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Folsäure

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Futter & Ernährung > Ernährung & Nährstoffe

Definition & Überblick

Folsäure, auch als Vitamin B9 oder Pteroylglutaminsäure bezeichnet, gehört zur Gruppe der wasserlöslichen B-Vitamine und zählt zu den essenziellen Nährstoffen in der Tierernährung. Der Begriff „Folsäure" leitet sich vom lateinischen Wort folium (Blatt) ab, da das Vitamin erstmals aus Spinatblättern isoliert wurde. Streng genommen beschreibt Folsäure die synthetische Form des Vitamins, während die natürlich in Futtermitteln vorkommenden Verbindungen als Folate bezeichnet werden.

Folsäure spielt eine zentrale Rolle bei der Zellteilung, der DNA-Synthese und der Blutbildung. Sie ist an der Bildung von roten Blutkörperchen beteiligt und unterstützt den Aminosäurestoffwechsel, insbesondere die Umwandlung von Homocystein zu Methionin. Bei Tieren ist eine ausreichende Versorgung mit Folsäure entscheidend für Wachstum, Fruchtbarkeit und allgemeine Vitalität. Ein Mangel kann zu Anämie, Wachstumsstörungen und Reproduktionsproblemen führen.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Folsäure ist ein reines Vitamin und enthält keine weiteren Nährstoffe wie Protein, Fett oder Rohfaser. In der Tierernährung wird sie entweder über natürliche Futterquellen oder als synthetisches Ergänzungsfuttermittel zugeführt. Natürliche Folatquellen im Tierfutter sind:

  • Grüne Blattgemüse und Gräser: Frisches Weidegras, Luzerne und Klee sind besonders reich an natürlichen Folaten.
  • Leber und Innereien: Tierische Quellen wie Rinder- oder Geflügelleber enthalten hohe Konzentrationen an Folsäure neben weiteren Vitaminen und Mineralstoffen.
  • Hefe und Hefeprodukte: Bierhefe ist eine ausgezeichnete Quelle für den gesamten Vitamin-B-Komplex, einschließlich Folsäure.
  • Hülsenfrüchte und Sojamehl: Diese Futtermittel liefern neben Protein auch nennenswerte Mengen an Folaten.
  • Eigelb: Enthält neben Fett und Vitaminen auch relevante Mengen an Folsäure.

In kommerziellen Futtermitteln – sowohl im Alleinfuttermittel als auch im Ergänzungsfuttermittel – wird Folsäure als synthetische Form zugesetzt. Die Bioverfügbarkeit der synthetischen Folsäure liegt dabei höher als bei natürlich vorkommenden Folaten, die zunächst enzymatisch gespalten werden müssen.

Für welche Tiere geeignet?

Folsäure ist für praktisch alle Haus- und Nutztiere relevant, wobei der Bedarf je nach Tierart, Alter und Lebenssituation erheblich variiert:

  • Hunde und Katzen: Beide Tierarten benötigen Folsäure für die Blutbildung und den Zellstoffwechsel. Bei hochwertigen Alleinfuttermitteln ist der Bedarf in der Regel gedeckt. Trächtige und laktierende Tiere haben einen deutlich erhöhten Bedarf.
  • Pferde: Pferde können Folsäure teilweise durch die mikrobielle Synthese im Dickdarm selbst herstellen. Bei einseitiger Fütterung ohne ausreichend frisches Raufutter kann dennoch eine Unterversorgung auftreten.
  • Geflügel: Hühner, Puten und anderes Nutzgeflügel reagieren besonders empfindlich auf Folsäuremangel. Die Folge können verminderte Legeleistung, schlechte Schlupfraten und Federstörungen sein.
  • Schweine: Sauen profitieren nachweislich von einer gezielten Folsäuresupplementierung, da diese die Wurfgröße und Ferkelgesundheit positiv beeinflusst.
  • Wiederkäuer: Rinder und Schafe synthetisieren Folsäure über ihre Pansenmikrobiota. Hochleistende Milchkühe können trotzdem von einer zusätzlichen Supplementierung profitieren.
  • Nager und Kaninchen: Meerschweinchen, Kaninchen und andere Kleintiere decken ihren Folatbedarf überwiegend über frisches Grünfutter und Caecotrophie.

Fütterungsempfehlung

Die empfohlene Folsäurezufuhr variiert je nach Tierart und physiologischem Status erheblich. Folgende Orientierungswerte gelten pro Kilogramm Futter (Trockenmasse):

  • Hunde: 0,2–0,4 mg/kg Futter
  • Katzen: 0,8–1,0 mg/kg Futter
  • Pferde: 0,02–0,06 mg/kg Körpergewicht täglich
  • Geflügel (Legehennen): 0,5–1,0 mg/kg Futter
  • Schweine (tragende Sauen): 1,0–3,0 mg/kg Futter

Die Futtermenge und das Fütterungsintervall beeinflussen die tatsächliche Aufnahme maßgeblich. Folsäure sollte möglichst gleichmäßig über die tägliche Futterration verteilt werden, da das wasserlösliche Vitamin nicht langfristig im Körper gespeichert wird. Überschüsse werden über den Urin ausgeschieden. Bei der Supplementierung empfiehlt sich die Zugabe zum Hauptfutter, nicht als isolierte Einzelgabe.

Während der Trächtigkeit und Laktation sollte die Folsäurezufuhr um 50–100 % erhöht werden. Gleiches gilt für Tiere in Rekonvaleszenz oder bei chronischen Darmerkrankungen, die die Resorption beeinträchtigen.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Unterstützt die Zellteilung und ist damit besonders wichtig für wachsende, trächtige und laktierende Tiere
  • Fördert die Blutbildung und beugt megaloblastärer Anämie vor
  • Verbessert nachweislich die Fruchtbarkeit und Reproduktionsleistung bei Nutztieren
  • Wirkt synergistisch mit Vitamin B12 und Eisen im Stoffwechsel