Foreign-white
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Steckbrief
- Herkunft: Großbritannien
- Rassestandard: GCCF, FIFé (als Siamvarietät), TICA; bei einigen Verbänden als eigenständige Rasse, bei anderen als Farbvariante der Siamkatze geführt
- Größe: Mittelgroß, schlank und langgestreckt
- Gewicht: Katzen 3–4 kg, Kater 4–5,5 kg
- Lebenserwartung: 12–18 Jahre
- Fell/Farben: Kurzes, eng anliegendes, seidiges Fell; ausschließlich reinweiß ohne jegliche Abzeichen
Herkunft & Geschichte
Die Foreign White entstand in den 1960er-Jahren in Großbritannien durch ein gezieltes Zuchtprogramm der Genetikerin Patricia Turner. Turners Ziel war ambitioniert: Sie wollte eine reinweiße Katze vom orientalischen Typ züchten, die nicht an Taubheit leidet – ein Problem, das bei vielen weißen Katzenrassen genetisch bedingt auftritt. Zu diesem Zweck kreuzte sie weiße Britisch-Kurzhaar-Katzen mit Siamkatzen und selektierte konsequent auf blaue Augen, weißes Fell und intaktes Hörvermögen.
Der Schlüssel zum Erfolg lag in der Genetik: Die weiße Fellfarbe der Foreign White wird durch das dominante W-Gen (White) verursacht, das die eigentliche Fellfarbe überdeckt. Genetisch tragen diese Katzen das Pointmuster der Siamkatze unter ihrem weißen Mantel. Durch die gezielte Selektion auf Siamtyp und gegen Taubheit gelang es, eine weitgehend gesunde weiße Rasse zu etablieren.
1977 erkannte der britische Zuchtverband GCCF die Foreign White offiziell als eigenständige Rasse an. Die FIFé führt sie hingegen als weiße Farbvariante der Siamkatze. In Nordamerika wird sie von der TICA und der CFA teilweise unter den Orientalisch-Kurzhaar-Katzen oder als Siamese in Weiß registriert. Diese unterschiedliche Einordnung je nach Zuchtverband sorgt bis heute gelegentlich für Verwirrung, ändert aber nichts an der klaren Abstammung und dem einheitlichen Erscheinungsbild der Rasse.
Aussehen & Rassemerkmale
Die Foreign White ist vom Körperbau her eine typische Orientalin: elegant, schlank und muskulös, ohne dabei zerbrechlich zu wirken. Der Körper ist röhrenförmig und langgestreckt mit feinen Knochen, die Beine sind lang und schlank, wobei die Hinterbeine etwas höher als die Vorderbeine stehen. Die Pfoten sind klein und oval.
Der keilförmige Kopf mit den großen, weit auseinanderstehenden Ohren verleiht der Rasse ihr unverwechselbares Profil. Die Nase verläuft gerade, ohne Stopp. Besonders auffällig sind die leuchtend blauen, mandelförmigen Augen, die leicht schräg gestellt sind – ein Erbe der Siamvorfahren, das den Ausdruck dieser Katze maßgeblich prägt.
Das Fell ist kurz, fein und liegt eng am Körper an. Es besitzt kaum Unterwolle, was der Katze ihren seidigen Glanz verleiht. Die Farbe ist ein makelloses, reines Weiß ohne gelbliche Schattierungen oder Flecken. Der Schwanz ist lang, dünn und läuft spitz zu. Insgesamt vermittelt die Foreign White den Eindruck einer Siamkatze in einem strahlend weißen Kleid.
Charakter & Wesen
Wer eine Foreign White ins Haus holt, bekommt keine ruhige Sofakatze. Diese Rasse ist außerordentlich kommunikativ, intelligent und menschenbezogen. Wie ihre Siamverwandten verfügt sie über eine ausgeprägte Stimme und nutzt diese auch ausgiebig, um mit ihren Menschen zu „sprechen". Manche Halter beschreiben das als charmant, andere als durchaus fordernd – leise ist diese Katze jedenfalls nicht.
Foreign Whites sind verspielt, neugierig und ausgesprochen anhänglich. Sie folgen ihren Bezugspersonen durch die Wohnung, beteiligen sich an allen Aktivitäten und fordern aktiv Aufmerksamkeit ein. Einsamkeit vertragen sie schlecht. Wer berufstätig ist, sollte unbedingt über eine Zweitkatze nachdenken, idealerweise eine weitere orientalische Rasse.
Gegenüber Fremden zeigen sie sich nach kurzer Aufwärmphase meist aufgeschlossen. Ihre Intelligenz macht sie lernfähig – viele Foreign Whites apportieren bereitwillig oder lassen sich Tricks beibringen. Gleichzeitig können sie eigensinnig sein und setzen ihren Kopf durch, wenn sie sich etwas vorgenommen haben. Treu und loyal gegenüber ihrer Familie, sind sie dennoch keine unterwürfigen Katzen, sondern selbstbewusste Persönlichkeiten.
Haltung & Pflege
Die Haltung einer Foreign White erfordert Engagement. Diese Katze braucht geistige und körperliche Beschäftigung. Klettermöglichkeiten, Intelligenzspielzeug und regelmäßige Spieleinheiten mit dem Menschen sind unverzichtbar. Ein gesicherter Balkon oder ein eingezäunter Garten bieten willkommenen Auslauf, reine Wohnungshaltung ist aber möglich, wenn genügend Anreize vorhanden sind.
Die Fellpflege gestaltet sich unkompliziert. Wöchentliches Bürsten mit einer weichen Bürste genügt, um lose Haare zu entfernen und den seidigen Glanz zu erhalten. Da kaum Unterwolle vorhanden ist, neigt das Fell nicht zum Verfilzen. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst kann etwas häufigeres Bürsten sinnvoll sein.
Wichtig ist die soziale Komponente: Foreign Whites sollten nicht als Einzelkatzen gehalten werden. Sie brauchen entweder ständige menschliche Gesellschaft oder einen Artgenossen, der ihrem Temperament gewachsen ist.
Ernährung
Die Foreign White hat keine besonderen Ernährungsansprüche, die über die Bedürfnisse einer aktiven Kurzhaarkatze hinausgehen. Hochwertiges Nass- oder Trockenfutter mit hohem Fleischanteil bildet eine gute Basis. Auf ausreichend tierisches Protein sollte geachtet werden, da der schlanke, muskulöse Körperbau einen höheren Eiweißbedarf mit sich bringt.
Aufgrund ihres schlanken Körperbaus