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Firnfeld

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Definition und Überblick

Ein Firnfeld ist eine dauerhafte oder saisonal langanhaltende Ansammlung von Firn – also verdichtetem, körnigem Altschnee, der mindestens einen Sommer überdauert hat. Firnfelder finden sich in Hochgebirgen, arktischen Regionen und auf exponierten Hochplateaus, typischerweise oberhalb der Schneegrenze oder in schattigen Mulden und Karen, wo Schnee über lange Zeiträume konserviert wird. Im Unterschied zu einem Gletscher fehlt dem Firnfeld die ausreichende Mächtigkeit und der Eisdruck, um eine eigenständige Fließbewegung zu entwickeln. Es stellt somit ein Übergangsstadium zwischen saisonaler Schneedecke und Gletschereis dar und bildet einen eigenständigen, ökologisch bedeutsamen Lebensraum.

Entstehung und physikalische Eigenschaften

Die Bildung eines Firnfeldes beginnt mit der Ablagerung von Neuschnee, der durch wiederholte Schmelz- und Gefrierprozesse, Druckmetamorphose und Windverdichtung nach und nach in Firn umgewandelt wird. Frischer Schnee besitzt eine Dichte von etwa 50–100 kg/m³, während Firn eine Dichte von 400–830 kg/m³ erreicht. Ab einer Dichte von rund 830 kg/m³ spricht man von Gletschereis, da die Luftporen zwischen den Eiskristallen abgeschlossen sind.

Firnfelder entstehen bevorzugt an Standorten mit hoher winterlicher Schneezufuhr und geringer sommerlicher Ablation (Abschmelzung). Begünstigend wirken:

  • Schattige Nordexpositionen (auf der Nordhalbkugel)
  • Karmulden und Felsnischen, die vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sind
  • Windverfrachtung, die an Leehängen zusätzlichen Schnee ablagert (Schneebrettablagerung)
  • Höhenlagen oberhalb oder nahe der klimatischen Schneegrenze

Die Oberfläche eines Firnfeldes zeigt häufig charakteristische Strukturen wie Büßerschnee (Penitentes), Schmelzrillen und Schmutzränder, die durch eingewehten Staub, Pollen oder Rußpartikel entstehen. Diese dunklen Ablagerungen senken die Albedo und beschleunigen lokal die Schmelze.

Ökologische Bedeutung als Lebensraum

Obwohl Firnfelder auf den ersten Blick lebensfeindlich wirken, beherbergen sie eine spezialisierte Lebensgemeinschaft. Besonders bekannt ist die sogenannte Kryoflora – kälteadaptierte Algen, die auf und im Firn wachsen. Die bekannteste Art ist die Blutschneealge (Chlamydomonas nivalis), deren Carotinoid-Pigmente den Schnee rötlich bis rosa färben. Dieses Phänomen wird als Blutschnee oder Wassermelonenschnee bezeichnet. Weitere Grünalgen, Kieselalgen und Cyanobakterien besiedeln die oberflächennahen Schichten des Firns.

Diese Mikroorganismen bilden die Basis einer kryobiologischen Nahrungskette. Von ihnen ernähren sich spezialisierte Kleintiere:

  • Gletscherflöhe (Desoria saltans und verwandte Collembolen) – Springschwänze, die auf Firnfeldern aktiv nach Algen und Detritus suchen
  • Eiskrebse und Bärtierchen (Tardigrada), die im Schmelzwasser zwischen den Firnkörnern leben
  • Räuberische Gletscherspinnen und einzelne Laufkäferarten der Gattung Nebria, die am Rand der Firnfelder nach durch Kälte bewegungsunfähig gewordenen Insekten suchen

Firnfelder wirken zudem als sogenannte Insektenfallen: Aufwinde tragen zahlreiche Fluginsekten in große Höhen, wo sie auf der kalten Firnoberfläche landen und durch Unterkühlung verenden. Dieses sogenannte äolische Fallout stellt eine wesentliche Nahrungsquelle für die am Firnrand lebende Fauna dar. Vögel wie die Alpendohle (Pyrrhocorax graculus) und der Schneefink (Montifringilla nivalis) nutzen Firnfelder gezielt als Nahrungshabitat, indem sie die hilflosen Insekten von der Oberfläche aufpicken.

Hydrologische und geomorphologische Funktion

Firnfelder spielen eine zentrale Rolle im Wasserhaushalt alpiner und polarer Ökosysteme. Sie geben während der Sommermonate kontinuierlich Schmelzwasser ab und speisen damit Bäche, Quellmulden und Hochgebirgsseen. Für die unterhalb liegenden Feuchtlebensräume – etwa alpine Quellfluren und Schneetälchen – stellt dieses konstante Schmelzwasser eine unverzichtbare Wasserquelle dar.

Die Vegetation in unmittelbarer Nähe von Firnfeldern wird als Schneetälchenvegetation oder Salicetum herbacea-Gesellschaft bezeichnet. Typische Pflanzenarten wie die Kraut-Weide (Salix herbacea), der Alpen-Soldanelle (Soldanella alpina) und verschiedene Moosarten sind an die extrem kurze Vegetationsperiode von teilweise nur sechs bis acht Wochen angepasst.

Geomorphologisch tragen Firnfelder durch Nivation – die Kombination aus Frost-Tau-Wechsel, Schmelzwassererosion und chemischer Verwitterung am Firnrand – zur Landschaftsformung bei. Über lange Zeiträume vertiefen sich so Nivationsmulden, die unter günstigen Klimabedingungen als Ausgangspunkt für Karbildung und schließlich Gletscherentstehung dienen können.

Firnfelder im Klimawandel

Firnfelder reagieren äußerst empfindlich auf Veränderungen der Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse. In den Alpen und anderen Mittelgebirgsregionen ist seit