Aquarium
Fettblätter gelten als robuste Aquarienpflanzen, die sich für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen eignen. Die wichtigsten Haltungsparameter im Überblick:
- Temperatur: 20–28 °C, wobei Bacopa caroliniana auch niedrigere Temperaturen bis etwa 15 °C verträgt
- pH-Wert: 6,0–7,5
- Gesamthärte: 5–20 °dGH; die Pflanzen sind relativ tolerant gegenüber unterschiedlichen Wasserhärten
- Beleuchtung: mittel bis stark (0,3–0,5 Watt pro Liter bei konventioneller Beleuchtung oder entsprechende LED-Lichtstärke)
- Substrat: nährstoffreicher Bodengrund empfehlenswert, feiner Kies oder Aquariensoil
- CO₂-Düngung: nicht zwingend erforderlich, fördert jedoch das Wachstum und eine kompakte Wuchsform
Bei unzureichender Beleuchtung neigen Fettblätter dazu, lange Internodien (Abstände zwischen den Blattpaaren) auszubilden, was zu einem sparrigen, wenig attraktiven Wuchs führt. Eine regelmäßige Düngung mit Makro- und Mikronährstoffen über die Wassersäule oder den Bodengrund unterstützt ein gesundes Wachstum.
Verwendung im Gartenteich
Einige Bacopa-Arten, allen voran Bacopa caroliniana, lassen sich in den Sommermonaten als Teichpflanzen in der Flachwasserzone einsetzen. In Mitteleuropa sind Fettblätter allerdings nicht winterhart und müssen vor dem ersten Frost ins Haus geholt werden. Als Sumpfpflanze eignet sich Bacopa monnieri auch für Paludarien, Feuchtterrarien und bepflanzte Filteranlagen.
Im Gartenteich werden Fettblätter bevorzugt in Pflanzkörbe gesetzt und in einer Wassertiefe von 5 bis 15 cm platziert. So können die Triebe teilweise über die Wasseroberfläche hinauswachsen und bei günstigen Bedingungen blühen.
Vermehrung
Die Vermehrung von Fettblättern ist denkbar einfach und erfolgt vegetativ über Kopfstecklinge oder Seitentriebe. Ein abgeschnittener Stängel mit mindestens zwei bis drei Blattpaaren wird in den Bodengrund gesteckt und bildet innerhalb weniger Tage eigene Wurzeln aus. Auch abgebrochene Triebspitzen bewurzeln sich häufig ohne weiteres Zutun. Diese unkomplizierte Vermehrungsmethode macht Bacopa zu einer dankbaren Pflanze für Aquarianer, die ihre Becken schnell und kostengünstig begrünen möchten.
Gestaltung und Einsatz im Aquascaping
Im Aquariendesign werden Fettblätter typischerweise im Mittelgrund oder Hintergrund eingesetzt. Durch ihren aufrechten Wuchs und die dichte Beblätterung bilden sie ansprechende Pflanzengruppen, die sich gut als Hintergrundkulisse oder seitliche Rahmenbepflanzung eignen. Besonders wirkungsvoll ist eine Pflanzung in Gruppen von