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Französische-bulldogge

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Rassen > Hunderassen – Gesellschafts- & Begleithunde

Steckbrief

  • Herkunft: Frankreich (mit englischen Wurzeln)
  • FCI-Gruppe: Gruppe 9 – Gesellschafts- und Begleithunde, Sektion 11 – Kleine doggenartige Hunde
  • FCI-Standard Nr.: 101
  • Größe: 24–35 cm Widerristhöhe
  • Gewicht: Rüden 9–14 kg, Hündinnen 8–13 kg
  • Lebenserwartung: 10–12 Jahre
  • Fell: Kurz, glatt, dicht anliegend, glänzend, ohne Unterwolle
  • Farben: Gestromt, fawn (rehfarben) in allen Schattierungen, mit oder ohne weiße Abzeichen; gescheckt (gestromt-weiß, fawn-weiß)

Herkunft & Geschichte

Die Abstammung der Französischen Bulldogge ist eng mit der Englischen Bulldogge verknüpft. Mitte des 19. Jahrhunderts brachten englische Spitzenklöppler, die während der Industrialisierung nach Nordfrankreich auswanderten, kleinere Bulldoggen mit auf den Kontinent. In den Arbeitervierteln von Paris und der Normandie kreuzten lokale Züchter diese kompakten Hunde vermutlich mit Terriern und kleinen Griffons. Das Ergebnis war ein handlicher, aufgeweckter Begleithund, der sich rasch in der Pariser Gesellschaft etablierte – zunächst in den Markthallen und Handwerksbetrieben, bald darauf in den Salons der Belle Époque.

1880 wurde in Paris der erste Rasseclub gegründet, und 1898 erkannte der französische Kennel Club die Rasse offiziell an. Der Rassestandard wurde von der FCI unter der Nummer 101 registriert und seither mehrfach überarbeitet. Seit 2022 legt der Standard besonderen Wert auf eine freie Atmung und einen sichtbaren Nasenschwamm – eine direkte Reaktion auf die Diskussion um Qualzucht bei brachyzephalen Rassen.

Aussehen & Rassemerkmale

Die Französische Bulldogge ist ein kleiner, kräftig gebauter Hund mit kompaktem Körperbau und ausgeprägter Muskulatur. Typisch sind der breite, quadratische Kopf, die kurze Schnauze und die großen, aufrecht stehenden „Fledermausohren", die als unverwechselbares Rassemerkmal gelten. Die Augen sind groß, dunkel und rund, der Ausdruck aufmerksam und lebhaft.

Der Rumpf ist tonnenförmig, der Rücken breit und muskulös, die Brust tief. Die Rute ist von Natur aus kurz, tief angesetzt und häufig geknötet oder geknickt. Das kurze, glatte Fell liegt eng am Körper an und fühlt sich weich an. Laut Rassestandard sind die zulässigen Farben gestromt, fawn sowie gescheckt. Blau, Merle, Lilac, Tan und Chocolate sind vom FCI-Standard ausdrücklich nicht anerkannt und werden von seriösen Zuchtverbänden abgelehnt.

Charakter & Wesen

Die Französische Bulldogge ist ein ausgesprochen menschenbezogener Hund. Sie gilt als anhänglich, verspielt und treu – Eigenschaften, die sie zu einem idealen Familienhund machen. Trotz ihrer geringen Größe zeigt sie sich durchaus wachsam und meldet Fremdes zuverlässig, ohne dabei zum übermäßigen Kläffer zu werden.

Ihr Wesen ist fröhlich, manchmal clownhaft und stets gesellig. Einsamkeit verträgt die Rasse schlecht; sie braucht engen Kontakt zu ihren Menschen. Gegenüber Kindern ist sie in der Regel geduldig und sanft. Auch mit anderen Haustieren kommt sie bei guter Sozialisierung meist problemlos zurecht. Ihr Dickköpfigkeit, die gelegentlich durchschimmert, ist mit Konsequenz und positiver Verstärkung gut in den Griff zu bekommen. Trotz ihres gemütlichen Images ist sie intelligent, lernwillig und schätzt kurze, abwechslungsreiche Trainingseinheiten.

Haltung & Pflege

Die Französische Bulldogge eignet sich hervorragend für die Wohnungshaltung. Ihr Bewegungsdrang ist moderat: Zwei bis drei Spaziergänge am Tag von jeweils 20 bis 30 Minuten genügen als Auslauf. Geistige Beschäftigung durch Suchspiele, Intelligenzspielzeug oder kurze Trainingseinheiten ist ebenso wichtig wie körperliche Bewegung.

Die Fellpflege ist unkompliziert. Wöchentliches Bürsten mit einer weichen Bürste oder einem Gummistriegel reicht aus, um lose Haare zu entfernen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Gesichtsfalten: Sie müssen regelmäßig gereinigt und trocken gehalten werden, um Hautinfektionen und Ekzeme zu vermeiden. Auch die Ohren sollten wöchentlich kontrolliert und bei Bedarf gesäubert werden. Bei Hitze ist äußerste Vorsicht geboten – die Französische Bulldogge ist aufgrund ihrer kurzen Nase besonders hitzeanfällig. Spaziergänge im Sommer sollten in die kühlen Morgen- und Abendstunden verlegt werden.

Ernährung

Die Französische Bulldogge neigt zu Übergewicht, weshalb eine kontrollierte, bedarfsgerechte Fütterung essenziell ist. Hochwertiges Nassfutter oder Trockenfutter mit einem hohen Fleischanteil und ohne Getreide- oder Zuckerzusätze bildet eine gute Basis. Auch eine ausgewogene BARF-Ernährung (biologisch artgerechtes rohes Futter) wird von vielen Haltern praktiziert.

Die tägliche Futtermenge richtet sich nach Alter, Gewicht und Aktivitätsniveau. Als Richtwert gelten etwa 150–250 g Trockenfutter pro Tag, aufgeteilt auf zwei Mahlzeiten. Leckerlis sollten von der Tagesration abgezogen werden. Da viele Französische Bulldoggen empfindlich auf bestimmte Proteinquellen reagieren, kann bei Hautproblemen oder Verdauungsbeschwerden eine Ausschlussdiät unter tierärztlicher Begleitung sinnvoll sein.

Gesundheit & typische Erkrankungen

Die Gesundheit der Französischen Bulldogge wird maßgeblich von der Zuchtqualität beeinflusst. Als brachyzephale Rasse ist sie anfällig für das Brachyzephale Obstrukt