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Feuchtwiese

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Definition und Überblick

Eine Feuchtwiese ist ein extensiv genutztes Grünland, dessen Boden während eines Großteils des Jahres einen hohen Wassergehalt aufweist. Der Grundwasserspiegel liegt dabei dauerhaft oder zeitweise nahe der Geländeoberfläche, ohne dass es zu einer permanenten Überflutung kommt. Feuchtwiesenflächen nehmen damit eine ökologische Zwischenstellung zwischen trockenen Mähwiesen und echten Sumpf- oder Moorgebieten ein. Sie zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas und beherbergen eine charakteristische Tier- und Pflanzenwelt, die an wechselfeuchte Bedingungen angepasst ist. Synonyme Bezeichnungen sind Nasswiese, Streuwiese (bei einschüriger Herbstmahd) oder regional Sumpfwiese, wobei sich diese Begriffe in Nutzungsform und Wasserhaushalt teilweise unterscheiden.

Entstehung und Standortbedingungen

Feuchtwiesenbiotope entstehen dort, wo der Wasserhaushalt durch hoch anstehendes Grundwasser, Quellaustritte, periodische Überschwemmungen von Fließgewässern oder stauende Bodenschichten geprägt ist. Typische Standorte finden sich in Flussauen, Niederungen, Senken und am Rand von Mooren. Die Böden sind häufig als Gleye, Pseudogleye oder Anmoorböden ausgebildet und weisen einen hohen Anteil an organischer Substanz auf. Durch den Sauerstoffmangel im wassergesättigten Boden verläuft die Zersetzung von Pflanzenmaterial verlangsamt, sodass sich humusreiche Horizonte bilden.

Entscheidend für den Charakter einer Feuchtwiese ist die Nutzung durch den Menschen. Ohne regelmäßige Mahd oder extensive Beweidung würden sich diese Flächen über Hochstaudenfluren und Weidengebüsch zu Bruch- oder Auenwäldern entwickeln. Die Feuchtwiese ist also eine anthropogen beeinflusste Kulturlandschaft, die erst durch traditionelle Bewirtschaftungsformen ihre typische Artenzusammensetzung erhält.

Pflanzenwelt

Die Vegetation einer Feuchtwiese setzt sich aus Gräsern, Binsen, Seggen und zahlreichen krautigen Blütenpflanzen zusammen. Pflanzensoziologisch werden verschiedene Gesellschaften unterschieden, darunter Calthion-Wiesen (Sumpfdotterblumenwiesen), Molinion-Wiesen (Pfeifengraswiesen) und Filipendulenea-Hochstaudenfluren. Zu den kennzeichnenden Arten gehören:

  • Sumpfdotterblume (Caltha palustris) – namensgebend für einen der häufigsten Feuchtwiesentypen
  • Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi)
  • Mädesüß (Filipendula ulmaria)
  • Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis)
  • Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides)
  • Pfeifengras (Molinia caerulea) – auf nährstoffärmeren Standorten
  • Verschiedene Seggenarten (Carex spp.) und Binsen (Juncus spp.)

Auf nährstoffarmen, kalkreichen Feuchtwiesenstandorten können zudem seltene Orchideenarten wie das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) auftreten.

Tierwelt

Feuchtwiesenbiotope gehören zu den bedeutendsten Lebensräumen für zahlreiche Tiergruppen. Ihre Bedeutung ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Feuchtigkeit, strukturreicher Vegetation und extensiver Bewirtschaftung.

Vögel: Feuchtwiesen sind klassische Brutgebiete für Wiesenvögel wie den Kiebitz (Vanellus vanellus), die Uferschnepfe (Limosa limosa), die Bekassine (Gallinago gallinago), den Wiesenpieper (Anthus pratensis) und den Großen Brachvogel (Numenius arquata). Diese Bodenbrüter sind auf offene, feuchte Grünlandflächen mit niedriger Vegetation angewiesen. Der Weißstorch (Ciconia ciconia) nutzt Feuchtwiesen als bevorzugtes Nahrungshabitat.

Amphibien: Temporäre Wasseransammlungen, Blänken und flache Gräben auf Feuchtwiesenstandorten dienen dem Grasfrosch (Rana temporaria), dem Moorfrosch (Rana arvalis) und verschiedenen Molcharten als Laichgewässer. Außerhalb der Fortpflanzungszeit nutzen diese Arten die Wiese als Sommerlebensraum und Jagdrevier.

Insekten: Die Blütenvielfalt der Feuchtwiesen bietet Nahrungsgrundlage für zahlreiche Schmetterlingsarten, darunter den Mädesüß-Perlmuttfalter (Brenthis ino) und den Sumpfhornklee-Widderchen. Heuschrecken wie die Sumpfschrecke (Stethophyma grossum) sind eng an feuchte Grünlandstandorte gebunden. Auch für Libellen, Laufkäfer und Wildbienen stellen Feuchtwiesen einen unverzichtbaren Lebensraum dar.

Säugetiere: In der bodennahen Vegetationsschicht leben Spitzmäuse, insbesondere die Wasserspitzmaus (Neomys fodiens), sowie verschiedene Wühlmausarten. Der Feldhase (Lepus europaeus) nutzt extensiv bewirtschaftete Feuchtwiesenlandschaften als Setzplatz.

Gefährdung und Rückgang

Feuchtwiesen gehören zu den am stärksten bedrohten Lebensräumen in Mitteleuropa. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts sind ihre Bestände durch verschiedene Faktoren drastisch zurückgegangen:

  • Entwässerung und Drainage: Systematische Grundwasserabsenkung zur Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung hat den hydrologischen Charakter