Freigehege
FHaltung & Pflege > Unterbringung – allgemein
Definition & Überblick
Ein Freigehege ist ein abgegrenzter Bereich im Außenbereich, der Tieren einen dauerhaften oder zeitweisen Aufenthalt unter freiem Himmel ermöglicht. Im Gegensatz zur reinen Innenhaltung bietet ein Freigehege den Tieren Zugang zu natürlichen Umweltreizen wie Sonnenlicht, frischer Luft, natürlichem Bodengrund und wechselnden Witterungsbedingungen. Freigehege kommen bei einer Vielzahl von Tierarten zum Einsatz – von Kaninchen, Meerschweinchen und Schildkröten über Hühner und Enten bis hin zu Hunden und bestimmten Reptilienarten.
Der zentrale Gedanke hinter dem Freigehege ist die artgerechte Haltung: Tiere sollen möglichst viele ihrer natürlichen Verhaltensweisen ausleben können. Graben, Rennen, Sonnenbaden, Futtersuche und Sozialverhalten lassen sich in einem gut geplanten Freigehege deutlich besser beobachten als in reiner Wohnungshaltung. Aus Sicht des Tierschutzes stellt ein durchdacht angelegtes Freigehege daher einen erheblichen Zugewinn an Lebensqualität dar.
Grundlagen & Voraussetzungen
Bevor ein Freigehege errichtet wird, müssen mehrere grundlegende Fragen geklärt werden:
- Platzbedarf: Jede Tierart hat spezifische Mindestanforderungen an die Gehegegröße. Für zwei Kaninchen empfehlen Tierschutzorganisationen beispielsweise mindestens 6 Quadratmeter dauerhaft zugänglichen Auslauf. Schildkröten benötigen je nach Art 10 bis 20 Quadratmeter pro Tier. Grundsätzlich gilt: größer ist immer besser.
- Sicherheit: Das Gehege muss sowohl ein Ausbrechen der Tiere als auch das Eindringen von Fressfeinden zuverlässig verhindern. Je nach gehaltener Tierart sind Marder, Füchse, Greifvögel, Ratten oder streunende Katzen eine reale Bedrohung.
- Bodenbeschaffenheit: Viele Tiere graben. Ein Freigehege benötigt daher einen Untergrabschutz – etwa eingelassenen Volierendraht oder Gehwegplatten, die mindestens 30 bis 50 Zentimeter tief in den Boden eingelassen werden.
- Witterungsschutz: Regen, pralle Sonne, Wind und Kälte können für Tiere gefährlich werden. Jedes Freigehege braucht mindestens eine überdachte, geschützte Zone mit isolierter Schutzhütte.
- Rechtliche Rahmenbedingungen: In manchen Gemeinden sind Baugenehmigungen für größere Gehegekonstruktionen erforderlich. Auch Mietverträge können die Errichtung eines Freigeheges einschränken. Eine vorherige Klärung erspart späteren Ärger.
Praktische Umsetzung
Die Bauweise eines Freigeheges richtet sich stark nach der gehaltenen Tierart. Ein bewährter Aufbau besteht aus einem stabilen Rahmen aus kesseldruckimprägniertem Holz oder verzinkten Metallprofilen, der mit punktgeschweißtem Volierendraht (Maschenweite maximal 19 x 19 Millimeter bei Kleintieren) bespannt wird. Einfacher Kaninchendraht aus dem Baumarkt reicht nicht aus – Marder und Füchse beißen ihn mühelos durch.
Die Gehegegestaltung sollte abwechslungsreich sein und verschiedene Funktionsbereiche bieten:
- Rückzugsorte: Mehrere Versteckmöglichkeiten wie Häuschen, Wurzeln, Korkröhren oder dichte Bepflanzung geben den Tieren Sicherheit.
- Beschäftigung: Hügel, Tunnel, Äste zum Klettern, Sandbadebereiche oder Buddelzonen fördern die natürliche Aktivität und beugen Verhaltensstörungen vor.
- Futter- und Wasserstellen: Diese sollten geschützt und leicht zugänglich positioniert werden, um Verschmutzung durch Witterung zu minimieren.
- Schattige und sonnige Zonen: Tiere müssen jederzeit selbst wählen können, ob sie sich aufwärmen oder in den Schatten zurückziehen. Besonders für Reptilien und Schildkröten ist diese Thermoregulation überlebenswichtig.
Ein direkter Zugang vom Freigehege zu einem geschützten Innenstall oder Schutzhaus ist bei ganzjähriger Außenhaltung unverzichtbar. Dieser Stall muss frostfrei, trocken und gut belüftet, aber zugfrei sein.
Häufige Fehler
- Zu kleine Gehege: Der häufigste und schwerwiegendste Fehler. Viele handelsübliche Fertiggehege aus dem Zoofachhandel unterschreiten die tierschutzkonformen Mindestmaße drastisch. Ein Gehege von einem Quadratmeter Fläche reicht für kein Kaninchen, kein Meerschweinchen und keine Schildkröte.
- Mangelhafter Raubtierschutz: Wer auf eine stabile Abdeckung nach oben oder einen Untergrabschutz verzichtet, riskiert den Verlust seiner Tiere durch Fressfeinde – oft über Nacht.
- Giftpflanzen im Gehege: Eibe, Thuja, Efeu, Maiglöckchen und viele andere Gartenpflanzen sind für zahlreiche Tierarten hochgiftig. Vor der Bepflanzung oder Standortwahl muss eine sorgfältige Prüfung aller erreichbaren Pflanzen erfolgen.
- Keine Strukturierung: Ein leeres Gehege mit nichts als Rasenfläche bietet weder Schutz noch Beschäftigung. Tiere, die in reizarmer Umgebung gehalten werden, entwickeln häufig Stereotypien und Stresssymptome.
- Saisonale Vernachlässigung: Im Winter wird das Freigehege oft weniger kontrolliert. Dabei sind gerade in der kalten Jahreszeit regelmäßige Kontrollen auf eingefrorenes Wasser, durchfeuchtete Einstreu und intakte Schutzhütten entscheidend.
Tipps für Anfänger
Wer zum ersten Mal ein Freigehege plant, sollte sich vorab gründlich über die artsp